Mehr Geld für Sucht- und Drogenberater

Mehr Geld für Sucht- und Drogenberater

Rastatt (sl) - Der Landkreis Rastatt erhöht seine Ausgaben für die Sucht- und Drogenberatung. Das hat der Sozialausschuss des Kreistags einstimmig beschlossen. Zugleich berichtete der Leiter der Fachstelle Sucht im Landkreis Rastatt, Wolfgang Langer, von rund 5 000 Gesprächen mit Klienten, die die Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle bis zum Jahresende geführt haben werden. Das sind gut 100 mehr als im Vorjahr.

Langer berichtete dem Ausschuss, dass es tendenziell immer schwieriger werde, Menschen in Gruppen zu integrieren. Es entspreche wohl, sagte er, einem allgemeinen gesellschaftlichen Trend zu Vereinzelung, zu Bindungsstörungen, mehr Scham und Entsolidarisierung. Langer stellte eine zunehmend aggressivere Haltung und Werteverlust fest.

Bei rund der Hälfte der Leistungen, die die Suchtberatung 2018 bis jetzt erbrachte, war Alkoholmissbrauch die Hauptdiagnose. Das entspricht ziemlich genau dem Wert von 2017. Ein Drittel der Fälle entfällt auf illegale Drogen. Deutlich sei der Anstieg bei Cannabis. Es folgt Spielsucht mit sechs Prozent der Fälle. Eher eine untergeordnete Rolle spielen Medikamentenmissbrauch oder die Tabaksucht, hieß es in der Sitzung.

Die Zuständigkeit für Sucht- und Drogenberatung liegt seit 2004 bei den Stadt- und Landkreisen. Im Landkreis Rastatt wird sie vom Baden-Württembergischen Landesverband für Sucht und Rehabilitation (bwlv) wahrgenommen. Der Landkreis stockt seinen Beitrag sowohl für den bwlv auf als auch für das Projekt "Hart am Limit" (HaLT). HaLT wurde 2008 vom Landkreis eingerichtet. Ziele des des Projekts sind es, dem exzessiven Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen möglichst frühzeitig zu begegnen sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol auf kommunaler Ebene zu fördern (wir berichteten mehrfach).

Der bwlv erhält zur Wahrnehmung der Sucht- und Drogenberatung im Landkreis Rastatt einen um 16 700 Euro erhöhten Zuschuss in Höhe von insgesamt 376 000 Euro für das Jahr 2018, in Höhe von 386 900 Euro für 2019 und von 392 000 ab 2020. Das Projekt HaLT finanziert der Landkreis mit 17 400 Euro für 2018, mit 17 900 für 2019 und 18 100 Euro ab 2020. Der bwlv hatte den Mehrbedarf an Geld mit gestiegenen Personal- und Sachkosten unter anderem wegen Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst begründet. Das Projekt erhielt zuletzt 16 500 Euro im Jahr aus der Kreiskasse.

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