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Junge, Junge - die Frauen des TC Rot-Weiss
22.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Hucky Krämer

Die fantastische Geschichte des Frauenteams des TC Rot-Weiss hat viel mit Cheftrainer Sascha Petratschek zu tun: Er ist dabei, mit dem Baden-Badner Traditionsverein eine neue Cinderella-Story des Tennis zu schreiben, an deren Ende der Aufstieg in die Bundesliga stehen soll. Und zwar mit jungen, möglichst deutschen Schlägerschwingerinnen aus der Region. Der Zeitgeist schreit: Das ist utopisch. Die Realität zeigt: Was es braucht, sind Visionen, harte Arbeit, Geld, Risikobereitschaft und ein enormes Maß an Disziplin. Jedenfalls ist das junge Frauenteam des TC Rot-Weiss zwei Jahre nach Einführung des neuen Förderkonzepts nur noch eine Tennis-Welt von der Bundesliga entfernt.

Im vergangenen Jahr rockte man die Oberliga, nun mischte das mit Abstand jüngste Team (Durchschnittsalter 16,6 Jahre) die Badenliga auf, fertigte dann im Aufstiegsspiel den TC Trier mit 6:0 ohne Doppel ab und marschierte in die Regionalliga Süd-West durch. Ein grandioser Erfolg, auch für das Team, das hinter dem Team steht. Der verdiente Lohn für die harte Trainingsarbeit und all die Entbehrungen. Unglaublich das 7:2 im vorentscheidenden Spiel gegen Mannheim Anfang Juli. Man musste ohne eine Spitzenausländerin antreten, gewann zwar formal glatt mit 7:2, benötigte hierzu allerdings vier Siege im Matchtiebreak. "Da hatten wir auch das notwendige Quäntchen Glück", meint der ehemalige bayerische Verbandstrainer Petratschek rückblickend. Dann das sensationelle "Heidelberger Wochenende", an dem man in beiden Spielen mit 5:4 triumphierte. Das Aufstiegsspiel in Trier war dagegen ein Spaziergang.

Deutlich wurde aber bereits in der Badenliga, dass man nur mit den "jungen Wilden" Jana Leder, Nina Lalovic, Brigitte Manceau, Monika Dedaj und Pia Praefke nicht aufsteigen kann. Ohne die "Mutter der Tennis-Küken", Angelika Roesch (41), und die ausländischen Spielerinnen Pemra Ozgen (Nummer eins), Renata Voracova und Youlia Fedossova wäre dieser Durchmarsch nicht möglich gewesen. Und in der Regionalliga, in der die Ausländerbeschränkung auf zwei Spielerinnen aufgehoben ist, stoßen die Rot-Weiss-Talente nun an ihre Grenzen.

Also, was tun? Dem eigenen Konzept treu bleiben oder aufrüsten, damit der Traum von der Bundesliga kein Traum bleibt? "Wir wollen schon einen weiteren Aufstieg, aber nicht um jeden Preis. Deshalb setzen wir weiterhin auf unsere jungen Spielerinnen, die genügend Steigerungspotenzial haben, um in der Regionalliga einen Mittelplatz zu belegen", machen die beiden Fördervereinsvorsitzenden Florian Schulte und Ingo Auer unmissverständlich klar. "Man muss sich im Sport die höchsten Ziele setzen, aber es ist ein steter Drahtseilakt zwischen Leistungsdenken und finanzieller Machbarkeit. Außerdem wollen wir kein Söldnertum, sondern unserem Konzept treu bleiben und das Abenteuer Regionalliga mit Angelika Roesch und Co. angehen. Alles andere würde ja bedeuten, dass unsere Talente auf der Strecke bleiben", sagt Cheftrainer und Sportvorstand Petratschek.

Auch der Hauptsponsor Rainer Kellner, dessen Ziel nach wie vor die Bundesliga ist, will diesen Weg nur mit dosierter Verstärkung gehen. Der schwäbische Unternehmer, der seit vier Jahren in Baden-Baden wohnt, möchte als "Pate" Spielerinnen über mehrere Jahre in ihrem Karrierepfad entwickeln und mit ihnen ein gemeinsames Team aufbauen. Vielleicht klappt's ja dennoch auf Anhieb mit dem dritten Aufstieg in Folge. Die Leidenschaft und den nötigen Biss haben die Rot-Weiss-Frauen - und im Doppel (12:12) ist auch noch viel Luft nach oben.

Und was ist eigentlich mit dem starken Geschlecht bei Deutschlands ältestem Tennisclub? Die Männer eins, die ja auch Geld kosten, sind gerade aus der Badenliga abgestiegen. Es fehlen zwei, drei gute Schlägerschwinger, die der Stadtrivale TC Grün-Weiß, der den Aufstieg in die Oberliga verpasst hat, in seinen Reihen hat. "Die Spieler kennen sich, trainieren zusammen. Da wäre doch eine Kooperation sinnvoll und noch dazu billiger. Stattdessen werben wir uns gegenseitig die Spieler ab", packt Ingo Auer bewusst ein heißes Eisen an. Ein kleiner Denkanstoß ist es aber allemal.

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