Kürzere Wege zur Pkw-Fertigungsstraße

Rund 25 000 Fahrzeugteile werden von den Seifert-Mitarbeitern bedarfsgerecht täglich hergerichtet. Foto: Mike Koenig

Rastatt/Malsch (ema) - Wenn im Rastatter Benz-Werk ein Kompaktwagen Schritt für Schritt Gestalt annimmt, dann müssen etliche Teile für jedes Fahrzeug passgenau und pünktlich zur Verfügung stehen. Dass das funktioniert, dafür sorgt auch der Speditions- und Logistikdienstleister Seifert, der jetzt auf dem Werksgelände eine neue, von Daimler errichtete Halle bezogen hat.

160 Mitarbeiter sind in dem mehr als 24000 Quadratmeter umfassenden "Interne Consolidation Center" (IPCC) damit beschäftigt, die Fahrzeugteile - immerhin rund 25000 pro Tag - bedarfsgerecht herzurichten, damit sie pünktlich an den Bändern zur Verfügung stehen.

Wie die Seifert Logistics Group mitteilt, kann man nach dem Bezug der Lager- und Logistikfläche die Fertigungsstraßen noch schneller und bedarfsgerechter versorgen. Die kürzeren Wege würden die Auftragszeiten um die Hälfte reduzieren.

Denn bislang hat Seifert die logistischen Aufgaben von seiner Niederlassung in Malsch aus erfüllt. Dauerte es bisher rund vier Stunden, ehe die benötigten Teile in der Fabrik zur Verfügung standen, so ist Seifert dank des neuen Standorts auf dem Werksgelände in der Lage, Produktionsabrufe innerhalb von zwei Stunden zu bedienen.

Die Lieferung erfolgt aus beiden Lagern identisch: Daimler erhält Bauteile in der benötigten Reihenfolge, wodurch die Fertigung - im vergangenen Jahr hat das Rastatter Werk einen neuen Produktionsrekord mit 330000 Autos aufgestellt - beschleunigt wird.

"Es gibt allein mehr als 100 Varianten von Außenspiegeln. Wer bei der Fertigung erst den passenden Spiegel für das Fahrzeugmodell heraussuchen muss, verliert Zeit und damit Geld", erklärt Holger Hartung, Geschäftsbereichsleiter Logistik bei Seifert. Durch die Einführung eines neuen Leergutprozesses für kleine Bauteile konnte der Logistiker die Prozessabläufe bei Daimler zusätzlich vereinfachen.

Die Seifert Logistik Groups, seit 1947 familiengeführt mit Hauptsitz in Ulm, beschäftigt insgesamt rund 1950 Mitarbeiter. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten allein an den Standorten Rastatt, Malsch und Gaggenau 800 Beschäftigte. Das Management will das Personal aufstocken, gerade auch in Rastatt, wo man mit steigenden Produktionszahlen im Benz-Werk rechnet.

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