Flohmarkt direkt an der Haustür

Flohmarkt direkt an der Haustür

Von Helmut Heck

Elchesheim-Illingen - Eine glänzend weiße Bettpfanne gehörte zu den ersten Schnäppchen, die zwei kauflustige Damen beim Flohmarkt in Elchesheim-Illingen aufstöberten. Die flunderflache Blechschüssel könne man gut mit Blumen bepflanzen, war im Moment des Anblicks auch schon eine Verwendungsidee gefunden. Es war Freitag, ein paar Minuten nach 16 Uhr, in der Bernhard-Hoffmann-Straße.

Der erste Haustür-Flohmarkt in der Gemeinde hatte soeben begonnen. Eine der letzten Erwerbungen der Nachttopf-Käuferinnen war gut zwei Stunden später in der Friedenstraße eine Wasserpumpe mit algenreduzierendem UV-Licht für einen Gartenteich.

Die Shopping-Tour durchs Dorf schien sich gelohnt zu haben. Die gute Laune jedenfalls war den mit Berliner Zungenschlag parlierenden Frauen unterwegs nicht flöten gegangen. Die Flohmarkt-Premiere erzeugte jede Menge unterhaltsame Begegnungen solcherart. Bei sonnigem Spätsommerwetter wanderten viele Besucher kreuz und quer durch die Gemeinde, den Straßenplan mit Adressliste in der Hand, auf dem die Stationen verzeichnet waren. Mit einigen darin nicht verzeichneten Nachzüglern, die kurz entschlossen mitmachten, kamen rund 30 Verkaufsstellen zusammen. An etlichen davon waren mehrere Anbieter vereint, meistens Verwandte oder Freunde.

Etliche erstmals



als Verkäufer aktiv

Die Ausmaße der Warensortimente reichten von einer Kinderbuch-Bibliothek überschaubarer Größe über Hunderte von Teilen aus vollgepackten Keller- und Speicherräumen bis zur kompletten Haushaltsauflösung, von der Fuchspelzjacke bis zum kleinen Schwarzen, von Meißner Porzellan bis zum Schnellkochtopf. Ein Großteil der Teilnehmer, so ergab eine kleine Umfrage, war vorher noch nie als Flohmarktverkäufer aktiv. Man habe einfach die Gelegenheit ergriffen, sich mit seinem Krimskrams vor die eigene Haustür zu stellen.

Unter rund einem Dutzend Marktteilnehmern, bei dem unsere Zeitung nachfragte, gab es keine einzige unzufriedene Stimme. Selbst in Ecken, wie im Oosweg oder der Nepomukstraße, wo einzelne Stände allein auf weiter Flur waren, fielen die Reaktionen positiv aus. Es habe Spaß gemacht, die Besucherfrequenz und Erlöse seien in Ordnung gewesen.

Der Schwerpunkt des munteren Treibens lag in Elchesheim, Rosenstraße, Waldstraße. Aber auch im Hammen war einiges los. Die Veranstaltung habe dem Ort eine schöne Belebung beschert, hieß es allenthalben.

Für die Flohmarkt-Initiatorinnen aus der kommunalen Begegnungsstätte wurde aus einem Wagnis also ein "voller Erfolg". So lautete das spontane Fazit, das Mechthild Häusler angesichts des munteren Treibens stellvertretend für den vierköpfigen Organisationskreis zog. Gleichwohl wurde Verbesserungsbedarf erkannt. So wurde etwa eine zentrale Anlaufstelle für Ortsunkundige gewünscht, vielleicht mit Bewirtung verbunden. Manche fanden mit Blick auf Berufstätige einen Samstagnachmittag besser geeignet. Blickt man aufs Wetter am vergangenen Wochenende zurück, hatte das Organisationsteam einen Glückstreffer gelandet.

Gefeilt werden könnte noch an den Verkaufstechniken der einen oder anderen Flohmarkteleven. "Du brauchst aber lange, bis de nen Preis sagst", hatte die Bettpfannen-Interessentin den Vorbesitzer unter Verhandlungsdruck gesetzt, das Blechteil am langen Stiel gepackt und sich feixend damit auf den Hintern geklopft. "Ich hab ja auch noch nie einen Nachttopf verkauft", bat jener um Nachsicht. "Maximal fünf Euro", rief von hinten seine Verkaufsassistentin. Der Handel war perfekt. So tütet man Schnäppchen ein.

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