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Derby ohne Befreiungs schlag
Lauterns Mads Albaek (links) und Karlsruhes Manuel Stiefler kämpfen um den Ball. Foto: GES
27.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Hans Falsehr

Wirklich zufrieden war nach dem torlosen Südwestderby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC, das erstmals in der Dritten Liga stattfand, eigentlich niemand. Weder die gastgebenden Pfälzer, die nach zuvor einem Unentschieden und zwei Niederlagen die Wende hin zum Besseren einleiten wollten, noch die Badener, die ihren zweiten Saisonerfolg im Visier hatten und den "Betze" tatsächlich erstmals seit dem 24. Oktober 1992 als Sieger hätten verlassen können. Denn speziell in der ersten Halbzeit ließ der KSC "einige Hochkaräter" ungenutzt, wie Stürmer Anton Fink hernach feststellte.

"Das war natürlich nicht der Befreiungsschlag, den wir uns vorgenommen hatten", formulierte Kaiserslautern Angreifer Timmy Thiele die Enttäuschung der Hausherren. "Aus meiner Sicht haben wir ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht", fasste derweil KSC-Trainer Alois Schwartz die einschließlich der Nachspielzeit über 95 Minuten dauernde Partie bei den "Roten Teufeln" zusammen. "Dieser Punkt war mehr als verdient", fand Schwartz. Noch höher hängte Oliver Kreuzer das torlose Remis. "Das war eine gute Reaktion auf das 0:6-Pokalaus gegen Hannover. Die Mannschaft hat sehr gut und kompakt verteidigt", urteilte der KSC-Sportdirektor. Auch er freilich fand: "Im Spiel nach vorne müssen wir uns nach wie vor verbessern."

In den ersten 20 Minuten der fair, aber durchaus mit harten Bandagen geführten Partie (Fink: "Wir sind keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen") hatten beide Mannschaften je eine sehr gute Möglichkeit, in Führung zu gehen. Zunächst setzte Anton Fink seinen Sturmkollegen Marvin Pourié in Szene, der am ihm entgegenstürzenden FCK-Keeper Jan-Ole Sievers scheiterte (10.). Auf der anderen Seite lupfte Lukas Spalvis eine Vorlage, die er sauber mit der Brust angenommen hatte, aus sieben Metern über das KSC-Tor (19.). Anschließend erarbeiteten sich die Wildparkprofis ein Übergewicht, aus dem in der ersten Halbzeit noch ein Eckballverhältnis von 5:0 für die Karlsruher resultierte. Aber auch aus dem Spiel heraus hätte durchaus das 1:0 für die Badener fallen können. Sievers jedoch parierte die Schüsse von Martin Röser (32.) und David Pisot (44.). Zudem traf Fink nach einer Auflage von Pourié den Ball nicht richtig (34.) und Marvin Wanitzek schoss von links knapp am langen Pfosten vorbei (42.). Mit dem 0:0 zur Pause konnte der FCK dementsprechend etwas zufriedener sein als seine Gäste.

Nach dem Seitenwechsel sah sich der KSC dann verstärkten Angriffsbemühungen seiner Gastgeber ausgesetzt. Der FCK verbuchte innerhalb von fünf Minuten (49. - 53.) sechs Eckbälle, die, wie auch die meisten Freistöße der Pfälzer, vom früheren KSC-Spieler (Jugend bis 2008) Florian Dick ausgeführt wurden. "Den Druck des FCK bis etwa zur 60. Minute haben wir aber cool überstanden", lobte Schwartz seine Schützlinge. "Und hinten raus war das Spiel wieder offen." Justin Möbius hatte spät (90.+2) den dann wohl Siegtreffer auf dem Fuß, Sievers aber hielt auch diesen Ball.

Fünf Punkte hat der KSC in seinen bisher drei Auswärtsspielen der Saison - in Braunschweig, bei Fortuna Köln und nun beim FCK - geholt. "Das ist sehr ordentlich", stellte KSC-Coach Schwartz am Samstag fest, zumal alle drei Gegner "gute Mannschaften" gewesen seien. "Zu Hause aber müssen wir besser spielen", fügte er an. Nächsten Samstag, gegen die Sportfreunde Lotte, soll endlich der zweite Saisonsieg her.

1. FC Kaiserslautern: Sievers - Dick, Kraus, Hainault, Sternberg - Hemlein, Löhmannsröben, Albaek, Zuck (64. Biada) - Thiele (81. E. Huth), Spalvis (62. Pick).

KSC: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach - M. Röser (86. Möbius), Stiefler, Wanitzek (90.+4 Groiß), Muslija - A. Fink, Pourie (71. Batmaz).

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken) - Zuschauer: 27343 - Gelbe Karten: Sternberg (3), Biada (2) - Wanitzek (2), Muslija (1).

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