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Kreativen Tiefpunkt zum unpassendsten Zeitpunkt erreicht
09.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Michael Ihringer

Seine Miene ähnelte sehr jenen Verlierern, die nach dem letzten Spieltag alles verspielt haben, sprich gerade abgestiegen sind. Nur geweint wurde nicht. Noch nicht. Als Freiburgs Robin Koch nach der fatalen 0:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg den Canossagang vom Rasen zur Journalistenmeute im Kabinentrakt beendet hatte, fiel ihm neben den brancheüblichen Durchhalteparolen ("Wir müssen dieses Spiel schnell aus den Köpfen kriegen") nicht viel Ermutigendes ein, warum die Südbadener in fünf Wochen nicht wieder das gleiche Schicksal ereilt wie vor drei Jahren beim finalen Abstiegsdrama in Hannover.

Die Parallelen sind durchaus frappant: Auch damals gelang es dem Sport-Club nicht, den vorzeitigen Befreiungsschlag zu landen. Was diesmal erschwerend hinzukommt: In der entscheidenden Saisonphase fünf Spieltage vor Ultimo hat man spielerisch unpassenderweise den absoluten kreativen Tiefpunkt erreicht. Bei den Protagonisten klang das dann so: "Zwei Halbchancen sind natürlich zu wenig", seufzte Christian Günter. "Wir müssen zwingender vors Tor kommen und dann halt auch mal eins machen", beklagte Koch. "Der letzte Pass hat gefehlt", kritisierte Vincent Sierro. "Bis 30 Meter vor dem Tor war es okay, die Mannschaft war um Struktur bemüht, die Spieler rennen wie die Verrückten, finden aber keine spielerischen Lösungen", konstatierte auch Trainer Christian Streich betrübt.

Bei der schlechtesten Heimleistung im womöglich wichtigsten Saisonspiel versagten im Duell Not gegen Elend seine Schützlinge im sonnendurchfluteten Schwarzwaldstadion total. Fehlpässe ohne Ende, keine einzige der 19 Flanken, die im Gästestrafraum einen SC-Adressaten fand, nicht eine kreative Idee, um den kompakten Wolfsburger Abwehrwall aus den Angeln zu heben, die einst ausgeprägte Stärke bei Standardsituationen nicht mehr existent, keine gelungene Soloaktion - und selbst Lebensversicherung Nils Petersen, dem auf wundersame Weise vom DFB-Bundesgericht doch noch "Freigang" im Strafraum gewährt wurde, konnte sich gegen die beiden jungen deutschen Innenverteidiger Knoche und Jäckel nicht einmal durchsetzen. Sogar die vergleichsweise leichte Übung vom Elfmeterpunkt missriet ihm in der Nachspielzeit völlig.

Dabei waren die spielerisch ebenso mausgrauen "Wölfe" keinen Deut besser, doch die frühe Schlafmützigkeit der SC-Abwehr, als der technisch begabte Daniel Didavi zentral aus 20 Metern unbedrängt Maß nehmen durfte (2.), war der Anfang vom Ende für die zusehends verkrampfenden Gastgeber. Erneut Didavi nach schöner Vorarbeit von Origi (83.) besiegelte die dritte Freiburger Heimpleite in Serie.

Noch am Freitag konnte Didavi ("Fußball ist so einfach, Fußball ist aber auch so kompliziert") wegen Problemen an den Adduktoren gar nicht trainieren. "Diesen wichtigen Sieg haben wir in unserer Situation gebraucht", frohlockte Bruno Labbadia, für den es im sechsten Anlauf als VfL-Feuerwehrmann der erste Sieg war. Trotz Sympathiebekundungen für den Sport-Club vergaß er vor dem Abschied nicht zu erwähnen: "Freiburg ist im Abstiegskampf nun dazugekommen."

Angesichts dieses desolaten Auftritts wäre es nach den nun folgenden weiteren "Endspielen" in Mainz und Hamburg sowie zu Hause gegen Köln mittlerweile kein Wunder mehr, wenn für den SC selbst der Relegationsplatz in höchste Gefahr geriete. Der diesmal handzahme Christian Streich: "Es ist, glaube ich, die schwerste Saison, die ich hier erlebe." Die Erinnerung an Hannover macht nicht gerade Mut.

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