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In der Realität angekommen
Harte Begrüßung: Staufenbergs Kevin Schmeiser zeigt Gernsbachs Denis Ullrich (links), dass in der A-Klasse ein anderer Wind weht. Foto: F. Vetter
23.12.2017 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Die Freude war groß im Sommer dieses Jahres auf dem Walter-Rieck-Sportplatz in Gernsbach. Nach dem entscheidenden letzten Saison-Spiel, dem 7:3-Sieg gegen den FV Rauental, brachen beim FC Gernsbach alle Dämme - Bierduschen, Jubelgesänge und Rauchbomben inklusive. 25 lange, teils schmerzvolle Jahre Kreisliga B waren Geschichte, der Aufstieg in die A-Liga eingetütet. Doch ein halbes Jahr später sind die Murgtäler nun in der harten Realität angekommen: Tabellenplatz 14 mit 14 Punkten, lediglich zwei Punkte Vorsprung vor dem Rangletzten SV Mörsch II - Klassenkampf statt Kantersieg lautet mittlerweile das Motto.

Gleich im ersten Saisonspiel wurde der Truppe von Spielertrainer Jasmin Ibric aufgezeigt, dass eine Etage höher ein ganz anderer Wind weht. Ausgerechnet beim Titelkandidaten FV Ötigheim startete die Mission Klassenerhalt mit einer üblen 0:9-Packung. "Da mussten wir schon schlucken. Das war ziemlich peinlich, aber urlaubsbedingt wussten wir damals, dass es böse enden könnte", erinnert sich der FCG-Vorsitzende Thorsten Bach an den Ligastart im Telldorf. "Nach dieser Partie haben mir die Worte gefehlt", pflichtet ihm Ibric bei. "Da malt man sich schon das Schlimmste aus, wie die Saison laufen könnte."

Doch nach dem verpatzten Start, auch gegen Sandweier und in Steinmauern setzte es Niederlagen, sendete der FCG ausgerechnet im Stadt-Derby gegen den FC Obertsrot ein erstes Lebenszeichen in der neuen Liga. Mit 3:1 wurde der FCO niedergerungen. "Da haben die Spieler gesehen, dass sie mit den anderen Mannschaften mithalten können", meint Bach und verweist auch auf den überraschenden 1:0-Heimsieg gegen die Topmannschaft aus Iffezheim.

Nichtsdestotrotz habe das Team auch reichlich Lehrgeld gezahlt, so Bach weiter und zählt vermeidbare Punktverluste gegen Au am Rhein, Muggensturm und Plittersdorf auf. "Uns fehlt noch die Cleverness, ein enges Spiel auch mal für uns zu entscheiden. Und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor", nennt der Vorsitzende zwei Beispiele, wieso der FCG in den unteren Gefilden der Tabelle zu finden ist.

Zudem ist der Aufsteiger von einer gravierenden Auswärtsschwäche befallen. Bei sechs Spielen auf fremdem Geläuf sprang für den FCG lediglich ein mageres Pünktchen gegen den SV Au am Rhein heraus. Und womöglich ist die Ibric-Elf auch einen Tick zu brav im Klassenkampf. Während die anderen Rivalen um den Nichtabstieg - Niederbühl/Donau, Au am Rhein, Rastatt 04 - in der Fairness-Tabelle die hinteren Plätze belegen, tummelt sich der FCG dort in der "Spitzengruppe". Durchaus untypisch für ein Team, dass gegen den Abstieg spielt.

Ibric hofft auf "frühen Klassenerhalt"

Neue Liga, kleiner Kader, einige Verletzte - die Verantwortlichen im Murgtal rechneten bereits vor der Saison damit, lediglich um den Klassenerhalt zu kämpfen. "Alles andere wären Träumereien gewesen", sagt Bach. Wenngleich Spielertrainer Ibric mit der Hinrunde nicht zufrieden ist. "Wir hinken dem schlechten Saisonstart noch etwas hinterher. Vielleicht haben auch einige gedacht, dass es in der A-Liga genauso weitergeht wie in der B-Klasse. Doch eine Liga drüber heißt: Höheres Tempo, härtere Zweikämpfe, und jeder Fehler wird gnadenlos bestraft. Dass mussten meine Jungs erst am eigenen Leib spüren. Wir haben noch Luft nach oben", erklärt Ibric.

Einigkeit herrscht zwischen dem Vorsitzenden und seinem Trainer beim Ziel für die Rückrunde. "Wir wollen natürlich die Klasse halten. Doch mit dem dünnen Kader, den wir nun mal haben, kann es durchaus sein, dass wir bis zum Ende in der Verlosung bleiben", meint Bach. Ibric, der vor seinem Engagement bei den Murgtälern für den Ligakonkurrenten Au am Rhein auf Torejagd ging, hofft auf "einen frühzeitigen Klassenerhalt". Wichtig sei es, "gut zu starten" - etwa mit Siegen im Nachholspiel am 4. März gegen Niederbühl/Donau und im Heimspiel gegen Steinmauern eine Woche später. Ansonsten drohe "ein dramatisches Saisonfinale. Und das wollen wir unter allen Umständen vermeiden", so Ibric.

Schließlich soll es nach 25 Jahren "Bauernliga" nicht nur ein einjähriges Gastspiel in der A-Klasse bleiben.

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