Bewährungsstrafe für Einbrecher

Bewährungsstrafe für Einbrecher

Rastatt (mo) - Wegen Wohnungseinbruchs, Diebstahls eines Autos und zweier Kfz-Kennzeichen sowie wegen Urkundenfälschung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Besitzes von Betäubungs- und Dopingmitteln hat gestern das Rastatter Schöffengericht einen 26-jährigen Kosovaren zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Nur unter Zurückstellung von Bedenken konnte die Strafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der 26-Jährige wurde angewiesen, den ihm in Aussicht gestellten Arbeitsplatz auch tatsächlich anzutreten. Sollte er dort weniger als 25 Stunden in der Woche arbeiten müssen, hat er noch weitere 200 gemeinnützige, unentgeltliche Arbeitsstunden zu verrichten. Der bestehende Haftbefehl wurde aufgehoben. Der 26-Jährige akzeptierte umgehend diesen vorweihnachtlichen Urteilsspruch.

Der Angeklagte hatte schon zu Verhandlungsbeginn ein umfassendes Geständnis abgelegt und verkürzte damit die Beweisaufnahme deutlich. Immerhin waren 14 Zeugen geladen worden. Er bestritt nur den Anklagepunkt, aus einem Baucontainer in Rastatt Werkzeug im Wert von 6 800 Euro gestohlen zu haben. Teile dieses Diebesguts waren allerdings bei ihm gefunden worden. Das will er jedoch günstig erworben haben, durchaus ahnend, dass es sich dabei um Hehlerware handeln könnte. Dieser Punkt der Anklage wurde dann auf Antrag des Staatsanwalts eingestellt.

Anfang Juni dieses Jahres war er in den frühen Morgenstunden durch ein offenes Fenster in ein Wohnhaus in Muggensturm eingestiegen. Dort ließ er neben zwei Laptops auch einen Fahrzeugschlüssel mitgehen. Dadurch gelang es ihm, in den vor dem Haus geparkten Pkw einzusteigen und wegzufahren. In der Folgezeit montierte er noch an zwei fremden Autos Kfz-Kennzeichen ab. Diese brachte er dann an dem gestohlenen Fahrzeug an, um dadurch die Herkunft des Fahrzeugs zu verschleiern. Außerdem wurden bei ihm später Marihuana und Dopingmittel sichergestellt.

Mit dem gestohlenen Wagen war er im Raum Karlsruhe/Offenburg noch einen Monat lang und ohne Führerschein unterwegs. Eine Tatsache, so die Vorsitzende Richterin Angelika Binder, die eine "deutlich kriminelle Energie" offenbarte.

Der Pkw konnte den Eigentümern wieder zurückgegeben werden, allerdings in einem "ganz übel" vermüllten und verschmutzten Zustand. Das habe Reparatur- und Reinigungskosten von 4 000 Euro verursacht. Nicht alles hatte die Versicherung erstattet. Deshalb erhielt der 26-Jährige noch die weitere Bewährungsauflage, als Entschädigung 1 000 Euro in vertretbaren monatlichen Raten zu bezahlen.

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