Ausstellung ist ohne Videoüberwachung gefährdet

Die Bilder zeigen vernagelte Fenster der Pagodenburg, weshalb geplante Ausstellungen gefährdet sind. Foto: Philipp

Von Ulrich Philipp

Rastatt - "Wenn in den nächsten Wochen keine Videoüberwachung an der Pagodenburg installiert wird, müssen wir unsere erste Ausstellung ausfallen lassen!" Das kündigte der Vorsitzende des Rastatter Kunstvereins, Jörn Kausch, bei der Jahreshauptversammlung des Traditionsvereins an. Grund sind mehrere Fälle von Vandalismus an dem historischen Gebäude, mit zahlreichen eingeschlagenen Scheiben und zerstörten Fensterrahmen.

"Die Verantwortlichen der Stadt nehmen keine Reparaturen mehr vor", erklärte Kausch, warum die meisten Fenster im Untergeschoss nur noch mit Brettern vernagelt sind und nicht mit mehr erneuert wurden. Damit ist offen, ob die geplante Ausstellung mit Bildern von Tenki Himaratsu vom 14. April bis zum 6. Mai stattfinden kann. Zwar habe ihm Bürgermeister Arne Pfirrmann zugesagt, so Kausch weiter, dass Kameras zur Videoüberwachung von vier Seiten installiert würden. Allerdings liege von behördlicher Seite noch keine Genehmigung vor. Die Vorstandsmitglieder beschlossen deshalb, am kommenden Dienstag eine außerordentliche Vorstandssitzung einzuberufen. Dann wird auch darüber beraten, ob Gitter vor den Fenstern wie bei Schloss Favorite Abhilfe schaffen können.

Die Versammlung entlastete anschließend Kassierer und Vorstand. Nach dem Rückblick auf das vergangene Jahr durch Moritz Veiel gaben verschiedene Mitglieder einen Ausblick auf weitere geplante Veranstaltungen in den kommenden Monaten. Kausch kündigte an, dass die Künstlerin Paula Förster in den nächsten Wochen beginnen wird, die Wand im obersten Stockwerk der Schloss-Galerie zu gestalten. "Förster besitzt ein hohes Maß an Professionalität", betonte Kausch und fuhr fort: "Ich bin froh, dass wir sie ausgewählt haben." Förster hat sich im Rennen gegen 20 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchgesetzt, die dem Kunstverein von verschiedenen Kunsthochschulen und Akademien in Deutschland empfohlen worden waren. Die Künstlerin verbinde in ihren Werken beispielsweise Fotografien mit Reliefs, unter anderem arbeite sie mit Bauschaum, aber auch mit Asphalt. "Sie wird wirklich einmal etwas auf die Beine stellen, wenn sie am Ball bleibt", prophezeite der Vereinsvorsitzende.

Ebenso sensibel wie reflektiert seien die Bilder von Gisoo Kim aus Seoul, erklärte die zweite Vorsitzende des Kunstvereins, Barbara Dürr. Dürr wird die Südkoreanerin und deren Ausstellung in Rastatt betreuen. Ihre Collagen kreiert die Künstlerin aus selbst angefertigten Fotografien und ergänzt sie durch aufgestickte Linien und Formen.

Geplant ist neben weiteren Ausstellungen verschiedener Künstler auch eine mit Dietrich Walter. Er verfremdet Porträts, bis das "Individuelle aus ihnen verschwindet und neutrale Wesen entstehen", stellte Kausch fest. Allerdings, so der Vorsitzende, stehe er nicht mehr länger zu der Ausstellung, weil der Künstler andere Bilder zeigen wolle als diejenigen, mit denen er sich beworben habe. Zu den zahlreichen Aktivitäten des Kunstvereins gehört auch die Präsentation von Werken seiner Mitglieder beim befreundeten Kunstverein in Hockenheim vom 9. Juni bis zum 1. Juli. Jeder Teilnehmer kann mindestens ein Bild ausstellen. Im Gegenzug stellen Mitglieder des Kunstvereins Hockenheim vom 15. Juni bis zum 8. Juli in Rastatt aus.

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