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Schwacher Trost in Wolken der Trauer
Der erste Streich: Lucas Grünbacher (rechts) erzielt im Kellerduell gegen Singen das erlösende 1:0 und legt dann noch zwei Treffer nach. Foto: F. Vetter
30.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Hucky Krämer

Vor dem Anpfiff des Abstiegsgipfel zwischen dem SV 08 Kuppenheim und dem FC Singen 04 machte sich im Wörtel Trauer breit. Trauer über den plötzlichen Tod des ehemaligen Spielers und Trainers Harald Heck, der am Freitagabend im Alter von nur 63 Jahren einem Herzinfarkt erlegen war. Am Mittwoch noch hatte Heck seinem Freund Almir Karamehmedovic telefonisch zu dessen 46. Geburtstag gratuliert. Der Sportdirektor des SV 08 kämpfte am Samstag nicht nur mit seinen Jungs um den Klassenerhalt, sondern auch mit seinen Tränen. Selbst der 5:3 (4:0)-Pflichtsieg, mit dem sich die Kuppenheimer im Abstiegskampf der Verbandsliga etwas Luft verschafften, war da nur ein schwacher Trost in Wolken der Trauer.

Dafür war er umso wichtiger, denn jetzt steht der SV 08 drei Punkte überm Strich. Glanzvoll war aber nur die erste Halbzeit, in der die Kuppenheimer den erschreckend schwachen FC Singen 04 förmlich überrollten (4:0). Was sie dann aber in der zweiten Halbzeit (1:3) ablieferten, war grob fahrlässig und hätte durchaus ins Auge gehen können. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", machte Kuppenheims Trainer Matthias Frieböse nach dem Abpfiff gute Miene zum bösen Spiel in Hälfte zwei, nahm aber die fest eingeplanten drei Punkte dankbar an. "Das war ein Spiegelbild der bisherigen Saison. In der ersten Halbzeit haben wir unterirdisch agiert, nach der Pause dann endlich gezeigt, dass wir Fußball spielen wollen und können", haderte Singens Co-Trainer Axel Storz - sein Chef Wolfgang Stolpa war als Torwarttrainer mit dem Schweizer Zweitligisten FC Schaffhausen unterwegs - nach der Niederlage, die den FC 04 noch tiefer im Abstiegssumpf versinken lässt.

Die für beide Traditionsklubs richtungsweisende Partie begann mit einer Gedenkminute für den Fußball lebenden Harald Heck. Danach machte der SV 08 gleich Druck. Kuppenheims spielerisches Motto: Kompakt, anlaufen, sprinten, pressen, umschalten. Schon nach sechs Minuten hatte der wieselflinke Simon Götz das 1:0 auf dem Fuß, doch sein Drehschuss verfehlte knapp das Ziel. Wie aus heiteren Himmel stand dann der Singener Abbas Karaki nach einem Freistoß völlig frei, doch sein Schüsschen landete genau in den Armen von 08-Torhüter Nikolai Gogol. Fast im Gegenzug erzielte Lucas Grünbacher nach schöner Vorarbeit von Okan Eren und Armin Karamehmedovic das erlösende 1:0 (12.). Die Kuppenheimer gaben weiter Gas und stürzten die mehr als behäbig wirkende Singener Abwehr von einer Verlegenheit in die andere. Nach einer tollen Götz-Flanke konnte 04-Kapitän Christian Jeske den glockenfreien Karamehmedovic nur mit einem Schubser stoppen - Foulelfmeter (28.). Yannis Otto nahm das Geschenk dankbar an und erhöhte auf 2:0. Torhüter Sauter lag zwar in der richtigen Ecke, flog jedoch vergeblich.

Dann der große Auftritt von Flügelflitzer Götz: An der Torauslinie tanzte er den hoffnungslos überforderten Ante Terzic aus, passte flach in die Mitte zu Karamehmedovic, der nur noch den Fuß hinzuhalten hatte - 3:0 (34.). Auch am vierten Treffer war "Kara" maßgeblich beteiligt. Sein gekonntes Zuspiel veredelte Grünbacher mit dem 4:0 (42.). Das Kellerduell gegen die desolaten Gäste mutierte vor der Pause zum 08-Trainingsspiel.

Über die zweite Halbzeit des SV 08 decken wir lieber den Mantel der Nächstenliebe. Nur gut, dass Grünbacher unmittelbar nach dem Singener 4:2 (66.) - Karaki donnerte nach einer Ecke den Ball volley in Richtung Torwinkel, Götz Rettungsversuch mit dem Kopf kam zu spät; sechs Minuten zuvor war Enrique-Leon Barisic der erste Singener Treffer gelungen - verkürzt hatte, mit seinem dritten Treffer zum 5:2 (68.) alles klar machte. Das 5:3 durch den agilen Jeton Spahija fast mit dem Abpfiff hatte nur noch statischen Wert.

Fazit: Der SV 08 ist nach einer richtig guten ersten Halbzeit mit einem blauen Auge davon gekommen. Am Tag der Arbeit in Lahr kann er sich allerdings eine derart schwache zweite Hälfte nicht leisten. "Vielleicht war das ein Warnschuss zur rechten Zeit. Nur mit 95 Prozent kommen wir selbst gegen einen Gegner, der eigentlich schon am Boden lag, in ernsthafte Schwierigkeiten", hob Frieböse schon am Samstag mahnend den Finger.

SV 08 Kuppenheim: Gogol - Otto (56. Tasli), Kolasinac (73. Sür), Karadogan, Stanic - Peter, Saddedine - Eren (46. Radke), Armin Karamehmedovic (64. Balzer), Götz - Grünbacher.

FC Singen 04: Sauter - Körner (68. Fetscher), Terzic (46. Gass), Jeske, Ferrone - Barisic, Mottola - Karaki, Kohli, Keller (78. Alataki) - Spahija.

Schiedsrichter: Jakob Paßlick (Gengenbach) - Zuschauer: 200 - Tore: 1:0 Grünbacher (12.), 2:0 Otto (28., FE), 3:0 Karamehmedovic (34.), 4:0 Grünbacher (42.), 4:1 Barisic (60.), 4:2 Karaki (66.), 5:2 Grünbacher (68.), 53 Spahija (90.) - Beste Spieler: Götz, Grünbacher, Karamehmedovic - Kohli, Spahija.

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