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Großartige Bilanz der Iffezheimer Ställe
Einer der Lichtblicke: Im Berenberg-Cup gewinnt die Stute Folie de Louise mit Tony Piccone im Sattel - einer von insgesamt acht Iffezheimer Siegen.  Foto: Tuchel
04.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Klaus Göntzsche

Der Scheich hat gegeben, der Scheich hat genommen. So könnte man zwei wesentliche Ereignisse der Großen Woche 2018 in Iffezheim beschreiben. Scheich Mohammed al-Maktoum aus Dubai als größter Rennstallbesitzer der Welt mit vermutlich rund 600 Pferden hat auf der Versteigerung der Baden-Badener Auktionsgesellschaft (BBAG) drei Jährlinge zu einem Gesamtpreis von 618000 Euro kaufen lassen. Vom Gestüt Fährhof des Baden-Racing-Chefs Andreas Jacobs einen Fuchshengst für 58000 Euro, von den Gestüten Etzean und Brümmerhof je einen Jährling für 280000 Euro. Es waren die Höchstpreise einer Auktion, bei der 90 der 250 Pferde nicht verkauft wurden.

Solche Zahlen kannten die BBAG-Verantwortlichen in der Vergangenheit nicht. Der Mann aus dem Morgenland war ein wichtiger Faktor bei diesem bisherigen Erfolgsmodell des deutschen Galopprennsports. Diese Transfers sind ohne Zweifel auch ein Kompliment für die deutsche Vollblutzucht. Oder auch eine Art vorgezogener Dank.

Denn zwei Tage nach der Auktion hat der vierjährige Hengst Best Solution mit Jockey Pat Cosgrave den 146. Großen Preis von Baden und damit die Siegprämie von 150000 Euro auf das Konto des 69-jährigen Herrschers von Dubai galoppiert. Die Prämie für Platz zwei von 60000 Euro sicherte sich sein Vetter Obaid für den Hengst Defoe. Iquitos war - nach einem vom Trainer Jürgen Gröschel stark kritisierten Ritt des Jockeys Eddi Hardouin - als Dritter das beste deutsche Pferd in einem eher schwach besetzten Grand Prix.

Der bärtige Saed bin Suroor als Trainer von Best Solution und sein Kollege Roger Varian für Defoe haben mit ihren Auftritten in Iffezheim die internationale Reputation dieses Rennens zumindest einigermaßen gesichert. Der früher als Polizist tätige Suroor kommt gerne nach Deutschland, weil er hier auch oft gewinnt: In dieser Saison mit dem Großen Preis von Berlin in Hoppegarten und dem Baden-Grand-Prix zwei Europa-Gruppe-I-Rennen. Wie gut Best Solution und Defoe wirklich sind, das werden die Starts dieser beiden Pferde in den kommenden Monaten zeigen. Für Best Solution geht es zu zwei großen Rennen nach Australien (wir berichteten). Es bleibt zu hoffen, dass der Hengst dort gut abschneidet und dass sich die drei BBAG-Jährlinge in den Rennställen des Scheichs gut entwickeln. Für die BBAG wird es in Zukunft zwingend darum gehen, von einigen deutschen Gestüten auch tatsächlich die besten Jährlinge zu bekommen und nicht die zweite Wahl, während die Elite nach Newmarket oder Deauville geschickt wird. So etwas merken die international erprobten Agenten sofort, da hilft dann auch kein Charterflieger aus Doncaster.

Wenn es etwas Positives an dieser Großen Woche gab, dann waren es acht Siege Iffezheimer Rennställe. In den vergangenen zehn Jahren hat es eine solche Bilanz nicht mehr gegeben. Drei Rennen gewann Lennart Hammer-Hansen mit Tigers Palarina (es ritt Sohn Thore), Sugar Daddy und Arktis. Auch Carmen und Georg Bocskai drehten gegen Ende des Meetings gewaltig auf und standen für Winterfuchs, San Salvador und Folie de Louise auf dem Podest. Der hoffnungsvolle Zweijährige Winterfuchs und der erstarkte San Salvador liefen für renommierte Besitzer mit Gestüts-Hintergrund, die Stute Folie de Louise erfreute mit ihrem Sieg im Berenberg-Cup - warum ein solches Rennen nach dem Großen Preis? - die Mitglieder des Galopp-Clubs Iffezheim. "Wir werden die Stute zu Auktionen in Frankreich anmelden. Aber wir möchten es mit ihr auch noch einmal in Europa-Gruppe-Rennen versuchen. Ich bin überzeugt, dass sie so etwas kann. Sie ist eine eisenharte Stute," meinte die Trainerin am Morgen nach dem Sieg. "Mit Winterfuchs haben wir noch zwei oder drei Optionen. Aber nicht im Preis des Winterfavoriten. Das wollte der Besitzer nicht, weil die Zuchtlinie von Winterfuchs sehr spät reift, und es sollte durch eine Nennung in diesem großen Rennen kein unnötiger Druck aufgebaut werden."

Je ein Sieg gelang dem kleinen Stall von Conny Whitfield durch den Außenseiter Analeon und Gerald Geisler mit Lebowski. Vielleicht sind diese Erfolge auf der Heimatbahn ein Anreiz für Investitionen in junge Pferde und etwas mehr Trennungsmut von alten, oft kostenträchtigen, liebgewordenen Vierbeinern für andere, nicht minder sinnvolle Zwecke als Rennen.

In ihrer Meetingsbilanz widmete sich die Baden-Racing-Geschäftsführerin Jutta Hofmeister dem zentralen Kritikpunkt der Großen Woche: "In enger Absprache mit der Rennleitung haben wir geeignete Maßnahmen überlegt, um die Grasnarbe langfristig zu stärken, die nach der monatelangen Hitze, dem Regen am Eröffnungstag und durch die rund 500 Starter während des Meetings doch sehr gelitten hat."

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