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Harmonie nicht nur auf dem Platz
Isabelle (links) und Claudine Wilk verbindet nicht nur der Tennissport - seit vier Jahren sind die beiden verheiratet. Foto: Borscheid
14.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Heiko Borscheid

Bei ihrer ersten Begegnung wussten sie noch nicht, dass sie heute, zirka 32 Jahre später, gemeinsam für den Tennisclub Blau-Weiß Gaggenau in der höchsten deutschen Frauenliga, der Regionalliga Süd-West "Frauen 30", spielen würden - und sie wussten vor allem noch nicht, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt bereits seit vier Jahren verheiratet sein würden. Claudine und Isabelle Wilk sind also nicht nur auf dem Court ein Paar, das überdurchschnittlich gut harmoniert.

Claudine war acht Jahre alt, als sie - lediglich ein halbes Jahr nach dem sie mit dem Tennisspielen begonnen hatte - ihr erstes Turnier absolvierte. Es war das Oberweierer Jüngsten-Turnier, nahe ihrer Geburtsstadt Freiburg. Bis ins Halbfinale zog die Achtjährige ein und traf dort auf Isabelle Martin. Claudine verlor und ihre Wege trennten sich wieder. Heute heißt Isabelle Martin nun Wilk und beide gehen einen gemeinsamen Weg - von Sieg zu Sieg und von Tennisschüler zu Tennisschüler.

Nach ihrer aktiven Zeit als Spielerin beim TC Blau-Weiss Villingen und dem Abitur absolvierte die vor wenigen Tagen 40 Jahre alt gewordene Claudine Wilk ihre Ausbildung zur C-Trainerlizenz im Leistungssport. Dabei sollte es nicht bleiben: Seit vielen Jahren ist sie ausgebildete A-Trainerin im Deutschen Tennis Bund (DTB). "Ich wollte die höchstmögliche Trainerqualifikation erwerben, um das Beste aus Wissen und Erfahrung weitergeben zu können", sagt sie zu ihrer Motivation. Einer ihrer ehemaligen Schüler steht mittlerweile in der Weltrangliste auf Rang 229.

2003 verschlug es die mittlerweile ausgebildete Sport- und Gymnastiklehrerin ins Murgtal. Der damalige Trainer des TC BW Gaggenau, Oliver Killeweit, brauchte Verstärkung. Zunächst war die sportbegeisterte junge Frau als sogenannter "flying Trainer" aktiv und stand unter anderem auch beim Bietigheimer Tennisverein in Amt und Würden - sowohl als Trainerin als auch als Spielerin in der Oberliga. Einige Zeit später eröffnete sie ihre eigene Tennisschule, mit der sie jetzt voll und ganz für die Mitglieder und Aktiven in Gaggenau im Einsatz ist.

Isabelle Wilk, geborene Martin (ebenfalls in Freiburg), begann im Alter von fünf Jahren mit dem Tennissport. Schnell wurde ihr Talent erkannt und sie kam früh in den Genuss von Förder- und Stützpunkttraining. Mit 13 Jahren begann allerdings eine Zeit häufiger Wohnortwechsel.

Zunächst ging es nach Frankreich in die Nähe von Nizza und nach dem Abitur für etwas mehr als ein Jahr in die USA, nach Chicago, Illinois. Danach ins Rhein-Main-Gebiet, wo die Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation folgte. Der Tennissport spielte für Isabelle zu dieser Zeit eine untergeordnete Rolle.

2009 kamen die beiden, die sich mittlerweile fast 20 Jahre aus den Augen verloren hatten, wieder in Kontakt - wie es sich für die moderne Zeit gehört, über ein soziales Netzwerk. 2010 zog Isabelle ins Murgtal, zu Claudine nach Selbach ins gemeinsame Heim. Von diesem Zeitpunkt an wurde wieder trainiert, was das Zeug hält. Schnell wurde die heute 39-Jährige wieder fit, ihr Talent war nach wie vor allgegenwärtig.

So kam es, dass Claudine und Isabelle, die seit ihrer Hochzeit im Sommer 2014 beide den Namen Wilk tragen, die Frauenmannschaft des TC Blau-Weiß Gaggenau in acht Jahren siebenmal zum Aufstieg führten. "Wir haben in der ganzen Zeit kein einziges Spiel verpasst", sagen beide unisono. Tennis ist eben ihre Leidenschaft. Das spiegelt sich auch darin wider, dass Isabelle Anfang des Jahres in die Tennisschule ihrer Ehefrau eingestiegen ist. "Es ist unglaublich, wie schnell sich das alles entwickelt hat", sagt sie über den immensen Zuspruch ihrer Schüler.

Beide stehen von morgens bis abends auf der schönen Gaggenauer Anlage und trainieren dort Jung und Alt.

Mit dem Frauenteam des TCBW haben sie mittlerweile den Klassenerhalt in der höchsten Liga der Altersklasse "Frauen 30" geschafft - und das als Aufsteiger. Isabelle gewann zudem vor wenigen Wochen in Baden-Baden den Titel bei den European Senior Open in der Klasse der Frauen 35.

Auch wenn die beiden, wie beim jüngsten Auswärtsspiel in Waiblingen, als die Wilk-Schwestern bezeichnet werden, machen sie keinen Hehl aus ihrer Beziehung und ihrer Ehe. Die beiden harmonieren eben - sowohl auf als auch neben dem Tennisplatz.

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