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Entscheidung über Shuttle-Zukunft steht an
15.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Daniel Melcher

Rastatt - Es ist ein Projekt, das seinesgleichen sucht: Seit 19. November fährt im Auftrag des Gewerbevereins RA³ ein Pkw-Shuttle Rastatter, Ötigheimer und Steinmauerner auf Abruf zum Einkaufen ins Herz der Barockstadt und wieder zurück, für den Kunden komplett kostenlos (wir berichteten). Jetzt, einen Monat vor Ablauf der Pilotphase, zieht der Verein erste Bilanz - und die fällt durchaus positiv aus. Wie es mit dem Angebot weitergeht, muss sich in den nächsten Tagen zeigen.



Durch die Vereinskasse gesichert ist das RA³-Shuttle bis Mitte Februar. Um es darüber hinaus weiter zu betreiben, bedarf es Sponsoren beziehungsweise der finanziellen Unterstützung der Mitgliedsbetriebe aus Einzelhandel und Gastronomie, die als Haltestellen für den Wagen fungieren. Vorsitzender Thomas Richers ist derzeit dabei, Rückmeldungen einzuholen. Klar: Je mehr mitmachen, desto günstiger wird es für die Beteiligten.

Richers ist überzeugt, dass die Sache lohnend ist: Bislang nutzen im Schnitt 25 Personen pro Tag das Shuttle - für den kurzen Zeitraum, in der das Angebot läuft, sei das bereits sehr viel, wie er betont (runtergerechnet auf die Betriebszeiten sind dies etwa drei Kunden pro Stunde). Auf der App, die man hierfür benötigt, hätten sich bislang 678 Nutzer registriert. Die Entwickler, das Unternehmen "ioki", staunten, in welch Geschwindigkeit man die Zugriffszahlen erreicht habe. In anderen Städten dauere das länger. Gleichwohl sei noch "Luft nach oben", so Richers: Kapazität habe das RA³-Shuttle für 100 Personen am Tag. Daher sei auch denkbar, das Einzugsgebiet auf Kuppenheim, Muggensturm und Iffezheim auszuweiten.

Die Resonanz der Fahrgäste sei durchweg positiv. Die Kunden kämen querbeet durch die Altersgruppen, bis hin zu Senioren mit Rollator - auch schon ein paar Stammkunden zähle man, die die Chance nutzen, sich gratis von der Haustür bis zu einem RA³-Mitgliedsgeschäft und später wieder zurückfahren zu lassen. In diesem Zuge hat der Verein zudem zwei neue Mitgliedsbetriebe in der Innenstadt gewonnen, weil die betreffenden Unternehmen eben auch Haltestelle werden wollten.

Dass man den Service nur per App nutzen kann, aber nicht per Telefon, war derweil bei Einführung des Angebots gerade mit Hinblick auf die ältere Generation in sozialen Netzwerken kritisiert worden. Im BT-Gespräch macht Richers indes deutlich, dass ein Telefon-Service rein aus Kostengründen nicht zu stemmen wäre. "Da bräuchten wir eine Personalstelle mehr." Schon jetzt stehen für den Shuttle-Service, der vom Taxi-Mitgliedsunternehmen Holl initiiert worden war, ein Auto und ein Fahrer exklusiv zur Verfügung. Betriebszeiten sind dienstags bis freitags von 9 bis 13 und 14 bis 19 Uhr sowie samstags zwischen 9 und 15 Uhr.

Nun müssen sich der Verein und seine Mitglieder entscheiden, ob sie das Angebot auch nach der Testphase, die bis 14. Februar läuft, weiterbetreiben wollen. Richers ist sicher: Wenn es weiterläuft, wird es immer stärker angenommen. Vorstandswunsch wäre mindestens ein weiteres Jahr - dann sehe man belastbar, ob und wie sich das Einkaufsverhalten hinsichtlich der Barockstadt dadurch verändert. Mehr Frequenz in der Stadt könne eine Sogwirkung entfachen, die weitere Menschen anlockt.

Richers rechnet vor: Wenn sich beispielsweise alle Haltestellenbetriebe monatlich mit knapp unter 100 Euro beteiligen würden, wäre das Shuttle durchfinanziert. Parallel werde auch nach Sponsoren gesucht, die im Gegenzug Werbung platzieren könnten.

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