Wegweiserin im Dschungel der neuen Pflegeausbildung

Wegweiserin im Dschungel der neuen Pflegeausbildung

Rastatt (red) - Wer in Mittelbaden an der Ausbildung von Pflegekräften mitwirkt, steht vor organisatorischen Herausforderungen, denn 2020 tritt das neue Pflegeberufegesetz in Kraft, das die drei bisherigen Ausbildungen in den Bereichen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege vereint. Doch es naht Hilfe: Julia Wunsch ist Ansprechpartnerin der neuen Servicestelle für Pflegeberufe im Landratsamt Rastatt.

Einrichtungen der Pflegeausbildung nehmen künftig nicht nur eigene Lehrlinge auf und bilden sie aus, sondern auch "fremde". Das ist die wesentliche Neuerung der Reform. Die Planung dieser Praxiseinsätze will Julia Wunsch künftig koordinieren und außerdem Einsatzstellen für die verschiedenen Pflichtpraktika der Auszubildenden gewinnen. Sie hat Angewandte Gesundheitswissenschaften sowie Business Administration in der Ausrichtung Gesundheitsmanagement studiert und war zuvor im Klinikum Mittelbaden im Projektmanagement tätig, informiert das Landratsamt.

"Die ersten Kontakte waren sehr positiv. Es besteht ein großes Interesse an der bestmöglichen Umsetzung der neuen Pflegeausbildung in der Region Mittelbaden", berichtet Wunsch von einem guten Start. In den kommenden Wochen sind nun Gespräche mit den Einrichtungen geplant, um die Zahl der Einsatzstellen zu erhöhen und sich in die Einsatzplanung einzuarbeiten. Das Angebot richtet sich an alle Einrichtungen, die bei der Pflegeausbildung mitwirken wollen, unabhängig davon, ob sie selbst ausbilden oder nur Praxiseinsatzstellen anbieten möchten, macht Wunsch klar. Das Angebot gelte für alle, die sich ü ber die neu ausgerichtete Pflegeausbildung informieren möchten und Unterstützung benötigen.

Hochzufrieden wäre Julia Wunsch, wenn die Anzahl von 115 Auszubildenden auch im Jahr 2020 wieder erreicht wird: "Wir wissen aber auch, dass die Zahl deutlich gesteigert werden muss, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken."

Keine Zweifel hat Wunsch am Sinn der neuen generalistischen Ausbildung von Pflegekräften: "Es lohnt sich für alle Einrichtungen. Die Auszubildenden haben die Möglichkeit, Einblicke in die häusliche Pflege, in die Altenpflege, aber auch in die stationäre Versorgung im Krankenhaus sowie in die Kinderheilkunde und in die psychiatrische Versorgung zu erhalten. Dadurch können sie die Vielfalt der Pflege kennenlernen. Das war bisher so nicht möglich." Noch im Oktober und November starten Praxisanleiterkurse an zwei Schulen. Dadurch hätten die Einrichtungen die Möglichkeit, die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen, dass zehn Prozent der Ausbildungszeit qualifiziert angeleitet werden muss.

Finanziert wird die Ausbildung nahezu komplett durch einen Ausbildungsfonds, in den alle Pflegeeinrichtungen einzahlen. Bildet eine Einrichtung einen Azubi aus, bekommt sie hierfür eine Erstattung. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer nicht ausbildet, zahlt zwar ein, bekommt aber keine Erstattung aus dem Fonds. Wichtig ist, dass Einrichtungen auch Praxiseinsatzstellen für Azubis aus anderen Einrichtungen anbieten können.

Um alle Vorteile auszuschöpfen, muss laut Wunsch schon beim Abschluss der Ausbildungsverträge klar sein, in welchem Bereich und wann die Pflichteinsätze für die kompletten drei Jahre stattfinden: "Und genau an dieser Stelle setzt der Schwerpunkt meiner Arbeit an." Mit den Schulen wird ein Beschulungsplan abgestimmt und darauf folgt die Einsatzplanung in Absprachen mit den Einrichtungen.

Kontakt: Landratsamt Rastatt, Servicestelle Pflegeausbildung, Julia Wunsch, (0 72 22) 3 81 12 38 oder per E-Mail an j.wunsch@landkreis-rastatt.de.

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