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Neues Trio kann zum Freiburger Volltreffer werden
23.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Michael Ihringer

Die Schwarzwälder Kuckucksuhr, die Caglar Söyüncü als Zuschauer der 1:1-Generalprobe gegen Real San Sebastian von den Freiburger Verantwortlichen überreicht bekam, hatte Symbolcharakter: Die Zeit des türkischen Nationalspielers beim Sport-Club ist abgelaufen. Sein bisheriger Trainer Christian Streich, der ihn vom ersten Tag an vehement pushte, und Freunde des bisweilen kernigen Zweikampfverhaltens mögen dies bedauern.

Zieht man indes in Betracht, dass sich der 22-jährige Innenverteidiger in zwei Bundesligajahren durchaus auch einen Namen als "Fehlerteufel" machte, der zudem immer Gefahr lief, den Schlusspfiff nicht mehr auf dem Platz zu erleben, dann darf dem SC-Vorstand Sport, Jochen Saier, herzlich gratuliert werden für seinen Wahnsinnsdeal: Die vereinsinterne Rekordablöse von mehr als 20 Millionen Euro - mehr als im Vorjahr für Stürmer Maximilian Philipp - erhalten die Südbadener von Leicester City aus der Geldvernichtungsmaschine Premier League.

Söyüncü spült mehr in die SC-Kasse als man für sämtliche Neuzugänge ausgegeben hat. Und wen die Südbadener an Land gezogen haben, ist wahrlich nicht von schlechten Eltern, verhalten optimistisch darf man gar von Schnäppchen sprechen. Innenverteidiger Dominique Heintz vom Absteiger 1. FC Köln, Mittelfeldmann Jerome Gondorf aus Bremen und Stürmer Luca Waldschmidt vom anderen Absteiger Hamburger SV haben allesamt das Zeug zum Stammspieler. Das Trio hat bereits in der durchaus gelungenen Vorbereitungszeit seine Spuren hinterlassen und nährt die Hoffnung, dass nach der Zittersaison diesmal nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gebangt werden muss. "Das zeigt, dass sie sich gut fühlen, obwohl sie woanders mehr Geld verdienen könnten. Sie passen zu uns", freut sich Trainer Christian Streich über den nicht nur numerischen Zugewinn.

Geht es nach dem Gesetz der Serie, verheißt die mittlerweile 19. Bundesliga-Saison der Breisgauer mehr als zuletzt. Vor zwei Jahren wurde gar die Europa-League-Qualifikation erreicht. Davon spricht freilich keiner. Das einzige offizielle Saisonziel, abgesehen davon, attraktiven Fußball bieten zu wollen, lautet wie vor jeder Spielzeit: Zumindest drei Rivalen hinter sich lassen.

Auch wenn der Kollektivgedanke höchstes Gut am kleinsten Bundesliga-Standort genießt, darf im Rückblick festgehalten werden: Ohne die 15 Volltreffer von Nils Petersen wäre der SC nicht mehr in der Eliteklasse. Doch nach der Genesung von Sturmpartner Florian Niederlechner, dem Erwerb des 22-jährigen Waldschmidt und der berechtigten Hoffnung auf eine Weiterentwicklung der im Abschluss bislang noch unreifen Tim Kleindienst und Lucas Höler bieten sich künftig ganz andere Offensivperspektiven.

Im Mittelfeld ist das Gedränge um Führungsfigur und Neu-Kapitän Mike Frantz, Stratege Nicolas Höfler und U-21-Europameister Janik Haberer noch größer. Neben Neuzugang Gondorf wird vom Franzosen Yoric Ravet, der in seinem ersten Jahr öfter die Arztpraxen in Freiburg als das Spielfeld sah, viel erwartet.

In der Abwehr soll Dominique Heintz den talentierten, aber sehr verletzungsanfälligen Marc-Oliver Kempf, der zum VfB Stuttgart wechselte, ersetzen. In Manuel Gulde findet er zentral einen umsichtigen Partner. Auf der linken defensiven Außenbahn ist Eigengewächs Christian Günter weiter konkurrenzlos, rechts kämpfen Pascal Stenzel und Lukas Kübler um Einsatzzeiten.

Neuer sattgrüner Rasenteppich

Rackerer Günter wird wieder viele Kilometer abspulen, denn er weiß nur zu gut: "Wir müssen für den Erfolg immer mehr tun als die anderen in der Liga." Der zu einem Spitzentorwart herangereifte Alexander Schwolow hat ein gutes Gefühl: "Die Tendenz stimmt." Gewiss ist auch positiv, dass der langjährige Kapitän Julian Schuster nach seinem Karriereende als Spieler künftig mit all seiner Erfahrung als Verbindungstrainer zum Nachwuchs dem Verein erhalten bleibt.

Zum Saisonstart gegen Eintracht Frankfurt gibt es nicht nur neue Gesichter, sondern auch einen neuen sattgrünen Rasen im Schwarzwaldstadion. Infolge der wochenlangen Hitzeperiode krankte der alte Rasen an heftigem Pilzbefall, braune Flecken zeugten davon. Neue Kräfte, neuer Teppich: Die Fans freuen sich auf die nächste Abenteuerreise.

BT-Tipp: Platz 13.

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