Bilanz alles andere als zauberhaft

Bilanz alles andere als zauberhaft

Von Daniel Melcher

Rastatt - Das Farbenspektakel an der Schlossfassade ist erloschen, die Pagodenzelte wurden gestern abgebaut: Die Rastatter Schlossweihnacht ist am Sonntagabend zu Ende gegangen, laut Veranstalter erneut mit einer enttäuschenden Bilanz. Die einzigartige Atmosphäre im Schlosshof mag für viele berauschend gewesen sein, bei so manchen Beteiligten war indes am Tag danach wohl eher Katerstimmung zu spüren. Denn: Die Schlossweihnacht hat nach Aussage von Organisatorin Sabine Franzreb "noch lange nicht" die Besucherzahlen erreicht, die man brauche und auch haben könne.



War die Premiere 2016 noch als gelungen bezeichnet worden, zog Franzreb bereits im vergangenen Jahr nach miesem Wetter eine bittere Bilanz. Jetzt, bei der dritten Auflage, ist der Tenor kaum ein besserer. Manch Händler sei trotz Verlusten im Vorjahr nochmals in Rastatt dabei gewesen - und wieder seien manche nicht auf ihre Kosten gekommen. "Zwei richtig gute" von insgesamt elf Tagen reichten eben nicht aus, so die Organisatorin.

Woran es liegen mag, das war für Franzreb gestern schwer zu beantworten. Vom Angebot her habe man alles getan, was möglich gewesen sei, "mehr geht von unserer Seite nicht". Fest stehe: Wenn die Umsätze nicht steigen, dann kommen die Händler - Kunsthandwerker und Gastronomen - eben nicht mehr. Auch in diesem Jahr machte das Wetter vor allem zu Beginn dem Ereignis einen Strich durch die Rechnung - gerade das erste Wochenende sei "katastrophal" gewesen, am Ende habe sich die Lage dann gebessert. Gleichwohl: Zu den bisherigen Konditionen, so Franzreb, könne sie das künftig nicht mehr stemmen. Wie es denn weitergehen kann, das soll nun Thema von Gesprächen mit der Stadtverwaltung sein. Verringerte Standgebühren wären zum Beispiel eine Erleichterung, führt die Organisatorin an.

Bisher hat die Stadt mit Zustimmung des Gemeinderats jeweils 40 000 Euro Subvention beziehungsweise Co-Finanzierung dieses "Sonderweihnachtsmarkts" in Rastatt zur Verfügung gestellt, der parallel zum traditionellen Budendorf auf dem Marktplatz zum doppelten "Weihnachtszauber" in den Schlosshof gelockt hat. Die Veranstalterin selbst bekommt davon "kein Geld", wie Franzreb im BT-Gespräch betont, sie sei stets auf eigenes Risiko hier gewesen. Das Geld wird nach städtischen Angaben "im Wesentlichen" für Infrastruktur (Strom, Wasser), Werbung und Sicherheitsdienste verwendet. Für zunächst drei Jahre genehmigt, ist die Co-Finanzierung nun abgelaufen. Erst Ende vergangener Woche hat OB Hans Jürgen Pütsch dafür plädiert, erneut eine solche Summe für den Zeitraum von zunächst drei Jahren zur Verfügung zu stellen - sofern das Land Baden-Württemberg als Schloss-Eigentümer und Sabine Franzreb als Organisatorin bereit sind, diesen Sonderweihnachtsmarkt fortzuführen. Der OB sah in der Schlossweihnacht eine Veranstaltung mit "wahnsinniger Strahlkraft".

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