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"Richtig auf die Fresse"
Einfach zu langsam: Die Karlsruher Janis Hanek (links) und Marco Thiede verfolgen Hannovers Takumo Asano.  Foto: dpa
20.08.2018 - 06:51 Uhr
Von Frank Ketterer

All zu lange musste David Pisot später nicht nachdenken. Eine, höchstens zwei Sekunden dauerte es, ehe der Innenverteidiger des Karlsruher SC erst mit dem Kopf nickte, eher er auch verbal zustimmte. "Ja, das kann man so sehen", sagte Pisot mit leiser Stimme - und gab damit die schonungslose Antwort auf jene unschöne Frage, die ein Reporter ihm entgegen geworfen hatte. "Herr Pisot, hat der KSC gerade eine Lehrstunde erteilt bekommen?", hatte die Frage gelautet.

Die Selbstgeißelung ist dem Mannschaftskapitän der Badener bestimmt nicht leicht gefallen. Angesichts jenes Leistungsunterschiedes, der sich in der gerade zuvor abgepfiffenen Erstrunden-Pokalpartie zwischen dem KSC und Hannover 96 offenbart hatte, wäre jedwedes Leugnen allerdings zwecklos gewesen. Zwei Klassen Unterschied sind es ja bekanntlich zwischen dem Drittligisten aus Baden und dem Bundesligisten aus Niedersachsen. Die gestrige Partie freilich ließ gar noch eine Stange mehr vermuten - und das nicht nur, weil am Ende auf der einen Seite null und auf der anderen sechs Tore verbucht standen. Noch mehr die Art und Weise, wie einseitig die Partie verlaufen und wie durch und durch chancenlos der KSC in dieser war, musste auf die Verantwortlichen erschreckend wirken, vielleicht sogar schon alarmierend. "Wir sind richtig abgewatscht worden", gab KSC-Coach Alois Schwartz denn auch ohne Umschweife zu. "Wir haben richtig auf die Fresse gekriegt", scheute er sich hernach auch vor drastischeren Worten nicht. Das galt für seine Mannschaft ebenso wie für jeden einzelnen ihrer Spieler.

Dabei hatten die Gastgeber noch durchaus munter begonnen, jedenfalls hatte ihr Trainer das so gesehen. "Die erste Viertelstunde war ganz okay", urteilte Schwartz, vielleicht auch deshalb, weil Marvin Pourié nach 13 Spielminuten zumindest eine halbe Torchance zu verbuchen hatte, die von Oliver Sorg freilich problemlos abgeblockt werden konnte. Allerdings hätte Schwartz in der Anfangsphase bereits auch gewarnt sein können vor dem, was noch kommen sollte. Schließlich waren noch keine fünf Minuten Spielzeit vergangen, da hatte sich Hannover bereits zwei Freistöße regelrecht erspielt, weil die KSC-Defensive schon bei den ersten beiden Angriffen der "96er" zu langsam schaltete und sich in der Folge nur mit Fouls zu helfen wusste. Strichen die ersten beiden Versuche noch gefährlich nah am KSC-Tor vorbei, war Freistoß Nummer drei in der 17. Minute von Erfolg gekrönt. Wieder wusste ein Karlsruher einen Angriffsversuch - diesmal war es Marvin Wanitzek - nur mit Foul zu unterbinden. Wieder trat Hannovers Pirmin Schwegler den fälligen Freistoß, diesmal mit Folgen. Erst flog KSC-Keeper Benjamin Uphoff, der laut BT-Informationen mittlerweile auch mit Hannover 96 in Verbindung gebracht wird, am Ball vorbei, was er später immerhin selbstkritisch als "mein Fehler" im Protokoll vermerken ließ, dann köpfte Kevin Wimmer unbehelligt zur Gästeführung ein.

Im Nachhinein betrachtet, war die Partie damit vorentschieden, zumindest empfanden die Protagonisten das so. "Nach dem 0:1 war von uns nicht mehr viel zu sehen", stellte Alois Schwartz fest. "Danach haben wir uns in unser Schicksal ergeben", fand auch Marvin Pourié. "Kein Ballbesitz, keine Ballstafetten", beschrieb der Innenverteidiger die Mängel im KSC-Spiel. An "viele, viele Ballverluste" erinnerte sich später sein Trainer. "Das wollten wir unbedingt vermeiden. Damit haben wir den Gegner stark gemacht", analysierte Schwartz. Und in der Tat: Dem schnellen Umschaltspiel des Bundesligisten spielten die leichten Fehler vollstens in die Karten. Als "Qualitätsspieler in der Geschwindigkeit", bezeichnete Schwartz die Hannoveraner Offensivspieler Asano, Füllkrug und Bebou später. "Da sind wir nicht mitgekommen", fügte er an.

So hatten es die Gäste leicht, weitere Treffer folgen zu lassen. Bisweilen wirkte es wie im Training. Das Schema war dabei stets das gleiche: Hannover war zu schnell, der KSC zu langsam. Beim 0:2 (31.) sahen Pisot und Damian Roßbach zu wie Ihlas Bebou, wieder nach Vorarbeit von Schwegler, einnetzte. Das dritte Tor von Niclas Füllkrug fiel per Elfmeter (41.), den Manuel Stiefler verursacht hatte. Treffer Nummer vier ließ Takuma Asano folgen, nachdem er Pisot verladen hatte. Am 0:5 durch den eingewechselten Hendrik Weydandt (86.) waren gleich drei Hannoveraner beteiligt - alle drei waren unbewacht. Den Schlusspunkt in der Schlussminute setzte erneut Weydandt, erneut war er unbedrängt.

"Wir hatten uns viel mehr ausgerechnet", sagte später Marvin Pourié mit trauriger Stimme. "Wir wollten für eine Überraschung sorgen." Dieses Vorhaben ist mächtig in die Hose gegangen.

KSC: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach - Stiefler, Wanitzek - Muslija, Choi (63. Fink) - Sané (62. Hanek), Pourié (77. Batmaz).

Hannover: Esser - Sorg, Wimmer, Anton, Ostrzolek - Walace, Schwegler (70. Fossum) - Asano (64. Wood), Maina - Füllkrug (82. Weydandt), Bebou.

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock) - Zuschauer: 12200 - Tore: 0:1 Wimmer (17.), 0:2 Bebou (31.), 0:3 Füllkrug (41., Foulelfmeter), 0:4 Asano (51.), 0:5 Weydandt (85.), 0:6 Weydandt (90.) - Beste Spieler: - Schwegler, Asano.

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