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Zentimeter fehlen zur Pokalsensation
Vergeblich gestreckt: SVL-Torhüter Norman Riedinger ist gegen den Schuss von Mikael Ishak machtlos. Foto: dpa
20.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Adrian Vollmer hatte in der 87. Minute die Sensation auf seinem rechten Fuß liegen. Nach einem herrlichen Zuspiel von Jean-Gabriel Dussot stand der Linxer Stürmer völlig frei vor Nürnbergs Keeper Fabian Bredlow. Lediglich acht Meter trennten in diesem Moment den Oberligisten vom puren Glück. Doch während Vollmer eine Millisekunde zu lang überlegte, in welches Eck er den Ball schieben sollte, preschte von hinten Club-Verteidiger Tim Leibold heran und spitzelte den Ball gerade noch von Vollmers Fuß. Das runde Leder, es rollte beinahe in Zeitlupe an Bredlow vorbei gen Torlinie, den 6000 Zuschauern im Kehler Rheinstadion stockte der Atem - bis der Ball einige Zentimeter neben dem Pfosten ins Aus trudelte.

Es wäre wohl der Todesstoß für den insgesamt enttäuschenden Bundesligisten gewesen. Im Gegenzug jedoch zogen die Franken gerade noch einmal den Kopf aus der Schlinge und erzielten durch Mikael Ishak, der bereits die 1:0-Führung für die Elf von Trainer Michael Köllner erzielt hatte (15.), nach Kopfballablage von Adam Zrelak aus kurzer Distanz den von den 3000 mitgereisten Gästefans frenetisch bejubelten 2:1-Siegtreffer. "Normalerweise macht Adi das Ding. Wahrscheinlich hat ihm einfach die letzte geistige Frische gefehlt", sagte SVL-Trainer Sascha Reiß angesprochen auf Vollmers dicke Chance. "Typisch Fußball", ergänzte SVL-Schlussmann Norman Riedinger, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde, "vorne machen wir das Ding nicht und hinten bekommen wir im Gegenzug das Tor." Mittelfeld-Dauerläufer Alexander Merkel erklärte: "Wir waren kurz vor der Sensation. Es ist richtig, richtig bitter. Wir haben spielerisch klasse mitgehalten, super verteidigt und wenige Chancen aus dem Spiel heraus zugelassen."

Enttäuschte Gesichter, verständnislose Blicke Richtung Fußballgott oder gar Tränen des Frusts nach dem Schlusspfiff? Fehlanzeige. Stattdessen waren die Jungs in den schwarz-weiß gestreiften Trikots einfach nur stolz. Stolz, auf die eigene couragierte Leistung, und darauf, dem übermächtig erscheinenden Bundesligisten über die gesamte Spielzeit Paroli geboten zu haben. "Wir waren ganz, ganz nah dran. Meine Mannschaft hat ein tolles Spiel abgeliefert. Wenn Adi das Tor macht, hätten wir heute eine der größten Überraschungen im deutschen Fußball gesehen", sagte Reiß.

Um für die anvisierte Überraschung zu sorgen, legte der SV Linx gleich den Vorwärtsgang ein. Bereits nach 20 Sekunden prüfte Angreifer Marc Rubio Club-Torhüter Bredlow erstmals. In der vierten Minute musste sich Bredlow dann mächtig strecken: Einen Freistoß von Pierre Venturini aus 40 Metern senkte sich gefährlich Richtung langes Eck, Bredlow bugsierte den Ball gerade noch über die Latte. Danach übernahmen die Franken das Kommando, ohne aus dem Spiel heraus für Gefahr zu sorgen - zu behäbig agierte die Köllner-Elf. Der Oberligist dagegen verteidigte aufopferungsvoll, warf sich im eigenen Strafraum in jeden Schussversuch der Nürnberger. Im zentralen Mittelfeld spulten Merkel und Venturini Kilometer um Kilometer ab und machten die Räume eng. Folglich musste eine Standardsituation für die Gästeführung herhalten: Ein Freistoß von Leibold aus 20 Metern klatschte an den Pfosten, der Abpraller fiel Ishak vor die Füße, der die Kugel ins leere Tor schob. Doch der SVL schüttelte sich kurz und kam postwendend zum Ausgleich. Der wuselige Piakai Henkel spielte einen Doppelpass mit Vollmer, drang in den FCN-Strafraum ein und suchte den Körperkontakt mit Leibold. Den fälligen Elfmeter versenkte Marc Rubio eiskalt (21.).

Auch im zweiten Abschnitt zeigten die Franken wenig Esprit. Chancen resultierten lediglich aus ruhenden Bällen und Ecken, spätestens bei SVL-Keeper Riedinger war Endstation. Der Underdog dagegen bekam die zweite Luft - und durch Rubio fast zur Führung. Doch sein Kopfball nach Venturini-Freistoß strich Zentimeter über die Latte (73.). Danach drängte der Club auf die Entscheidung. Doch weder die Kopfbälle von Ishak (77.) und Robert Bauer (82.) noch der Schuss von Zrelak (84.) fanden den Weg ins Tor. Als die Zuschauer bereits mit einer Verlängerung liebäugelten, begann schließlich die für die tapfer kämpfenden Linxer so bittere 88. Minute - und damit das Ende aller Pokalträume.

SV Linx: Riedinger - Kopf (66. Recht), Schmider, Gülsoy, Feist - Henkel (90. Braun), Merkel, Venturini, Dussot (89. M. Vollmer) - Rubio, A. Vollmer.

1. FC Nürnberg: Bredlow - Valentini (46. Bauer), Margreitter, Mühl, Leibold - Petrak - Salli (61. Palacios), Behrens, Fuchs (78. Knöll), Zrelak - Ishak.

Schiedsrichter: Sven Waschitzki (Essen) - Zuschauer: 6000 - Tore: 0:1 Ishak (15. ), 1:1 Rubio (21./FE), 1:2 Ishak (88.) - Gelbe Karten: Schmider, Merkel / Margreitter - Beste Spieler: Schmider, Dussot, Henkel - Ishak.

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