"Kirche mittendrin sein"

Anlaufstelle, Treffpunkt, Gesprächsangebot, Info-Laden und Ausgangspunkt verschiedener Aktionen: Die City-Pastoral in der Schlossstraße 4. Foto: Melcher

Rastatt (dm) - Zehn Jahre wird sie in diesem Jahr und ist nach Aussage einer Besucherin nicht mehr aus der Rastatter Innenstadt wegzudenken: Die City-Pastoral in der Schlossstraße 4 - Anlaufstelle, Treff- und Gesprächsangebot, Info-Laden sowie Ausgangspunkt für Aktionen, die kirchliche Aspekte außerhalb des Gottesdienstrahmens vermitteln. Getragen wird sie von der katholischen Kirchengemeinde, die ehrenamtlichen Helfer und deren Arbeit sind indes überkonfessionell, und die Besucher müssen nicht Christen sein, um hereinzukommen, wie Pastoralreferent Andreas Freund betont.

Das Angebot, so hatte es von Anfang an geheißen, soll schließlich ein Niederschwelliges sein. Ziel: Einen Ort schaffen, zu dem man einfach hinkommen kann, wo man sich dazusetzen kann, an dem man offen ist, für jeden der reinkommt. Aktuell steht das Angebot an den Markttagen Dienstag, Donnerstag und Samstag von 9 bis 14 Uhr offen. Ein Kaffeetisch, Sessel und Sofa laden inmitten des Ladens mit Info- und Beratungsmaterial zu verschiedenen Themen, Büchertauschregal, Geschenk- und christlichen Artikeln dazu ein. Im Schnitt nutzen dies bis zu zehn Menschen pro Öffnungstag, mal mehr, mal weniger, bilanzieren die Verantwortlichen. Sei es, weil sie das Gespräch suchen, Hilfe brauchen, neugierig sind - oder kleine Geschenke suchen. Weitere Menschen erreicht man durch die Angebote, die nach außen wirken; eine Besonderheit ist zudem die Kombination mit dem Weltladen Rastatt.

Initiiert hatte die im Juni 2008 eröffnete City-Pastoral damals Antke Wollersen, die inzwischen das Karlsruher Pendant leitet. Seit fünf Jahren ist Andreas Freud zuständig - sowie ein Team aus aktuell etwa 25 ehrenamtlichen Kräften. Was seither auf die Beine gestellt wurde, sei durchaus mit dem Angebot einer Großstadt vergleichbar, sagt Freund. Da gab (und gibt) es in Unregelmäßigkeit Ausstellungen in den Räumen, sogenannte Zehn-Sekunden-Predigten auf dem Marktplatz, Lese- und Spiel-Zeiten, die "Haltestelle Gott", Glaubensgespräche und mehr. Inzwischen etabliert ist auch der Nikolausbesuchsdienst - und die Kurzfilmpräsentation "Augenblicke", die im vergangenen Jahr zusammen mit dem Forum-Kino Rastatt auf größere Beine gestellt wurde.

Daran will man nun zum zehnten Geburtstag anknüpfen. An zwei Wochenenden ist ein "Jubiläums"-Programm angesagt, das erste schon in diesem Monat. Am Freitag, 16. März, gibt es in diesem Rahmen um 19 Uhr erneut "Augenblicke"-Kurzfilme im Forum (Tickets gibt es direkt im Kino oder auf dessen Homepage). Und am Sonntag, 18. März, spricht Andrea Schwarz, bekannte Autorin religiöser und spiritueller Bücher, ab 16 Uhr im Pfarrhaus St. Alexander "von der Sehnsucht mitten in der Stadt". Paket zwei zum zehnten Geburtstag wird im Sommer geschnürt. Am 21. Juli spricht Veronika Eufinger über "Citykirchenprojekte - Strategien religiöser Arbeiten im urbanen Raum", und für den Tag darauf ist nach einem Open-Air-Gottesdienst im Pfarrgarten Kirchenkabarett mit Thomas Klumb unter dem Titel "Heiliger Bim-Bam" angekündigt. Für das City-Pastoral-Team selbst wird eine Wallfahrt nach Rom geplant.

Eine, die seit der ersten Stunde ehrenamtlich dabei ist, ist Kerstin Bücher. Die Idee, Menschen zu erreichen, die keine Gottesdienstbesucher sind, hatte es ihr angetan. Eine Anlaufstelle zu bilden, bei der auch kirchenferne Menschen Gastfreundschaft der Kirche spüren können. "Kirche mittendrin zu sein", wie es Freund formuliert. Und dabei Verknüpfungen/Vernetzungen zu anderen Angeboten zu schaffen. Hauptsächlich Menschen im Alter 40 plus erreiche man bisher - aber auch Schülergruppen hatte man schon bei sich, wie die beiden betonen, ebenso Auswärtige. Weitere Interessenten zur Mitarbeit sind willkommen.

www.citypastoral-ra.de

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