Zukunft der Klosterfestspiele ungewiss

Im Klostergarten finden seit 2012 die Bickesheimer Klosterfestspiele statt. Foto: Willi Walter

Durmersheim (hli) - Die Zukunft der Bickesheimer Klosterfestspiele steht auf der Kippe. In seiner nächsten Sitzung am 21. Februar will der Pfarrgemeinderat darüber beraten, ob man ab 2019 weiterhin das Gelände - den Klostergarten - für die Aufführungen zur Verfügung stellen will.

Zwei Dinge sieht die Pfarrgemeinde kritisch, wie der Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Durmersheim/Au am Rhein, Markus von Chamier, im BT-Gespräch bestätigt. Thematisch passten die Stücke immer weniger zum Veranstaltungsort, den die Kirche gegen eine Nutzungsgebühr zur Verfügung stellt. Denn: Zu Beginn der Klosterfestspiele hatten die Stücke noch religiösen Bezug. Das ist bei vielen Aufführungen nun nicht mehr der Fall.

Begonnen hatten die Klosterfestspiele 2012 beispielsweise mit dem Singspiel "Hildegard von Bingen". Aufgrund niedriger Zuschauerzahlen änderte man nach der Saison 2015 das Konzept. Es sollten weniger christliche und stattdessen weltliche Stücke aufgeführt werden.

Weiterer Ärger zwischen Pfarrgemeinderat und dem künstlerischen Leiter der Festspiele, Dieter Baldo, sei aufgrund mangelnder Absprachen entstanden. Mehr wollte Pfarrer von Chamier dazu nicht sagen und verwies auf die Pfarrgemeinderatssitzung kommende Woche.

Einem Brief des Pfarrers an Baldo zufolge geht es unter anderem um die Nutzung der Pfarrscheune "als feste Spielstätte für religiöse Stücke". Das hatte Baldo geplant, aber wohl nicht mit der Kirche abgesprochen. Auch von der geplanten Inszenierung von Antonius-Festspielen in der St.-Antonius-Kapelle in Au am Rhein im kommenden Jahr habe die Pfarrgemeinde dem Brief zufolge erst über Umwege erfahren.

Genau wie Pfarrer von Chamier will Dieter Baldo der Pfarrgemeinderatssitzung nicht vorgreifen. Verstehen könne er die Debatte über die Zukunft der Festspiele aber "nicht ganz". Das geänderte Konzept von christlichen zu weltlichen Stücken sei damals vom Pfarrgemeinderat gutgeheißen worden. "Schade wäre es, wenn die Bickesheimer Klosterfestspiele ihre künstlerische Heimat verlieren würden", heißt es in einem Brief von Baldo an die Pfarrgemeinderatsmitglieder. Geplant habe er bereits für 2019 und 2020, verdeutlicht Baldo gegenüber dem BT. Er hofft auf eine Entscheidung des Gremiums. "Wichtig ist, dass wir weitermachen können."

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