Um Menschen zusammenzubringen, braucht es mitunter nicht viel

Um Menschen zusammenzubringen, braucht es mitunter nicht viel

Rastatt/Seltz (ar) - Manchmal braucht es nicht viel, um Begegnungen zwischen Menschen zu ermöglichen. Am Rheinufer im Rastatter Riedort Plittersdorf reichte ein kühles Bier, selbst gebackener Kuchen, ein paar kulinarische Genüsse und eine Fähre, die den Rhein an diesem Sonntag nicht zur Grenze werden ließ. Zum vierten Mal hatte der Pamina-Rheinpark zu seinem Fest "Begegnungen und Mobilität am Rhein" eingeladen.



Vor neun Jahren hatten Tausende Menschen die neue Fähre "Saletio", die den Rastatter Stadtteil Plittersdorf mit dem französischen Nachbarn Seltz verbindet, auf beiden Seiten des Rheinufers gefeiert. Dies hatte die Verantwortlichen des Pamina-Rheinparks veranlasst, alle zwei Jahre zwei der vier Fährverbindungen innerhalb des Rheinparks in den Mittelpunkt eines Begegnungsfests zu stellen. Doch schon vor vier Jahren wurde beim Begegnungsfest in Plittersdorf Kritik an der Beteiligung auf deutscher Seite laut. In diesem Jahr hätte es kein kühles Bier für die vielen Hundert Radfahrer und Ausflügler gegeben, hätte der Plittersdorfer Fußballverein nicht am Sonntag sein traditionelles Sportfest an der Rheinpromenade gefeiert.

"Unser Termin für das Sportfest hat ganz gut in das Programm des Begegnungsfests gepasst", sagten Volker Unser und Roland Seiberling von der Verwaltung des FV Plittersdorf. Über 60 Mitglieder und Freunde waren den ganzen Tag über im Einsatz, um die Ausflügler zu bewirten. Zur Unterhaltungen hatten sie den DJ von der Alm alias Alexander Stetter mit ins Boot geholt. "Wir fahren gerne mit der Fähre über den Rhein und freuen uns, wenn ein Fest ist, denn hier gibt es richtige Gläser und Teller, bei uns im Elsass nur Plastikteller und Becher", erzählten die beiden Freunde Jean-Luc Meyer und Fernand Lengert aus Seltz. Ihre Frauen hatten es sich derweil auf einer Sitzbank am Ufer bequemgemacht und tranken Kaffee.

Viele Radler legten an der Fähranlegestelle eine Rast ein, und mancher ließ sich an den drei Ständen informieren. Beim Tourismusbüro Seltz-Lauterbourg gab es viele interessante Tipps für Ausflüge, und Korbmacher Robert Bord aus Mothern ließ die Besucher gerne über die Schulter schauen. Der 82-Jährige ist einer der letzten Korbflechter in den Rheinauen, der bereits mehr als 1 000 interessierten Kursbesuchern das Handwerk nahegebracht hat.

Neben ihm hatte der Imkerverein Seltz seinen Stand aufgebaut und zeigte eine alte Honigschleuder aus dem Jahr 1900. "Das ist heute ein sehr herzlicher Austausch, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass mehr Stände da sind", sagte Vereinsvorsitzender Christian Wollenschlaeger. Bedauert hat er, dass viele Seltzer Vereine sich am Begegnungsfest in Leimersheim beteiligt hatten.

Viel zu erkunden gab es für die vielen Tausend Besucher in Leimersheim im Norden des Pamina-Rheinparks bereits seit Samstag. Gut besucht waren die Ausstellung "Rheinschiffer" mit vielen Erzählungen und die Rheinführung, die Einblicke in das Leben am und mit dem Rhein vermittelte. "Auch in Gambsheim war viel los, dort wurde die neue Radbrücke feierlich eingeweiht", berichtete Pamina-Rheinpark-Geschäftsführer Claus Haberecht. Ausgebucht gewesen sei auch die von Rheinpark-Guide Peter Vogler geführte Wanderung in die uralten Rheinauen.

"Hier in Plittersdorf hätte ich mir mehr Engagement vonseiten der Stadt Rastatt gewünscht, denn immerhin ist hier die Keimzelle des Pamina-Rheinparks", betonte Haberecht. Vor mehr als 30 Jahren hatten der damalige Seltzer Bürgermeister Hugues Kraemer und der Rastatter Oberbürgermeister Franz Rothenbiller die ersten Kontakte aufgenommen, die 1998 zur Gründung des Pamina-Rheinparks geführt haben.

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