Ötigheim sammelt Pluspunkte

Ötigheim sammelt Pluspunkte

Ötigheim (as) - Ein Ökokontokonzept mit 70 möglichen Maßnahmen hat der Gemeinderat Ötigheim am Dienstagabend einstimmig abgesegnet. Rund 1,4 Millionen Ökopunkte könnte die Gemeinde dadurch sammeln - Punkte, die vor allem als naturschutzrechtlicher Ausgleich für die Planung künftiger Neubaugebiete oder Gewerbeflächen benötigt werden.

Wenn Gemeinden beispielsweise neue Baugebiete ausweisen wollen, müssen sie im Gegenzug Ausgleichsflächen vorweisen können, auf denen Naturschutzmaßnahmen umgesetzt wurden oder werden. Das regelt Paragraf 16 des Bundesnaturschutzgesetzes, das 2010 entsprechend geändert wurde. Seitdem können Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auch gezielt auf einem Ökokonto bevorratet werden. Die Eingriffs-/Ausgleichsbilanz in der Natur wird von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt überwacht. Diese muss dem Ötigheimer Ökokontokonzept noch zustimmen, hieß es in der Sitzung.



Schon vor drei Jahren wurde ein Büro beauftragt, ein entsprechendes Konzept für das Telldorf zu erarbeiten. Das langwierige Verfahren erklärt sich unter anderem dadurch, dass zunächst für alle gemeindeeigenen Grundstücke die aktuelle Nutzung und der Biotoptyp definiert werden mussten. Die weitgehende Schonung der Landwirtschaft und eine räumliche Konzentration der Maßnahmen sowie ein güns tiges Kosten-Nutzen-Verhältnis waren Voraussetzungen.



Vorrangig sollen in Ötigheim zunächst 15 Waldrefugien auf insgesamt 22,8 Hektar Fläche im Strietwald, Heidacker/Bustel und Wertwald entstehen - Bereiche, in denen der Forst nicht mehr bewirtschaftet, sondern der Natur überlassen wird, erläuterte Andreas Kühn vom Büro für angewandte Geografie und Landschaftsplanung Rastatt (agIR). Diesem ersten Schritt, durch den der Gemeinde 900 000 Ökopunkte gutgeschrieben werden, stimmte das Gremium zu.



In der Flur wurden 53 Maßnahmen vorgeschlagen, um aktuelle Biotoptypen aufzuwerten. Ausgespart worden sind laut Sitzungsvorlage hochwertige Ackerflächen. Ein Schwerpunkt soll das Anlegen von neuen Streuobstwiesen sein, hieß es. Um Aufwand und Pflege zu reduzieren, werden hochstämmige Kirschsorten und Nussbäume empfohlen. Anstelle von Obst- seien auch Laubbäume wie Sommer- und Winterlinden denkbar. Des Weiteren nimmt die Gemeinde die Entsiegelung von nicht benötigten Straßen, Wegen und Plätzen in den Blick - ebenso wie das Anlegen von Alleen oder Baumreihen entlang von Straßen sowie von kleinen Tümpeln und Teichen.



"Wir haben nun ein Konzept und werden dem Gemeinderat jährlich zur Haushaltsberatung weitere Maßnahmen vorschlagen", erklärte Bürgermeister Frank Kiefer.

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