Tiefgarage könnte noch kniffelig werden

Tiefgarage könnte noch kniffelig werden

Rastatt (ema) - Schmucke Planung, Aufwertung einer Industriebrache und damit des Dörfels, attraktive Symbiose von Alt und Neu: Die Wohnbaupläne für das ehemalige Diana-Werk trafen im Gemeinderat fast durchweg auf Wohlwollen. Dass Gemeinderat und Verwaltung auf einen Bebauungsplan verzichten wollen, wurde am Ratstisch auch als Zeichen des Vertrauens in den Inves tor gewertet.

Wie berichtet, plant das Unternehmen Deutsche Baukultur als Eigentümer insgesamt 110 Wohnungen (davon 18 barrierefrei) - und zwar in der ehemaligen Fabrik und im früheren Verwaltungsgebäude (beide denkmalgeschützt) sowie in zwei Neubauten. Hinzu kommen 220 Fahrradabstellplätze sowie 143 Parkplätze - die meisten davon in einer zweigeschossigen Tiefgarage. Deren Bau "ist nicht ohne", wie Architekt Urban Knapp im Gemeinderat einräumte. Problem: Das Areal ist zum Teil unterkellert, das ehemalige Oosbett liegt unter der Erde und man rechnet mit Altlasten.

Der Gemeinderat will auf jeden Fall darauf pochen, dass der Investor an den angekündigten 1,3 Stellplätzen pro Wohnung festhält. Mit dem zustimmenden Beschluss verknüpfte der Gemeinderat die Bedingung, dass bei wesentlichen Änderungen des Vorhabens - der Bauantrag ist bereits eingereicht - das Kommunalparlament nochmals beteiligt wird.

Auf Missfallen stieß bei SPD-Fraktionschef Joachim Fischer, dass Menschen mit mittleren oder geringem Einkommen sich wohl kaum eine Wohnung in dem Quartier leisten könnten. Er regte an, dass die Stadt zehn Wohnungen kaufe und als öffentlich geförderten Wohnraum anbiete. Außerdem forderte Fischer die Verwaltung auf, mit dem angrenzenden Discounter Aldi Kontakt aufzunehmen, der seinen Parkplatz abends öffnen solle, um den Parkdruck im Dörfel zu mindern.

Bedenken von Volker Kek (AfD), dass Anrainer, etwa die Gaststätten Hopfenschlingel und Avocado, mit Beschränkungen durch das neue Wohngebiet zu rechnen hätten, wies Bürgermeister Arne Pfirrmann zurück. Themen wie Lärm werde man im üblichen, gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren abarbeiten.

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