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"Es gibt Leute, die immer meckern"
'Wer als Trainer nicht verlieren kann, ist falsch aufgehoben': Der emotionale Markus Klug hat schon dreimal das Deutsche Derby gewonnen. Foto: Sorge
25.08.2018 - 00:00 Uhr
Wenn heute die Große Woche in Iffezheim beginnt, dann reist der Trainer Markus Klug mit 40 Siegen als Spitzenreiter der Trainer-Rangliste an. Andreas Bolte mit 37 und Andreas Wöhler mit 34 Siegen folgen auf den weiteren Podestplätzen. Klug hat in den vergangenen fünf Jahren dreimal mit Sea the Moon (2014), Windstoß (2017) und Weltstar in diesem Jahr das Deutsche Derby in Hamburg gewonnen. Als der legendäre Heinz Jentzsch sein erstes von acht Derbys 1969 mit Don Giovanni für das Gestüt Schlenderhan gewann, war er bereits 49 Jahre. Klug ist erst 42. Das Badische Tagblatt hat die Trainerlaufbahn von Markus Klug mit Familienpferden seit den ersten Tagen 2003 im Nebentrakt des Stalls von Wolfgang Gülcher in Iffezheim begleitet. BT-Mitarbeiter Klaus Göntzsche sprach mit Klug, der mit einem Team von 25 Personen derzeit 101 Pferde im Gestüt Röttgen trainiert.

Interview

BT: Herr Klug, Sie haben kürzlich den Großen Preis von Berlin in Hoppegarten nicht gewonnen. Das muss doch ein ungewohntes Gefühl gewesen sein nach bislang zehn Gruppe-Siegen in Deutschland...

Markus Klug: Zwei davon für Degas und Millowitsch in Düsseldorf sind uns durch die Disqualifikationen von Wonnemond doch geschenkt worden. Im Großen Preis von Berlin haben wir verloren. Das muss man einfach akzeptieren.

BT: Warum ist Windstoß in Hoppegarten so ausdruckslos gelaufen?

Klug: Es war nicht sein Boden. Grundsätzlich gefällt er mir seit dem Start im Coronation Cup nicht so gut. Das hat wohl doch Substanz gekostet, ihm fehlte der letzte Tick an Frische. Wir peilen jetzt die Titelverteidigung im Preis von Europa in Köln an.

BT: Sie dominieren die großen Rennen in dieser Saison. Mal ehrlich: Spüren Sie keinen Neid oder gar die Missgunst der Kollegen?

Klug: Wir sind hier in Röttgen doch ziemlich abgeschottet. Da hört man nicht so viel. Es gibt Leute, die haben immer etwas zu meckern. Weil wir viele Zweijährigen-Rennen gewinnen, jagen wir sie angeblich im Training. Das stimmt aber überhaupt nicht. Na ja: Wenn ich übers Wasser ginge, würden die Leute sicher sagen: Kann er nicht schwimmen?

BT: Wie steht es denn mit dem eigenen Nervenkostüm, kann man Verlieren lernen?

Klug: Ich bin eben ein emotionaler Mensch. Das zeigt sich bei Siegen und eben auch bei Niederlagen. Wer in unserem Sport als Trainer nicht verlieren kann, ist falsch aufgehoben. Letztlich haben wir bei allen Erfolgen in dieser Saison "nur" 21 Prozent der Rennen gewonnen, den Rest nicht.

BT: In welchen Gruppe-Rennen laufen Ihre Pferde in Iffezheim?

Klug: Es geht mit Devastar im früheren Spreti-Rennen heute los. Millowitsch läuft morgen in der Goldenen Peitsche. Degas wird im Oettingen-Rennen antreten. Alicante, Conscious und Dina sind noch im Zastrow-Stutenpreis. Im Zukunfts-Rennen könnten Man on the Moon, Peace of Paris und Sharoka laufen. Destino und Weltstar werden im Großen Preis von Baden antreten. Dschingis Secret läuft nicht in Iffezheim. Er ist hier schon dreimal nicht gut gelaufen und hatte in diesem Jahr bei keinem Start seinen weichen Boden. Vielleicht versuchen wir es noch einmal im Arc in Paris.

BT: Bleibt Adrie de Vries auch im nächsten Jahr als erster Jockey an Ihrem Stall, und wie sind die Rollenspiele von Martin Seidl und Maxim Pecheur, Rene Piechulek, Andreas Helfenbein und Frau Vogt verteilt?

Klug: Ich gehe davon aus, das Adrie bleibt. Mir ist nichts anderes bekannt. Bei Seidl und Pecheur gibt es keine klare Nummer zwei oder drei. Es hängt auch von den Besitzern ab. Piechulek hat ja noch das Engagement in München und ist nicht immer hier. Andreas Helfenbein reitet die Renz-Pferde, und Sybille Vogt wird auch beschäftigt, wenn wir viele Starter an vielen Orten haben, zum Beispiel im Südwesten.

BT: Wie war das damals mit dem ersten Röttgen-Kontakt wirklich. Wer hat Sie angesprochen, und wie lief das hinter den Kulissen?

Klug: Das war im Frühjahr 2010 bei der Breeze Up vor der Frühjahrs-Auktion. Gestütsleiter Frank Dorff hat mich angesprochen. Ich glaube, er hatte den Hinweis von Rüdiger Alles bekommen.

BT: Was sagen Sie zu den schlechten Leistungen der Stute Rock my Love von Günter Merkel nach dem Verkauf in den Stall von Freddy Head?

Klug: Besondere Informationen habe ich nicht. Es wundert mich aber schon. Vor allem die Wahl der Distanzen von 1800 Metern und zuletzt 1200 Metern. Ich wollte mir ihr den Preis der Diana anpeilen.

BT: Was macht der Kampf um das dritte Championat?

Klug: Es sah eine Weile gar nicht so gut aus. Wir werden das nicht um jeden Preis versuchen. Es werden etliche ältere Pferde demnächst verkauft, es muss Platz für die Jährlinge geschaffen werden. Das schränkt die Möglichkeiten sicher etwas ein.

BT: Wie ist der Kontakt zum Vater in Rastatt. Wird dort während der Großen Woche noch übernachtet?

Klug: Klar, wir übernachten in meiner alten Wohnung.

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