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Höhenjäger nehmen EM-Norm ins Visier
Geht es wieder hoch hinaus? Vorjahrssieger Mateusz Przybylko gehört auch am Freitag wieder zu den Favoriten auf den Sieg in der Ludwig-Jahn-Arena.  Foto: Margull/av
19.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Uli Geis schwirrt der Kopf. Der Athletenmanager des Bühler Hochsprung-Meetings, dessen mittlerweile schon 22. Auflage am Freitag in der Ludwig-Jahn-Arena über die Bühne geht, ist derart im Stress, dass er sogar Oliver Bierhoff beneidet - ein ungewöhnlicher Umstand angesichts der Auftaktpleite der deutschen Fußballer in Russland. Während der Manager des DFB relativ problemlos das WM-Quartier in Vatutinki buchen konnte, hängt Geis auch wenige Tage vor dem Event ständig am Telefon. Die Betreuung von Individualsportlern, die Hochspringer nun mal sind, sei wie "das Hüten eines Sacks Flöhe".

Trotz der Widrigkeiten haben es Meeting-Direktor Wolfgang Lorenz und Geis aber erneut geschafft, ein hochkarätiges Feld auf die Beine gestellt, "mit einigen Weltklasse-Leuten", wie Geis betont. Überflieger - zumindest was die Bestleistung angeht - ist in diesem Jahr Gianmarco Tamberi. Der amtierende Europa- und ehemalige Hallenweltmeister aus Italien hat 2,39 Meter in den Büchern stehen, aber nach einer schweren Bänderverletzung, "kein gutes Jahr" hinter sich, so Geis. Ganz anders verhält es sich mit Mateusz Przybylko. Nach seinem Vorjahressieg in Bühl wurde der für Leverkusen startende Bielefelder WM-Fünfter in London und holte mit Bronze bei der Hallen-WM seinen ersten großen Titel.

In die Rubrik "besonders wertvoll" fällt die Veranstaltung in der Zwetschgenstadt, weil es für viele Höhenjäger noch um die Qualifikation für die Europameisterschaft im August im Berlin geht. Besonders beäugt wird dabei Eike Onnen. Der Routinier aus Hannoveraner (Geis: "Oldie but Goldie") hat bereits dreimal in Bühl gewonnen, aber die Norm von 2,26 Metern bisher noch nicht geknackt. Geht man davon aus, dass Przybylko für Berlin gesetzt ist, streitet Onnen mit Falk Wendrich und Tobias Potye, die beide nicht in Bühl am Start sind, um die verbleibenden zwei Plätze. "Eike ist ein Pokerface", weiß Geis, der seit neun Jahren für die Zusammenstellung des Felds in Bühl zuständig ist, "aber er hat sich bisher immer verzockt", fügt der Manager mit Blick auf Onnens bisherigen Saisonverlauf an. Demnach ist die Hoffnung bei Geis und Lorenz groß, dass sich der Modellathlet am Freitag in den Bühler Abendhimmel schraubt.

Hoch gewettet werden ebenfalls Edgar Rivera (Mexico) und Luis Castro (Puerto Rico), die beide seit einigen Jahren im World High Jump Centre von Wolfgang Ritzdorf in Köln trainieren. Gleiches gilt für Lee Hup Wei und Nauraj Singh. Die zwei Springer aus Malaysia reisen wie Tom Gale (Großbritannien) und Martin Günther (VfB Stuttgart) mit einer persönlichen Bestleistung von 2,30 Metern an. Auch der Däne Jonas Jensen ist laut Geis "eine Granate".

Das ist freilich auch Marie-Laurence Jungfleisch, die derzeit beste deutsche Hochspringerin und Zugpferd im Frauenfeld. Zu den weiteren Favoritinnen gehören Allesia Trost aus Italien, die wie Jungfleisch eine Bestleistung von zwei Metern vorzuweisen hat, sowie Vorjahressiegerin Erica Kinsey (Schweden) und die Kroatin Ana Simic, die 2016 auf den obersten Platz des Podests springen konnte.

Und auch bei den Frauen geht es für einige Starterinnen noch um die EM-Norm. Jungfleisch sowie Imke Onnen und Viktoria Gottlieb, die beide in Bühl nicht am Start sind, haben die geforderte Höhe bereits geliefert, doch auch die Konstanzerin Jossie Graumann, die für die LG Nord Berlin startet, macht sich noch berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz bei der EM in der Hauptstadt. Und: "Jossie ist heiß", weiß Geis.

Ein Name fehlt bisher auf der Starterliste für das Meeting in Bühl: Anne Klebsch. Die Hochspringerin aus Ötigheim, die bei Steffen Hertel im LAZ Ludwigsburg trainiert, plagt sich noch mit den Nachwehen einer Blessur, ihr Start ist fraglich. Geis sagt aber: "Wir halten ihr alle Möglichkeiten offen!"

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