Schlossweihnacht: Verwaltung geht solo

Schlossweihnacht: Verwaltung geht solo

Rastatt (ema) - Bei der vierten Auflage der Schlossweihnacht wird erstmals die Stadtverwaltung komplett alleine die Regie übernehmen. Die Veranstaltungsorganisatorin Sabine Franzreb, die in den vergangenen drei Jahren verantwortlich zeichnete, ist überraschend ausgestiegen.

Als der Gemeinderat im Februar ein Bekenntnis für die Schlossweihnacht über zwei weitere Jahre ablegte und für die Veranstaltung 60 000 statt wie bisher 40 000 Euro bewilligte, ging mit dem Beschluss einher, dass die Leitung auf die Verwaltung übergeht. Die Dienste von Sabine Franzreb sollten gleichwohl weiter in Anspruch genommen werden.

Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Die erfahrene Organisatorin sagte dem BT, dass sie Ende April das Handtuch geworfen habe. "Wir sind nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen", sagt Franzreb und deutet an, dass nach dem Weggang des früheren Wirtschaftsförderers Jonathan Berggötz eine Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing für sie nicht mehr infrage kam. "Mehrere Faktoren" hätten dazu geführt, dass sie sich zurückziehe. Details wolle sie nicht nennen. Jetzt wandert Franzreb nach Bruchsal ab, wo sie ab kommendem Jahr die dortige Schlossweihnacht organisiert. Über den Rückzieher zeigte man sich im Rathaus "überrascht", weil man die Zusammenarbeit bis dahin als konstruktiv gewertet habe.

Das Solo der Stadtverwaltung bei der Schlossweihnacht in Rastatt (5. bis 15. Dezember) soll das Angebot jedoch nicht schmälern, wie die städtische Pressestelle betont. Und: Man darf sich auf Neuerungen einstellen. Auf BT-Nachfrage heißt es aus dem Rathaus, dass 22 Beschicker in den Pagodenzelten ihre Angebote unterbreiten werden - nur einer darunter war auch im vergangenen Jahr dabei. Bestandteil des neuen Konzepts ist eine Aktionsfläche, auf der täglich eine Vorstellung geplant ist. Ferner soll eine Foto-Box die Schlossweihnacht bereichern. Ob ein Karussell in den Schlosshof einrücken kann, sei noch offen.

Die Schlossweihnacht erwies sich in den vergangenen drei Jahren zwar als Magnet, allerdings reichten die Zahlen nicht aus, dass Organisatoren und Beschicker auf ihre Kosten kamen.

Dass die Stadtverwaltung den Markt im Schlosshof nun komplett stemmt, überrascht ein wenig vor dem Hintergrund, dass sie zuletzt die Organisation des Krämermarkts an einen privaten Organisator abgab, weil man nicht ausreichend Personal habe und nicht über genügend Kontakte verfüge. Beide Veranstaltungen könne man jedoch nicht miteinander vergleichen, heißt es dazu von der Pressestelle. Kontakte in der Krämermarkt-Szene zu knüpfen sei schwieriger.

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