http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Dohmann und Seiler brillieren unter Gluthitze
08.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Frank Ketterer

Und dann hatte Carl Dohmann tatsächlich die letzte Kurve genommen, nur noch die letzten hundert Meter lagen also vor ihm, die letzte Gerade hin zum Ziel. Der hagere Mann mit der weißen Schirmmütze hatte über Stunden in brütender Hitze gekämpft und gelitten, bis an den äußersten Rand seiner Kräfte war er dabei gegangen.

Aber all das spielte jetzt, da er das Ziel vor Augen hatte, keine Rolle mehr. Der Geher des SCL Heel Baden-Baden, so viel stand längst fest, hatte ein famoses Rennen abgeliefert. Nun, da die Schur über 50 Kilometer endlich zu Ende ging, winkte Dohmann ins Publikum, schob seine dunkle Sonnenbrille nach oben, gab Handküsschen - und überquerte schließlich nach 3:50:27 Stunden als Fünfter die Ziellinie.

Wie sehr der 28-Jährige mit dem Werk, das er da auf den heißen Asphalt rund um die Berliner Gedächtniskirche gelegt hatte, zufrieden war, konnte man auch danach unschwer erkennen: Auf Dohmanns Gesicht lag ein breites Lächeln, das von einem nach oben gereckten Daumen flankiert wurde. Die Worte, die er sprach, waren dazu passend. "Platz fünf ist schon sehr, sehr weit vorne. Ich bin absolut zufrieden", stellte Dohmann fest.

Dabei war Dohmanns fünfter Rang keineswegs die einzige frohe Botschaft, die es aus deutscher (und vor allem mittelbadischer) Sicht von dieser Hitzeschlacht über 50 Kilometer zu übermitteln gilt. Mit Rang acht sorgte Nathaniel Seiler vom TV Bühlertal für einen nicht geringeren Paukenschlag, für den 22-jährigen Trainingspartner Dohmanns war es schließlich der erste Auftritt auf ganz großer Leichtathletik-Bühne. Der Potsdamer Karl Junghannß hingegen wurde nach drei Verwarnungen wegen unsauberer Technik disqualifiziert.

Dohmann und Seiler indes lieferten ein Rennen vom Reißbrett: Nicht zu schnell angehen wollten die beiden, so ist es immer ihr Plan - und der ihres Trainers Robert Ihly, einst selbst Geher von Weltklasse. Auch wenn dessen Renntaktik ("Die zweite Hälfte des Rennens muss schneller sein als die erste") sich bei der gestrigen Gluthitze nicht ganz umsetzen ließ, so gelang es beiden doch, ihr Tempo weitgehend konstant und ohne Einbrüche durchzugehen, ganz im Gegensatz zu einem Großteil der Konkurrenz. So lag Seiler bis Kilometer 16 noch auf Rang 20, zehn Kilometer später hatte er bereits fünf Plätze gut gemacht, vier weitere waren es bei Kilometer 40, bevor er sich eine Runde später Platz acht sicherte, den er bis ins Ziel verteidigte. "Mehr war bei dieser Hitze nicht drin", sagte er dort. Bis zu 40 Grad zeigte das Thermometer. Vor allem die letzten zehn Kilometer empfand der junge Mann aus Bühlertal als "echte Quälerei". Dass er diese nicht nur als Achter, sondern zudem in der persönlichen Bestzeit von 3:54:08 Stunden beenden konnte, machte auch ihn stolz wie Oskar. Dass er die vorzeitige Qualifikation für die WM nächstes Jahr damit um rund eine Minute verpasst hat, war anlässlich der gestrigen Umstände schnell abgehakt, zumal Seiler darauf hoffen kann, dass der DLV ob der Temperaturen ein Auge zudrückt.

Auch Dohmann, bereits Zehnter der Vorjahres-WM, hatte sich lange und klug zurückgehalten. Während ganz vorne der slowakische Weltmeister und Olympiasieger Matej Toth zunächst mächtig auf die Tube drückte (wofür er später prompt Tribut zollen sollte), reihte sich der Mann vom SCL Heel Baden-Baden in der zweiten Verfolgergruppe ein und startete von dort aus seine Aufholjagd, was er später selbst als "taktisch gut" empfand, schließlich führte es ihn über die Plätze 13 (6 km), elf (14 km), neun (24 km) und sieben (34 km) nach 36 Kilometern auf Rang fünf.

Während ganz vorne EM-Favorit Toth eine Krise durchlebte und zwischenzeitlich sogar auf Platz vier zurückfiel - am Ende wurde der Slowake in 3:47:27 Stunden Zweiter hinter dem Ukrainer Maryan Zakalnytskyy (3:46:32) - schielte Dohmann zumindest zwischenzeitlich noch weiter nach vorne. "Die Hoffnung auf Platz vier war da. Der Abstand war schließlich nicht so groß", berichtete er später, knapp eine Minute fehlte phasenweise nur. Dass er sich am Ende hinter dem Bulgaren Dzmitry Dziubin (3:47:59) und dem Norweger Havard Haukenes (3:48:35) einreihen musste, konnte Dohmann hernach verschmerzen. Platz fünf war mehr als nur ein Trostpflaster.

BeiträgeBeitrag schreiben 
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Zum Tag der Verkehrssicherheit finden aktuell Verkehrskontrollen statt. Es soll vor allem auf die Gefahren von Ablenkung am Steuer durch Handys aufmerksam gemacht werden. Finden Sie das gut?

Ja, mehr davon!
Ja,
Nein.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1