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Underdog mit 50:50-Chance
18.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Frank Ketterer

Ein Spiel wie jedes andere ist es keineswegs, das macht Alois Schwartz schon im ersten Satz klar und deutlich. "Vom Alltag raus" gehe es schließlich, sagt der Trainer des Karlsruher SC, "rein in den Pokal". Für den Drittligisten ist just dieser Ausflug mit einem besonderen Schmankerl garniert, immerhin ist es die Mannschaft von Hannover 96, die da morgen (15.30 Uhr) im Wildpark gastiert, also ein Erstligist. "Eine tolle Aufgabe" sei das, findet Schwartz - und zwar für jeden einzelnen Spieler. Denn: "Es ist schön, sich mal an einem Bundesligisten zu messen. Da kann jeder sehen, wo er steht."

Dass dem KSC dabei die Rolle des Underdogs zufällt, steht außer Frage. "Wir wollen trotzdem gewinnen", sagt dessen ungeachtet Saliou Sané - und nicht ausgeschlossen ist, dass der Stürmer noch ein bisschen mehr gewinnen möchte als der Rest der Blau-Weißen, schließlich ist er nicht nur in Hannover geboren, sondern hat von der U15 bis zur U23 alle Jugendmannschaften der "96er" durchlaufen. Noch immer von "Heimat" spricht der 26-Jährige, wenn er von Hannover spricht.

Auch der Trainer sieht seine Mannen nicht auf gänzlich verlorenem Posten. "In so einem Spiel kann immer alles geschehen", stellt Schwartz fest. Sein Matchplan: Die Partie lange offen halten. Denn: "Wenn das Spiel lange offen ist, haben wir auch die Chance zu gewinnen." Diese beziffert Oliver Kreuzer sogar auf mutige "50 zu 50". "Zum einen ist es ein Pokalspiel", begründet der KSC-Sportdirektor dies phrasenschweinverdächtig. Zum anderen sei es das erste Pflichtspiel für Hannover. Da fehle es meist noch "an Rhythmus".

Dem KSC seinerseits wird nach wie vor Justin Möbius fehlen, den Schwartz "nicht ins kalte Wasser werfen", sondern "sukzessive aufbauen" möchte. Zumindest zurück in den Kader werden derweil Marvin Pourié (zuletzt Patellasehnenprobleme) und Burak Camoglu (allergische Reaktion auf einen Bienenstich) kehren. Ein zumindest kleines Fragezeichen steht hinter Stürmer Anton Fink, der nach einem Schlag aufs Sprunggelenk unter der Woche mit dem Training aussetzen musste.

Der Einsatz von Torhüter Benjamin Uphoff indes steht außer Frage. Wie oft der beste Drittliga-Keeper der letzten Saison für die Badener noch zwischen den Pfosten steht, ist hingegen weiterhin offen. Zweitligist Ingolstadt hat, wie vermeldet, die Fühler nach dem 25-Jährigen ausgestreckt, erste Verhandlungsgespräche wurden bereits geführt. Damit es auch tatsächlich zum Wechsel kommt, müssten, so Kreuzer, freilich zwei Kriterien erfüllt werden. Erstens: "Es wird auf jeden Fall ein siebenstelliger Betrag an Ablöse sein müssen." Zweitens: "Wir werden Benni nur gehen lassen, wenn wir ihn adäquat ersetzen können." Beide Punkte seien derzeit (noch) nicht erfüllt. Vor allem die Suche nach einem zumindest in etwa gleichstarken Nachfolger scheint sich schwierig zu gestalten. Ersatztorhüter Sven Müller wiederum sei schon rein körperlich noch nicht in der Lage, Uphoff ohne größeren Qualitätsverlust zu ersetzen.

Sportlich, das hat auch Vereinsboss Ingo Wellenreuther bereits kund getan, würden die Badener ihren Keeper ohnehin all zu gerne behalten. Indes müsse auch die wirtschaftliche Situation des KSC berücksichtigt werden - und die ist nicht nur angesichts des zweiten Drittligajahres "schwierig", wie Wellenreuther eingesteht. Passend dazu macht Kreuzer keinen Hehl daraus, dass es "Sportliches und Wirtschaftliches" abzuwägen gelte. Von Spagat spricht Kreuzer in diesem Zusammenhang.

Das gilt nicht nur für die Personalie Uphoff, dessen Vertrag sich laut Sportdirektor dank einer Vertragsoption automatisch um eine Spielzeit verlängern würde, sollte der KSC aufsteigen (womit ein Transfer des Keepers auch nächste Saison noch Geld bringen würde), sondern auch für jene Verstärkung im defensiven Mittelfeld, die Trainer und Sportdirektor auch nach den ersten vier Ligaspielen für notwendig erachten, um das Ziel, das nunmal Aufstieg heißt, nicht frühzeitig in Gefahr zu bringen. "Geld haben wir eigentlich keines. Aber es ist trotzdem wichtig, nachzurüsten", sagt Kreuzer. Auch im Falle, dass der Verein keine weiteren Einnahmen generiert, hält er die Verpflichtung eines zusätzlichen "Sechsers" nicht für ausgeschlossen, auch wenn Präsident Wellenreuther sich bereits anders geäußert hat.

Am besten wäre da wohl dieses Szenario: Der KSC gewinnt erst morgen gegen Hannover und sackt für das Erreichen der 2. Pokal-Runde 336000 Euro ein. Anschließend gibt er Uphoff, für den zwischenzeitlich Ersatz gefunden wurde, für eine gute Million an Ingolstadt ab. Zu guter Letzt partizipiert er mit rund einer weiteren Million am bereits mehrfach kolportierten und immer noch möglichen Wechsel seines ehemaligen Spielers Philipp Max vom FC Augsburg ins Ausland.

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