1 000 Essen: "Wir sind

1 000 Essen: 'Wir sind

Rastatt (ema) - Das hätte sich Dietmar Pingel vor sieben Jahren auch nicht träumen lassen: "Wir sind förmlich überrannt worden", sagt der Geschäftsführer des evangelischen Kirchengemeindeamts über die starke Kundennachfrage in der Zentralküche in der Steinmetzstraße. An die 1 000 Essen werden hier täglich zubereitet und ausgefahren. Pingel: "Wir sind am Limit." Das heißt: Aus derzeitiger Perspektive kann die Kirche keine weiteren Einrichtungen beliefern. 20 Kindertagesstätten und Horte in Rastatt und Umgebung werden derzeit versorgt. Die jüngste kommunalpolitische Anregung, auch die Karl- und Gustav-Heinemann-Schule von der Kirchenküche beliefern zu lassen, hält Pingel unter den gegenwärtigen Umständen nicht für umsetzbar.

Mit 550 Essen war man im Jahr 2012 gestartet. Schon zwei Jahre später musste die Kirchengemeinde einen Anbau errichten. Und die Nachfrage stieg weiter. Grund ist laut Pingel ein klarer Trend: Ein Regelkindergartenplatz wird von Eltern immer weniger nachgefragt. Gewünscht wird viel mehr eine Betreuung von etwa 7 bis 14 Uhr - inklusive Mittagessen. "Für die Kinder und berufstätige Eltern bedeutet das meist weniger Stress", weiß der Amtsleiter.

In der Zentralküche mit ihren zwölf Mitarbeitern, zwölf Fahrern sowie einem Fuhrpark von sechs Autos legt man Wert auf Qualität und frische Zubereitung der Mahlzeiten. Räumlich muss man sich zur Decke strecken, weshalb bereits Überlegungen angestellt werden, zwei Räume in der ebenfalls im Gebäudekomplex untergebrachten ambulanten Pflegestation der Diakonie für die Küche zu nutzen. Zwar kann Pingel keine weiteren Kunden annehmen. Allerdings werden derzeit bestehende Einrichtungen in Rastatt erweitert, etwa die Kitas Friedrich Oberlin und Stockhorn. Diesen zusätzlichen Bedarf werde man "ohne Wenn und Aber" abdecken, verspricht der Leiter des Kirchengemeindeamts.

Offen ist, ob langfristig auf dem Gelände ein Anbau möglich ist. "Die Küche ist einfach zu klein geplant worden", weiß Pingel. Allerdings war damals eben nicht absehbar, dass die Karl- und Gustav-Heinemann-Schule irgendwann nicht mehr vom Pflegeheim Martha-Jäger-Haus versorgt werden, das die Stadt Rastatt zum Jahreswechsel ans Klinikum Mittelbaden übergeben hatte. Nachdem jüngst Kritik laut geworden war, dass die beiden Gemeinschaftsschulen vorerst von einer Firma aus Westfalen mit Mittagessen beliefert werden, will sich die Verwaltung nun um eine regionale Lösung kümmern.

zurück
1