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Ein Frühlingsbote im Herbst namens Gabriel
Gabriel Gallus.  Foto: toto
29.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Hucky Krämer

Die rührendsten Geschichten schreibt der Fußball meist dann, wenn er jemanden heimkehren lässt. Comebacks sind ja etwas Herzerwärmendes, und eine wunderschöne Comeback-Geschichte hat jetzt Gabriel Gallus geschrieben. Am 23. August wurde der Spielmacher des Oberligisten SV Oberachern im Krankenhaus in Zell am Harmersbach am Meniskus operiert, nur 30 Tage später stand er im Heimspiel gegen den FV Ravensburg wieder in der Startelf. Und die SVO-Fans rieben sich ob der "Blitzheilung" verwundert die Augen.

Natürlich hatte man Gabriel Gallus in den Spielen gegen Pforzheim (0:3), Linx (0:1), Backnang (4:3) und Freiberg (2:6) schmerzlich vermisst, denn mit ihm steht und fällt das Spiel des SVO. Natürlich hatte man in Oberachern seine Rückkehr herbeigesehnt, dass Gallus aber so schnell wieder fit werden würde, verblüffte dann doch. Zwar ist der 29-Jährige erst bei 70 Prozent seines Leistungsvermögens, pumpte schon nach 45 Minuten, aber er hauchte zusammen mit dem französischen Debütanten Evans Erius dem Angriffsspiel neues Leben ein. Das 0:0 gegen den FV Ravensburg hatte jedenfalls das Aroma eines Sieges und macht Mut für das heutige Derby in Villingen.

"Ein Wunder ist mein frühes Comeback nicht, auch keine Blitzheilung. Ich habe einfach Glück im Unglück gehabt", sagt Gallus und klärt auf: "Im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers hatte ich mir einen kleinen Einriss am Außenmeniskus zugezogen. Bei der OP wurde zwar ein Stückchen des Meniskus entfernt, aber es musste Gott sei Dank nichts genäht werden. Schon mein Operateur orakelte, dass ich in vier Wochen wieder gegen den Ball treten kann." Wieder gegen den Ball treten zu können, heißt aber noch nicht, sich wieder ins Stahlbad Oberliga stürzen zu können. Dass das Comeback dann doch so rasch glückte, lag zum einen an der Willensstärke des Patienten, zum anderen an der guten medizinischen Betreuung durch Mannschaftsarzt Dr. Ulrich Hoffmann und den Physios. "Da es gerade nicht so rund lief, wollte ich der Mannschaft unbedingt helfen", so Gallus. Deshalb biss er auf die Zähne, ging während der Reha über die Schmerzgrenze hinaus.

Warum aber ist Gallus, den alle nur "Gabi" rufen, so wichtig für den SVO? Gallus hat Fähigkeiten, die einer angreifenden Mannschaft im modernen Erstmal-hinten-gut-stehen-Kompaktfußball hilfreich sind. Er kann Pässe spielen, die Räume und manchmal sogar Horizonte öffnen; er hat die technischen Fertigkeiten für das feinsinnige Kurzpassspiel; und er hat einen präzisen Schuss. Gallus ist ein klassischer Zehner mit eingebauter Torgarantie. Und er hat jede Menge Erfahrung. Gallus wurde 2008 mit den A-Junioren des SC Freiburg unter Trainer Christian Streich deutscher Meister, spielte danach vier Jahre beim SC Freiburg II, wechselte 2012 zum Regionalligisten Hessen Kassel, zwei Jahre später dann zu dessen Rivalen Kickers Offenbach. In Hessen vermisste er jedoch seine Familie - vor allem "den Wurstsalat von Muttern".

2015 zog es den Schwarzwälder Bub aus Zell am Harmersbach wieder zurück in die Heimat. Gallus wechselte zum damaligen Regionalligisten Bahlinger SC, für den er allerdings nur ein Spiel absolvierte. Die Chemie zwischen ihm und Trainer Milorad Pilipovic stimmte einfach nicht. Die "graue Eminenz des SVO", Wolfgang Springmann, hatte schon vor dem Wechsel in den Kaiserstuhl an Gallus gebaggert, jetzt stieß er bei dem Kreativspieler auf offene Ohren. Seit Sommer 2015 ist er nun bei der "Macht vom Dorf" - eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Der SVO hat mit Gallus einen Ausnahmefußballer in seinen Reihen, "Gabi" ist zurück in der Heimat und hat in Oberachern sein sportliches Zuhause gefunden. Springmanns Nachfolger als Vorstand Sport des SVO, Mark Bosselmann, hat Gallus eine Lehre zum Speditionskaufmann ermöglicht, so dass der Fußballer jetzt auch ein berufliches Standbein hat. "Ich fühle mich beim SVO pudelwohl", schwärmt Gallus, dessen Vertrag bis 30. Juni 2020 läuft.

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