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Geklopft, paniert, frittiert
Nicht zu stoppen: Mit acht Treffern ist Markus Koch (rechts) einer der Sandweierer Erfolgsgaranten.  Foto: toto
27.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Der Duft des Erfolgs wabert durch die Rheintalhalle. Und er riecht nach Schnitzel. Zumindest am Freitagabend war das so. Traditionell wird den Spielern des TVS Baden-Baden nach Heimspielen an einer flux aufgebauten Tafel ein Essen kredenzt. Nicht nur wegen der historischen Dimension - das 30:23 zum Saisonauftakt war gleichbedeutend mit dem ersten Sieg im ersten Spiel der dritten Handball-Bundesliga - war es ein besonderer Sieg. Und so gab es nicht etwa ein schnödes Stück Fleisch, sondern Cordon bleu - wohl das Edelste, was man als Schnitzel erreichen kann. Passend dazu wurde der TVW von den Hausherren erst geklopft, dann paniert und abschließend frittiert.

Das alles brachten die Akteure in Grün und Weiß mit deutlich weniger Anstrengung auf die Platte, als zu erwarten war. Denn Willstätt ließ - abgesehen von den ersten 20 Minuten - den nötigen Siegeswillen vermissen, wirkte bis auf den siebenfachen Torschützen Marco Schlampp seltsam mut- und herzlos. Den bis in die Haarspitzen motivierten Hausherren konnte das vor mehr als 1000 feierwütigen Zuschauern freilich nur recht sein. Für ersten aufbrandenden Applaus sorgte Julian Schlager - der Neuzugang stand wie der ebenso neue Mittelmann Maximilian Vollmer in der Startsieben -, als er nach 35 Sekunden den ersten Sandweierer Treffer in Liga drei markierte.

In der Anfangsphase war beiden Teams die Nervosität auf neuem Terrain anzumerken. Da sich die Unkonzentriertheiten aber auf beide Seiten verteilten, konnte sich bis zum 8:8 durch den gut aufgelegten TVS-Kreisläufer Nikolaj Unser (19.) keine Mannschaft entscheidende Vorteile erarbeiten. Auf Sandweierer Seite machte sich in der Folge die Einwechslung von Johannes Henke bemerkbar, der in der Abwehr für noch mehr Struktur sorgte und im Angriff gekonnt die Fäden zog. "Wir haben zum richtigen Zeitpunkt durchgewechselt und den Gegner immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt", hob TVS-Trainer Ralf Ludwig - neben dem disziplinierten Abwehrverhalten ("Das hat hervorragend geklappt!") - den maßgeblichen Erfolgsfaktor für den "verdienten Sieg" hervor.

Das sah auch Markus Koch so, der im Wechselspiel mit Schlager im halblinken Rückraum für mächtig Wirbel sorgte. Im Gegensatz zum TVS sei bei den Wechseln der Willstätter sofort "ein Qualitätsverlust da gewesen. Das hat denen am Ende das Genick gebrochen", sagte der achtfache TVS-Torschütze. Dies wiederum könnte Marcus Simowski, Trainer des TVW, kurzfristig den Job kosten. Jedenfalls machten am Freitagabend Gerüchte in der Rheintalhalle die Runde, dass der Willstätter Aufstiegstrainer bei einer neuerlichen Niederlage gegen Pfullingen seinen Platz bereits räumen muss.

Sandweier nahm darauf freilich keine Rücksicht - vor allem nicht Rückraum-Kanonier Koch. Mit vier Treffern kurz vor der Pause war der Rechtshänder mitverantwortlich für die 15:11-Halbzeitführung. Nach dem Wechsel besorgte er - zusammen mit zwei Treffern des bärenstarken Max Mitzel - ein beruhigendes Sieben-Tore-Polster (20:13/37.). Danach lief nahezu zehn Minuten nicht mehr viel zusammen in der TVS-Offensive, was auch an der guten Leistung des TVW-Keepers Rafal Grzybowski lag. Die Folge: Willstätt kam auf 22:18 (47.) heran. Die Hausherren konnten sich aber ihrerseits auf Torhüter Dominik Horn verlassen, der in entscheidenden Momenten beherzt zupackte. "Das war wichtig. In dieser Phase kann man ein Spiel auch verlieren", sagte Rückkehrer Mitzel nach der Partie. Und auch er selbst sorgte mit vier eiskalt verwandelten Tempogegenstößen dafür, dass der Sieg deutlich ausfiel.

Und so war es trotz der neuen Liga am Ende wie (fast) immer: Erst wurde getanzt, dazu wurde gesungen - und dann lecker gegessen.

TV Sandweier: Hafner, Horn - Koch 8, Mitzel 6, Schuster, Schlager je 4, Unser 3, J. Henke, Fritz je 2, Vollmer 1, Bornhäußer, Wichmann, Seiter, Völker, Hable, Jolibois.

TV Willstätt: Zölle, Grzybowski - Schlampp 7, Jankowski, Schliedermann je 4, Durand 3, Markovic 2, Ludwig, Knezovic je 1, Matzinger 1/1, Fessler, L. Veith, B. Veith, Dodig.

Schiedsrichter: Marcus Hurst/Mirko Krag (Oberursel/Frankfurt) - Zuschauer: 1050 - Zeitstrafen: 3/4 - Rote Karte: Yannick Ludwig (TVW; Disqualifikation nach drei Zeitstrafen).

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