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Angekommen im letzten Höh enlager
Noch nichts erreicht - und dennoch gefeiert von den Fans: Marcel Mehlem nach dem 2:0 in Aalen.  Foto: GES
07.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Frank Ketterer

Ein Bierchen werde es auf der Heimfahrt wohl geben, sagte Alois Schwartz, vielleicht sind es sogar zwei oder drei geworden. Viel mehr Gehopftes wollte der Trainer des Karlsruher SC aber nicht gestatten. "Wir werden jetzt nicht groß feiern", gab er stattdessen bekannt. Den Grund für diese Art von Spaßbremse nannte wiederum Marcel Mehlem. "Wir sollten auf dem Boden bleiben. Noch haben wir nichts erreicht", stellte der Dauerrenner aus dem KSC-Mittelfeld fest.

Das war einerseits eine ziemlich strenge Zustandsbeschreibung. Andererseits traf sie auch ziemlich genau ins Schwarze: Der 2:0-Sieg der Badener beim VfR Aalen war zwar schön und gut, schon weil er im Zusammenspiel mit dem zeitgleichen 3:1-Sieg des SC Paderborn gegen den SV Wehen-Wiesbaden Tabellenplatz drei und somit zwei Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Drittletzten sicherte - und zwar endgültig. Mehr aber war er letzten Endes nicht. Wäre der KSC ein Bergsteiger, man könnte sagen, er hat das letzte Höhenlager erreicht, am Ziel, also auf dem Gipfel, angekommen, ist er freilich noch nicht.

Der Aufstieg liegt also nach wie vor noch vor dem Team aus der Fächerstadt. Indes: Allein es trotz all der Unbilden zu Saisonbeginn bis hierher geschafft zu haben, darf als Erfolg gewertet werden. Zur Erinnerung: Nach den ersten fünf Spieltagen, der Trainer zu jener Zeit hieß Marc-Patrik Meister, dümpelte der KSC mit fünf Punkten auf Rang 15. Nicht wenige sahen den Zug in Richtung Liga zwei da schon abgefahren. Unter Nachfolger Alois Schwartz holten die Blau-Weißen dann 64 Zähler in bislang 32 Spielen, in 21 davon blieben sie ohne Gegentor, nur noch eine Niederlage überhaupt ließen sie zu.

"Die Mannschaft kann auf das, was sie bis heute abgeliefert hat, stolz sein", sparte Schwartz auf der Alb denn auch nicht mit Lob. "Außergewöhnlich", nannte er die imposante Serie später. Und doch machte auch er klar, dass die Chose noch nicht zu Ende ist. "Bis dato haben wir eine gute Runde gespielt. Mit dem Sieg heute ist es eine sehr gute geworden. Jetzt können wir eine herausragende Saison daraus machen", stellte Schwartz fest.

In Aalen führte die Mannschaft vor, warum dem mittlerweile so ist. Die Defensive, mit nur 26 Gegentreffern die mit Abstand beste der Liga, ist nur schwer zu knacken. Am Samstag gestattete sie dem Gegner in 90 Minuten gerade Mal eine richtige Chance, die Sebastian Vasiliadis nach 20 Minuten aus zwei Metern gegen die Latte donnerte. Im Mittelfeld lassen in Marcel Mehlem und Florent Muslija zwei hochbegabte Jungspunde Ball und Gegner laufen, zumindest an guten Tagen. Auch die Offensive hat im letzten Saisondrittel enorm zugelegt, die 17 Saisontreffer von Fabian Schleusener sind dafür ebenso Beweis wie am Samstag der Treffer von Marvin Pourié, der später verletzt vom Platz humpelte, zum frühen 1:0 (9. Minute) nach einem lehrbuchreifen Freistoß von Marvin Wanitzek.

Warten auf Tore

aus Paderborn

"Das hat uns in die Karten gespielt und Aachen den Stöpsel gezogen", sagte später Innenverteidiger David Pisot über die frühe Führung. "Vielleicht hätten wir danach noch konsequenter aufs zweite Tor spielen können", warf Rechtsverteidiger Marco Thiede zumindest einen Hauch von Kritik ein. Weil dieses zumindest in Halbzeit eins nicht fallen wollte, habe die Parole in der Pause gelautet: "Ruhig bleiben. Wir machen das 2:0 schon noch." Zehn Minuten nach Wiederanpfiff war aus der Parole Tatsache geworden. Wanitzek trat diesmal eine Ecke von rechts, Innenverteidiger Daniel Gordon schädelte sie zum 2:0 ein. Die Selbstverständlichkeit, mit der das geschah, war durchaus beeindruckend.

Zumindest in der schmucken Ostalb-Arena war die Partie damit gelaufen. Der Rest hieß Warten - vor allem die rund 4000 mitgereisten KSC-Fans taten dies ebenso stimmungsvoll wie wohlgelaunt. Und beides, Stimmung wie Laune, sollte weiter steigen, die Zwischenergebnisse aus Paderborn zeichneten hierfür verantwortlich: Das 1:0 für den SC vermeldete die Anzeigentafel in der 64. Minute. 2:0, 2:1 sowie 3:1 folgten auf dem Fuß. Spätestens in Minute 88 gab es an der Wehener Niederlage und der damit verbundenen Relegationsteilnahme des KSC nichts mehr zu rütteln.

Marcel Mehlem bot das die günstige Gelegenheit, ein letztes Mal seine Schlitzohrigkeit unter Beweis zu stellen. Quasi in letzter Sekunde verzögerte er die Ausführung eines Freistoßes so lange, bis Schiedsrichter Benjamin Cortus ihm die 10. Gelbe Karte zeigte - eine mit Folgen also: Der 23-jährige Mittefeldmotor des KSC muss im letzten Ligaspiel am Samstag gegen Jena aussetzen. Dafür geht er unbelastet in die beiden Relegationspartien am darauf folgenden Freitag (in Karlsruhe) sowie am Pfingstmontag. "Ich weiß gar nicht, was ich zu der Karte sagen soll", sagte Mehlem später. Er sah alles andere als traurig dabei aus.

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