BI zieht Lärmgutachten in Zweifel

BI zieht Lärmgutachten in Zweifel

Rastatt (ema /red) - Rückschlag für die Bürgerinitiative (BI) Lärmschutz Rastatt Münchfeld/Siedlung: Das Regierungspräsidium (RP) zweifelt auch nach Vorlage eines neuen Gutachtens an, dass betroffene Bewohner Anspruch auf Lärmschutz haben. Damit will sich die BI indes nicht abfinden.

Damit zieht sich der Kampf zweier Anwohner aus der Albert-Schweitzer- und Münchfeldstraße vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe weiter in die Länge. Wie berichtet, wollen die Kläger einen nachträglichen Lärmschutz im Zusammenhang mit Folgen der Ortsumfahrung Sandweier und des Baus der A 5-Anschlussstelle Rastatt-Süd durchsetzen.

In dem Verfahren hatte das Gericht ein neuerliches schalltechnisches Gutachten für die Wohnbebauung entlang der Badener Straße in die Wege geleitet, das nun vorliegt. Verkehrte Welt aus Sicht der BI: Denn während die Ergebnisse ("beachtliche Lärmzunahme") zeigten, dass gesundes Wohnen nicht mehr möglich sei, so der Verein, lehnt das RP nachträglichen Lärmschutz an der Badener Straße ab. In einer Mitteilung an das Verwaltungsgericht teile die Behörde mit, dass kein Anspruch auf Lärmschutz im Rahmen des Klageverfahrens der zwei Anwohner bestehe, da sie nicht direkt an der Bundesstraße wohnen. An der Münchfeldstraße und Albert-Schweitzer-Straße, in denen die Kläger wohnen, wurden keine baulichen Veränderungen im Zuge der Baumaßnahme B 3-neu Ortsumfahrung Sandweier vorgenommen. Somit bestehe kein Anspruch auf Lärmschutz. Dass die Baumaßnahme B 3 neu und der Autobahnanschluss Rastatt-Süd für die Verkehrszunahme auf der Badener Straße sorgen und dadurch die Anwohner unmittelbar betroffen sind, blendet das Regierungspräsidium zum Unverständnis der BI aus.

"Diese ablehnende Haltung des Regierungspräsidiums führt dazu, dass die Anwohner schon viel zu lange den gesundheitsgefährdenden Lärmpegeln ausgesetzt sind", schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Auch verkehrslenkende Maßnahmen werden abgelehnt unter Hinweis auf die Verkehrsbedeutung der Badener Straße. "Mobilität hat Vorrang vor Gesundheitsschutz der Anwohner", so das bittere Fazit der Bürgerinitiative.

Die Kläger wollen jetzt in einer Art Gegengutachten nochmal von einem Experten die Situation ihrer Anwesen analysieren lassen.

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