Widerstand gegen

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Rastatt (ema) - Im Rastatter Industriegebiet formiert sich Widerstand gegen die geplante Einrichtung eines Bordells. Das Pikante: Das Etablissement soll direkt neben einer Schule entstehen. Die Stadtverwaltung sieht bislang keine Veranlassung, das Vorhaben zu unterbinden.

Das Bordell soll demnach in den Räumen des ehemaligen Fahrradhandels Haak im Steingerüst entstehen. Die dortige Lagerhalle war im vergangenen Juli in die Schlagzeilen geraten, als ein Brand einen Großeinsatz der Feuerwehr auslöste. Die Polizei schätzte den Schaden auf mehrere Hunderttausend Euro. Die Feuerwehr stemmte sich mit zehn Fahrzeugen und 61 Mann, darunter 29 Atemschutzgeräteträger, gegen die Flammen, die auf das benachbarte Wohnhaus überzugreifen drohten.

Im Rastatter Rathaus bestätigte man dem BT, dass die Verwaltung auf Anfrage des Eigentümers einen Bauvorbescheid erteilt habe. Das beantragte Vorhaben liege in einem planungsrechtlich ausgewiesenen Gewerbegebiet. Deshalb sei der Betrieb eines Bordells als Gewerbe zulässig.

Ob diese Einschätzung am Ende Bestand hat, wird nun das Regierungspräsidium Karlsruhe zu entscheiden haben. Denn Anwohner haben Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt.

Im Rathaus betont man, dass der Behandlung der Bauvoranfrage zunächst nur eine Teilprüfung zugrunde liege. Dem Bordellbetrieb werde man Auflagen erteilen mit Rücksicht auf die Umgebungsbebauung, etwa was Öffnungszeiten und Werbung angeht.

Kein K.-o.-Kriterium war bislang die Tatsache, dass direkt neben dem Gebäude die Heinz-von-Förster-Schule ihren Standort hat. Bei der Einrichtung handelt es sich um eine Schule für Erziehungshilfe, die von der Baden-Badener Ohlebusch-Gruppe betrieben wird.

Nach Angaben der Stadtverwaltung sind in Rastatt derzeit noch fünf Bordelle gemeldet; wobei eins davon Ende dieses Monats schließe. Die Etablissements müssen in Rastatt Vergnügungssteuer zahlen ebenso wie die Betreiber von Glücksspielautomaten. Doch während das Landesglücksspielgesetz vorschreibt, dass der Abstand eines Casinos zu einer Kinder- und Jugendeinrichtung mindestens 500 Meter betragen muss, gilt für Bordelle eine derartige Bannmeile nicht.

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