Musik und Worte, die zu Herzen gehen

Ein bewegendes Kirchenkonzert: The Moonlights mit Sängerin Sandie Wollasch in St. Alexander.  Foto: Wollenschneider

Rastatt (rw) - "Ich hatte ,Moonlights and Friends' im vergangenen Jahr gebeten, nochmals nach dem großen Erfolg ein weiteres Konzert in St. Alexander zu wagen", sagte Pfarrer Ralf Dickerhof bei der Begrüßung der vielen hundert Besucher bei der restlos ausverkauften Benefizveranstaltung. Der Festausschuss des Kirchenbauvereins hatte für den Erhalt der Bernharduskirche wieder die Oldieformation The Moonlights, den Musiker Pete Tex und Organisator Alfons Ruf gewinnen können.

Die Akteure servierten dem Publikum Musik von Pop bis Klassik, die zu Herzen ging, aber auch Besinnliches und Humoriges durch die Texte, die Alfons Ruf ausgewählt hatte. Er forderte zum Entschleunigen auf, und dass man sich mehr dem Mitmenschen widme: "Nimm sie, wie sie sind." Außerdem betonte er die Bedeutung von Familie und Freundschaft. In seinem Schlussbeitrag wurde Alfons Ruf dann sehr kritisch und realistisch bei seiner Sicht der Gegenwart: "Die Gesellschaft hat Maß und Orientierung verloren, aber jeder von uns kann die Welt ein bisschen besser machen".

Was den klassisch-musikalischen Teil der Veranstaltung betraf, zog der Rastatter Pete Tex mit der Klarinette und dem Sopransaxofon alle Register. Er stellte die hohe Schule seiner Instrumente vor. Dabei wurde der Bogen von Enrico Morricones "Gabriels Oboe", über Camille Saint-Saens "Der Schwan" bis zum versunkenen Adagio aus dem Concierto Aranjez von Joaquim Rodrigo gespannt. In anderen Sphären bewegte sich Pete Tex bei seiner Bearbeitung des Stückes "New World", um dann bei "Without you" doch meisterlich in die Welt des Pop einzutauchen.

Hier ist die Kultformation The Moonlights zu Hause. Die fünf Gentlemen im dunklen Anzug, das heißt Pit Kurz (Gesang und Gitarre), Jochen Wollasch (Gesang und Gitarre), Schlagzeuger Dieter Wolf, Bassist Dieter Korfmaker und Claus Bubik (Gitarre), hatten in Keyboarder Steffen Müller und Sängerin Sandie Wollasch passende Verstärkung gefunden. In dieser Konstellation erntete man durch die Interpretation von Roy Orbinsons "Crying" und dem weihnachtlichen "O holy Night", mit einer Stimme wie geschaffen für den Kirchenraum, enormen Beifall.

Die Moonlights griffen ansonsten tief in die Oldiekiste. Nach John Denvers "Leavin on a Jetplane" punktete Pit Kurz mit dem rhythmisch vorgetragenen "Little Drummer Boy". "Let it snow" und "Moon River" belegten, wie viel musikalisches Gefühl die Musiker zu transportieren vermögen. Auch die Hymne der Beatles zur Liebe unter den Menschen, "All you need is love", war ein Volltreffer.

Zum Dahinschmelzen geriet die Interpretation von "He", das einst die Righteous Brothers berühmt gemacht hatte. Auch Elvis Presleys "You're always on my mind" passte ausgezeichnet in den Reigen der dem Kirchenraum angemessenen Melodien. Hier konnte Pit Kurz wieder aus dem Vollen schöpfen, um dann zusammen mit Pete Tex und Jochen Wollasch gefühlvoll das "Amazing Grace" anzustimmen. Langanhaltender Beifall des Publikums im Stehen war der verdiente Lohn für die Akteure.

Bevor man gemeinsam die "Stille Nacht" in Englisch und Deutsch sang, dankte Pfarrer Ralf Dickerhof den Musikern, Alfons Ruf und den Helfern der Kirchengemeinde "für das Geschenk dieses Konzerts" mit Perspektiven für das kommende Jahresende 2018. Die Arbeiten an der Bernharduskirche, die am 8. Januar fortgesetzt werden, haben durch das Benefizkonzert eine wertvolle Finanzspritze erfahren.

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