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Dicke Tränen - und jede Menge Verlierer
Lukas Kwasniok.  Foto: dpa
01.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Peter Putzing

Eines scheint offensichtlich: Bei der Trennung des Karlsruher SC und dem bisherigen U-19-Coach Lukas Kwasniok gibt es nur Verlierer. Die Vereinsführung des Fußball-Drittligisten hat richtig viel Geld "verschenkt" und zudem einen Toptrainer verloren, der den Fußballlehrer-Lehrgang mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen hat. Diese überraschende und einigermaßen undurchsichtige Entscheidung, die der Verein am Montagnachmittag auf seiner Homepage publik gemacht hatte, wirft einige Fragen auf.

Vor wenigen Wochen wollte Zweitligist Aue Kwasniok als Cheftrainer. KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer war mit Aue einig. Es wären 125000 Euro an Ablöse in den Wildpark geflossen. Doch das Präsidium ließ Kreuzer im Regen stehen, forderte offenbar mehr Geld. Kreuzer musste Aue daraufhin mitteilen, dass der bereits ausgehandelte Deal platzt - eine Art Gang nach Canossa. Aue beendete das Pokerspiel. Die Verlierer: Kwasniok, der angesichts der verpassten Chance geknickt war, und der KSC, dem die Ablöse durch die Lappen ging. Nun folgt obendrein die teure Trennung von Kwasniok. Die Abfindung soll mehr als ordentlich sein, heißt es - und das bei leeren KSC-Kassen.

Spricht Kwasniok über sein Ende "beim Herzensverein KSC", kommen dem einstigen Kapitän der deutschen U-16-Nationalelf immer wieder die Tränen. "Aber: Ich verlasse meinen Herzensverein erhobenen Haupts." Dem Vernehmen nach sieht das komplette Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des KSC die Trennung kritisch und hat der Vereinsführung offenbar schriftlich sein Unverständnis über die Entscheidung mitgeteilt. Kwasniok war so etwas wie das Herz des NLZ, arbeitete mit dessen Chef Ede Becker optimal zusammen. Becker sagte dem BT zur Trennung: "Ich bedauere das und hätte gerne mit ihm weitergearbeitet."

Kwasnioks Handy vibriert derweil permanent: Eltern, Kollegen, Spieler - auch Profis -, allesamt äußern ihr Unverständnis. Einer hat ihm nach BT-Informationen gar einen handgeschriebenen Brief zukommen lassen. "Die aktuelle U19 war die beste Mannschaft, die ich je trainiert habe. Damit hätte man in der Bundesliga unter die ersten Drei kommen können", sagt Kwasniok. Dessen Nachfolge tritt nun Zlatan Bajramovic an, den man zum neuen Job überreden musste, wie es heißt. Eine Begründung, warum der KSC Kwasniok vor die Tür setzte, gibt es bisher nicht. Weil sich Kwasniok auch auf explizite Nachfrage diesbezüglich nicht äußert, wird rund um den Wildpark fleißig spekuliert: Wurde der 37-Jährige einigen im aufgeblähten Trainerstab zu gefährlich? Bekam jemand Job-Angst - obwohl der Muggensturmer als die personifizierte Loyalität gilt? Möglicherweise wurde ihm auch seine offene und direkte Art - auch dem Präsidium und Sportdirektor gegenüber - zum Verhängnis. Dem Vernehmen nach fand es Kwasniok prima, dass vier seiner U-19-Spieler mit den Profis im Trainingslager waren, mit der Kommunikation mit der Profiabteilung war er aber offenbar nicht immer einverstanden - und hat das auch zum Ausdruck gebracht.

Kwasniok ist angesichts seines Abgangs beim KSC enttäuscht, gibt sich aber auch kämpferisch: "Ich habe alles für den KSC rausgehauen, immer alles gegeben. Man hat mir das Herz rausgerissen, aber man hat mich nicht gebrochen!"

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