Landwirt von heute muss auf moderne Technik setzen

Landwirt von heute muss auf moderne Technik setzen

Rastatt (ar) - "Warum werden Spargel und Erdbeeren unter Folie angebaut?" - "Wann beginnt für einen Landwirt die Arbeitszeit?" - "Welche Maschine steht dort im Eck?" Viele Fragen wurden den Landwirtsfamilien aus Durmersheim, Iffezheim und Muggensturm gestern gestellt. Auf alle Fragen erhielten die interessierten Besucher Antworten, denn im Rahmen der Landesinitiative "Gläserne Produktion" hatten sie ihre Tore geöffnet und zeigten, wie und wo gesunde Lebensmittel produziert werden.

"Landwirtschaft heute hat nichts mehr mit dem idyllischen Denken zu tun; es ist nicht mehr der Bauer mit dem kleinen Traktor", erklärte Walter Drützler vom Aulachhof in Muggensturm den rund 20 Radlern, die sich bereits am Vormittag mit Tourenleiter Uli Eilmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club vom Rastatter Bahnhof aus auf die 50 Kilometer lange Hofladen-Tour gemacht haben. Vom Huber-Hof in Iffezheim ging es nach Durmersheim zum Enderle Erdbeerland, den Erdbeerplantagen von Helmut Koffler und der Gehrer Spargelwelt. Zum Abschluss der Tour wurden sie durch den Betrieb von Angelika Drützler und ihrer Familie geführt, erfuhren etwas über die Geschichte des Hofes, der sich seit 1990 an den Tagen der offenen Tür beteiligt, und lernten etwas über Ackerbau, Pferde- sowie Mutterkuh-Haltung und die Zubereitung von Spanferkeln.

"Wenn Sie mit dem Rad unterwegs sind und ein Traktor auf dem landwirtschaftlichen Weg fährt, denken Sie daran, der fährt nicht zum Spaß da, der produziert Lebensmittel für uns", sensibilisierte Walter Drützler die Besucher. Er führte sie in die Maschinenhalle und zeigte ihnen die Ziegen, deren Milch für die Enkelkinder benutzt wird. Im Stall lernten die Besucher die Rinderrassen Highlander und Hinterwälder kennen. Sie erfuhren aber auch, dass moderne Landwirtschaft heute auch auf innovative Methoden, nachhaltige Bewirtschaftung und Umweltschutz setzt. So werden auf dem Aulachhof die durch Landschaftspflege selbst produzierten Hackschnitzel in der eigenen Hackschnitzelanlage verwertet.

Auch auf den anderen Höfen wurde über moderne Technik informiert. Joachim Huber zeigte den Besuchern die im vergangenen Jahr gekaufte automatische Wasch- und Sortieranlage, mit der die morgens frisch geernteten Spargel geschnitten, gewaschen und nach Länge, Dicke, Krümmung sowie Färbung sortiert werden. Während der Landwirt, der seinen Beruf mit Herzblut ausübt, die Besucher durch den Betrieb führte, teilten Mitarbeiterinnen die vom Feld hereingefahrenen Erdbeeren, die in kleine und große sortiert und abgewogen in Schälchen gefüllt wurden.

Die landwirtschaftlichen Betriebe waren aber auch Station für viele Ausflügler, die es genossen, in den Betrieben frische Produkte wie Erdbeeren, Spargel, Frühkartoffel oder Kohlrabi einkaufen oder direkt vor Ort essen zu können. "Bei euch da unten am Rhein ist es einfach schön", sagte Wolfgang Oesterle, der aus Königsbach bei Pforzheim die Hofläden im nördlichen Landkreis kennenlernen wollte.

zurück
1