Jugenddelegation hat sehr konkrete Ideen und Forderungen

Gründerzeit im Rastatter Ratssaal: Wo sonst die Stadträte diskutieren, nehmen am Freitagabend die Mitglieder der Rastatter Jugenddelegation Platz.  Foto: F. Vetter

Rastatt (fuv) - Mit der konstituierenden Sitzung im Rathaus ist die Jugenddelegation Rastatt nun offizielles Bindeglied zwischen interessierten Jugendlichen und der Stadtverwaltung. In der Sitzung stellten sich die Arbeitsgruppen der Jugenddelegation vor und hatten schon recht konkrete Ideen dabei.

Die Bildung der Jugenddelegation geht auf eine Novellierung der Gemeindeordnung zurück, die eine Jugendbeteiligung an Planungen und Vorhaben einer Gemeinde vorschreibt. In Rastatt war in einem einjährigen Prozess mit Vertretern der Verwaltung, des Gemeinderats und rund 40 Jugendlichen die "Richtlinie Jugendbeteiligung Rastatt" erarbeitet und im April durch den Gemeinderat verabschiedet worden. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch freute sich über 40 junge Menschen, die sich in die politische Arbeit einbrächten. Der OB betonte, dass die Jugenddelegation Rederecht im Gemeinderat habe. Aus dem Engagement der jungen Leute könnten Nachfolger für die heutige Generation von Ortschafts-, Gemeinde- und Kreisräten erwachsen. Jugendbeteiligungsreferent Florian Seefeld sagte, die Jugenddelegation "kann eine Bereicherung der Beteiligungskultur werden".

Tobias Knödler als gewählter Sprecher der Jugenddelegation ergriff zuerst das Wort im Gremium und betonte, dass kein Thema und kein Jugendlicher ausgeschlossen werden soll. Der 19-jährige Student und stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Rastatt erläuterte die Arbeitsweise der Jugenddelegation und ihrer fünf Arbeitsgruppen. Nun gelte es, die Strukturen der Jugenddelegation weiter zu entwickeln. Der Sprecher stellte an die Stadtverwaltung gleich Forderungen: Es fehle ein fester Raum für die Arbeit der Delegation sowie eine Liste mit den Vorhaben der Stadt. Wunschkataloge seien nicht der Weg, stellte der OB dazu fest.

Für die Arbeitsgruppe Schwimmbad forderte Kerstin Knödler, ein neues Bad müsse vor allem attraktiv für Jugendliche sein: Eine Rutsche und einen Sprungturm nannte sie als Beispiele. Zur Finanzierung könne eine Saunalandschaft beitragen, so die Gymnasiastin. "Rastatt braucht Spielplätze für Jugendliche über 14 Jahre", fasste der Sprecher der Gruppe "Jugend(treff)plätze", Tim Mühlig-Versen, deren Ergebnis zusammen. Durch die Schaffung eines zentral gelegenen Treffpunkts mit einem Basketball-Spielfeld und einem Fitnessparcours würden andere Spielplätze und Treffpunkte entlastet. Da konnte der OB als Antwort gleich die Umgestaltung des Pagodenburg-Spielplatzes als Möglichkeit nennen. Ein künftiges Jugendcafé solle Räume zur Begegnung und beispielsweise zum Erledigen von Hausaufgaben haben, wie die Sprecherin der entsprechenden Arbeitsgruppe, Merit Tiede, vortrug. Eine gute Erreichbarkeit sei genauso wichtig wie WLAN. Die Schule sei der Lebensmittelpunkt vieler Jugendlicher und solle daher gute Rahmenbedingungen bieten, so Anne Quednau, Sprecherin der Arbeitsgruppe Schule. Die technische Ausstattung und entsprechende Schulungen seien daher wesentlich. Weitere Ergebnisse der Gruppenarbeit sind die Idee einer besseren Zusammenarbeit der Schulen bei Themen wie der Berufswahl, eine einheitliche Hitzefrei-Regelung und sichere Schulwege. Die Gruppe sei sich bewusst, betonte Quednau, dass für die Schulen nicht nur die Stadtverwaltung alleine zuständig sei. Der zuständige Bürgermeister Arne Pfirrmann verwies auf Medienentwicklungspläne, die die Schulen erarbeiten. Der Jugendgipfel, für dessen Gruppe Nick Mossmann zum Gremium sprach, sei eine Chance, mit kommunalen Themen in Kontakt zu kommen. Er betonte, dass der jüngste Gipfel von den jungen Leuten selbst organisiert worden sei.

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