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Am Ende tanzen alle
'Ich höre mit einem Erfolgserlebnis auf und bin absolut zufrieden damit': Meister-Spielmacher Daniel Grimm (am Ball) nach seinem letzten Heimspiel für seinen TVS.  Foto: F. Vetter
30.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Die Spieler des SV Remshalden tanzten nach dem Schlusspfiff durch die Sandweierer Rheintalhalle. Kein Wunder, schließlich hatten die Gäste durch das 32:32 gerade einigermaßen überraschend einen Punkt beim Meister der Handball-Oberliga geholt, ein ganz wichtiger Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Der TVS Baden-Baden brauchte eine Weile, um das Remis in buchstäblicher letzter Sekunde zu verdauen, erinnerte sich dann aber doch daran, wie überaus erfolgreich die Saison verlaufen ist, und stimmte in den Ringelreigen mit ein. Nach der Übergabe des offiziellen Meisterwimpels nahm die Meisterparty Teil zwei dann ihren Lauf.

Zugegeben, der sportliche Wert des letzten Heimspiels hielt sich aus Sandweierer Sicht in engen Grenzen. Unter der Woche wurde ausgiebiger gefeiert als trainiert. Dafür wurde es vor dem Anwurf der Partie hochgradig emotional: Niklas Jolibois (Praktikum in New York), Franz Henke (beruflich bedingte Pause) und Daniel Grimm (Karriereende) wurden vom Mannschaftsverantwortlichen Simon Riedinger verabschiedet. Gerade die Eigengewächse Grimm und Henke sind unzertrennlich mit dem Sandweierer Höhenflug in den vergangenen Jahren verbunden. "Für mich ist es der perfekte Zeitpunkt: Ich höre mit einem Erfolgserlebnis auf und bin absolut zufrieden damit", sagte Meister-Spielmacher Grimm, den in Sandweier alle nur den "Roten" nennen.

Diesen Spitznamen hätte auch Franz Henke am Samstag verdient gehabt, denn in seinem vorerst letzten Spiel für seinen TVS verabschiedete sich der Kapitän mit einem rüden Foul und samt Roter Karte vier Minuten vor dem Ende in die Kabine. Als "bissel blöd" bezeichnete er die Aktion selbst, dennoch kann er sich insgesamt "keinen schöneren Abgang vorstellen". Meisterschaft und Drittligaaufstieg "sind der absolute Wahnsinn. Insofern überwiegt derzeit noch die Freude, aber ich glaube schon, dass irgendwann auch das weinende Auge dazukommt", tat Henke kund, der seit seinem sechsten Lebensjahr das grün-weiße Trikot trägt und am Samstag von Patenonkel Marc Marshall beklatscht wurde.

Für Applaus in sportlicher Hinsicht gab es über weite Strecken kaum Anlass. Ungewohnt viele Fehler prägten das TVS-Spiel, zudem machte den Hausherren die harte Gangart der Gästeabwehr zu schaffen. In den ersten Minuten entwickelte sich ein Tempogegenstoß-Festival, bei dem Remshalden durchaus mithalten konnte (4:4/9. und 6:6/13.). Zwischendurch ließen die Mittelbadener - vor allem Christian Fritz und Jonas Schuster - ihr Können aufblitzen und zogen immer wieder leicht davon (17:13/27.), doch insgesamt fehlte die Konstanz. Nach der Pause (17:14) entwickelten sich Remshalden sowie das Schiedsrichtergespann Philip Jung Tobias Schmack immer mehr zu Partycrashern: Die Gäste ließen sich trotz 21:25-Rückstands (46.) nicht abschütteln, sondern kämpften sich sukzessive heran - woran das Drittligagespann mit der unverhältnismäßigen Verteilung von Zeitstrafen erheblichen Anteil hatte. In doppelter Überzahl kam der SVR auf 30:29 heran (56.), anderthalb Minuten vor Schluss gelang gar das 31:31 - erneut gegen dezimierte Hausherren. Fritz behielt zwar vom Siebenmeterpunkt die Nerven (32:31), doch im Gegenzug markierte Carten Röhrle das umjubelte Remis. Getanzt wurde am Ende aber auf beiden Seiten.

TVS Baden-Baden: Hafner, Horn - Fritz 11/4, Schuster 7, J. Henke 4, Grimm, Koch je 3, Seiter 2, F. Henke, Jolibois je 1, Wichmann, Unser.

SV Remshalden: Klemm, Mühleisen - Rascher 8/5, Klein, Holczer, Gries, Hartenstein, Röhrle je 4, M. Pesch, Knück je 2, Eckstein, Schwarz, Schweikhardt, N. Pesch.

Schiedsrichter: Philip Jung/Tobias Schmack (Wolfschlugen) - Zuschauer: 600 - Zeitstrafen: 5/1.

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