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14 Hoffnungsträger, ein Ziel: Olympia
Sie könnten die neuen Olympia-Helden Deutschlands werden: acht der insgesamt 14 herausragenden Sportler aus der Fächerstadt mit den Vertretern des Sportausschusses. Foto: Fortenbacher
14.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein - und doch haben sie alle ein und dasselbe Ziel vor Augen: Tokio. 14 junge Olympiahoffnungen aus verschiedenen Sportarten gibt es derzeit in Karlsruhe - sie alle zählen zu den Besten, sind Mitglieder eines Bundeskaders und wollen bei den Spielen 2020 dabei sein. Die Stadt sowie die Stadtwerke Karlsruhe unterstützen die Athleten bei ihren Bemühungen mit finanziellen Fördermitteln. Am Donnerstag wurden die potenziellen Olympioniken in den Räumen des kommunalen Energieversorgers vorgestellt.

Ob es letztendlich tatsächlich für Olympia reicht, werde man sehen, sagte Stadtwerke-Geschätsführer Michael Homann in seiner Begrüßungsrede vor den Augen der acht anwesenden Hoffnungsträger. "Wichtig ist vor allem, den Mut aufzubringen, diesen Weg einzuschlagen", so Homann.

Karlsruhes Sport-Bürgermeister Martin Lenz fügte hinzu: "Man sollte nicht erst mit den Sportlern in Kontakt treten, wenn sie Medaillen nach Hause bringen, sondern sie auch auf dem Weg dorthin begleiten." In Karlsruhe sei Sportpolitik längst zur Stadtpolitik geworden. Die 14 Hoffnungsträger seien ein Zeichen für die Vielfältigkeit des Sports, der in der Fächerstadt hautnah zu erleben sei. Nun sei die Zeit gekommen, in der sich die Stadt vor den Athleten verneige, so Lenz.

Auch Homann beglückwünschte die jungen Sportler jenseits des kommerziellen Profisports zu ihrer Leistung. Indem der Energieversorger die Kosten der diesjährigen Förderung übernimmt, wolle man vor allem Sportarten unterstützen, die nicht so stark medial präsent sind. Dazu gehöre neben der finanziellen Unterstützung vor allem eines: "Die Bildung und Ausbildung". Um jungen Ttalenten bei der Vereinbarung von Training und Bildung unter die Arme zu greifen, brauche es verständnisvolle Schulen und Betriebe.

Karlsruhes Boxtalent Vincent Feigenbutz kann das bestätigen. Mit 28 Siegen kann er sich derzeit rühmen - davon führten 25 zum K.o. Nun hofft er auf eine Teilnahme bei Olympia. Das erfordere hartes Training. Bei den Stadtwerken hat er einen Arbeitgeber gefunden, der Verständnis dafür zeigt.

Emma Höfele von der Kunstturnregion Karlsruhe ist mit 16 Jahren eine der jüngsten Hoffnungsträgerinnen. Die Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) integriert ihr Training im Unterricht. Andreas Ramin, Sportkreisvorsitzender und Schulleiter am OHG, blickt voller Stolz auf seine Schülerin, die sich für die EM in Glasgow Anfang August qualifizieren konnte. "Das wird für Emma der Höhepunkt des Jahres", betonte er. Als Schulleiter wolle er dafür sorgen, dass sie sich neben der Bildung voll und ganz auf ihre Leidenschaft konzentrieren kann. Japan ist für Höfele bisher noch ein weit entfernter Traum. Diesen zu verwirklichen, kann sie sich bisher nur schwer vorstellen, dennoch will sie "alles geben".

Lisa Kälblein von den Karlsruher Cougars sieht das ähnlich. Sie könnte 2020 in Tokio im Softball-Team an den Start gehen. Seit 2008 war die Sportart nicht mehr olympisch, in Tokio zählt sie allerdings zum Nationalsport. Kälblein hat die Qualifikation für Olympia fest vor Augen. Realistisch betrachtet, seien ihre Chancen aber eher gering: "Die Sportart ist in Deutschland noch nicht sehr präsent. Die Hinarbeit auf einen Wettbewerb wie Olympia braucht noch Zeit, ab 2024 könnten wir bessere Chancen haben."

Ramin glaubt dagegen fest daran, dass der ein oder andere Anwesende 2020 bei Olympia auflaufen wird, schließlich können sie alle auf zahlreiche Erfolge blicken. Sei es der zweite Platz bei der Junioren-WM 2016 im Kanu-Rennsport, den Katinka Hofmann von den Rheinbrüdern Karlsruhe erkämpfte oder die hervorragenden Leistungen von Sappho Coban bei der Judo-Junioren-WM 2013. Sie alle seien Aushängeschilder ihrer Sportart und für die Stadt.

Dass es im Leistungssport neben Erfolgen aber noch immer Schattenseiten gibt, machte Weitsprungtalent Julian Howard, Karlsruhes zweimaliger Sportler des Jahres, deutlich. Obwohl sich in der Fächerstadt in den vergangenen Jahren viel im Leistungssport getan hat, seien die Fördermittel für die Sportler selbst oft nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein".

Die Suche nach Sponsoren gestalte sich nach wie vor schwierig. Sein Appell richtete der Leichtathlet deshalb insbesondere an die lokale Wirtschaft: "Wir alle betreiben Sport aus Selbstmotivation, aber man braucht Unterstützer, die Sportler aus schweren Zeiten heraushelfen." Der anerkennender Applaus aus den Reihen aller Anwesenden zeigte, dass Howard mit seinen kritischen Worten für alle Leistungssportler sprach.

Besondere sportliche Fördermittel erhalten: Azize Nimani vom Karlsruher Sport-Club und Vincent Feigenbutz vom Bulldog Gym Karlsruhe (beide Boxen); Emma Höfele von der Kunstturnregion Karlsruhe (Gerätturnen); Sarah Brüßler, Katinka Hofmann, Sophie Koch und Carola Schmidt von den Rheinbrüdern Karlsruhe (alle Kanu); Sappho Coban vom Budo-Club Karlsruhe (Judo); Lisa Kälblein von den Karlsruher Cougars (Softball); Pia Sarnes vom Sport- und Schwimmclub Karlsruhe (Synchronschwimmen); Julian Howard, Christoph Kessler, Pascal Kleyer und Jana Reinert von der LG Region Karlsruhe (alle Leichtathletik).

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