Überlegungen zu Waldkindergarten

Mit der Schaffung eines neuen Gruppenraums in der 'Villa Sonnenschein' soll noch in diesem Jahr ein akuter Bedarf an Betreuungsplätzen erfüllt werden.  Foto:  Heck

Von Helmut Heck

Durmersheim - Bekommt Durmersheim einen Waldkindergarten? Muss der frühmorgendliche Betreuungsbeginn von derzeit 7.15 Uhr weiter vorgezogen werden? Diese Fragen wurden am Mittwoch im Gemeinderat aufgeworfen. Bürgermeister Andreas Augustin sagte zu, die Anregungen zu prüfen. Anlass war der Kindergartenbedarfsplan. Es wurde eine Dynamik deutlich, die für die Verwaltung eine ständige Herausforderung bedeutet.

Dazu trägt auch bei, dass die Hardtgemeinde seit zwei Jahren bei Geburten wieder dreistellige Zahlen vorweisen kann. Zwischen dem 1. September 2015 und dem 31. August 2016 kamen 113 Kinder auf die Welt, in den darauffolgenden zwölf Monaten waren es 118.

Diese Steigerungen seien eine "gute Entwicklung", freute sich Augustin, auch wenn sie die Kommune vor Probleme stelle. Hinzu kommt eine allgemein steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen, wie aus den Erläuterungen von Hauptamtsleiterin Sandra Hertweck zu schließen war. Einen Engpass gibt es den Ausführungen zufolge in der Alterstufe "U3", jünger als drei Jahre. Es fehlt Platz für acht Kinder. Hertweck teilte mit, dass deshalb in der "Villa Sonnenschein" an der Weisenburger Straße ein Lageraum zum Gruppenraum umgebaut wird. Gleichzeitig seien Anpassungen der Toiletten erforderlich. Die Arbeiten sollen im Sommer durchgeführt werden, die acht Plätze im Herbst bereitstehen. Eine genauso große Not gibt es für Kinder über drei Jahre (Ü3). Bei der vor wenigen Tagen erfolgten Belegungsplanung für das kommende Kindergartenjahr habe man acht Anmeldungen nicht zuteilen können. Man bemühe sich, kurzfristig eine Lösung zu finden, sagte Hertweck.

Wie sie außerdem bekanntgab, kann die im Kindergarten St. Thomas in Würmersheim vorgesehene Ganztagsbetreuung im September beginnen. Der Personalmangel, der eine frühere Eröffnung vereitelt habe, sei behoben. Auf die Frage von Rolf Enderle (BuG) wie man den zunehmenden Bedarf im Ü3-Bereich mittelfristig erfüllen wolle, erklärte Augustin, dass wohl etwas für drei bis vier Gruppen gebaut werden müsse.

In einer Ratssitzung im Dezember hatte der Bürgermeister einen Kindergartenneubau nördlich der Würmersheimer Grundschule als Zukunftsprojekt propagiert. Hingegen steht eine Erweiterung der "Villa Kunterbunt" in der Schwarzwaldstraße, die damals als kurzfristige Maßnahme angekündigt worden war, nicht mehr zur Debatte. Enderle schlug vor, über einen Waldkindergarten nachzudenken. Augustin zeigte sich offen. In der Verwaltung habe man diese Form schon erwogen. Er erinnerte daran, dass es in der "Villa Kunterbunt" jede Woche einen Waldtag gebe.

Augustin hielt die Forsthütte am Triftweg für einen eigenständigen Waldkindergarten gut geeignet. Andreas Badior (SPD) fand die Entfernung zum Ort zu groß, die Kinder müssten mit Autos befördert werden. Ein Standort im Heil- oder Oberwald sei dagegen gut zu Fuß erreichbar. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Machbarkeit eines Waldkindergartens zu prüfen.

Ralf Pinkinelli (BuG) brachte einen anderen Bedarf zur Geltung. Er hielt frühere Anfangszeiten für angebracht, um berufstätigen Müttern mit entsprechenden Arbeitszeiten entgegenzukommen, die oftmals keine familiäre Alternative hätten, um Kinder in Obhut zu geben. Augustin bestätigte, dass es diesbezüglich Anfragen für 6 Uhr gebe, einmal habe sich auch eine Mutter gemeldet, deren Arbeitsbeginn um 5.45 Uhr in Wörth gewesen sei. Sowohl Pinkinelli wie Augustin war klar, dass derart frühe Zeiten dem Wohl der Kinder nicht unbedingt zuträglich seien. Man sollte sich solche Angebote gut überlegen. Bedarf aber sei da, zeigte sich auch Josef Tritsch (SPD) überzeugt. Augustin sagte zu, das Anliegen zu prüfen. Es sei aber klar, dass es in den Schülerhorten fortgesetzt werden müsste.

Indessen konnte die geplante Einführung der verlängerten Öffnungszeit von 7.15 Uhr bis 15 Uhr in der "Villa Regenbogen" im Heilberg-Viertel zurückgezogen werden. Der Bedarf sei abgemeldet worden, hieß es.

Von Tritsch wurde noch eine auffällige Häufung von Schulbezirkswechseln aus dem Norden in andere Bereiche der Gemeinde thematisiert. Augustin wies darauf hin, dass die Freigabe bei der Umwandlung der Hardtschule in eine Gemeinschaftsschule Wille des Gemeinderats gewesen sei.

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