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Zu schwach für Leistungssport
16.10.2018 - 00:00 Uhr
Erst ein Radunfall, dann eine Zahn-OP, zuletzt ein übler Infekt: Die gesundheitlichen Tiefschläge der vergangenen Monate haben Biathlon-Königin Laura Dahlmeier zu Fall gebracht. Die 25-Jährige muss wegen ihres "ziemlich geschwächten" Immunsystems für unbestimmte Zeit mit dem Leistungssport pausieren - eine Teilnahme am Weltcup-Auftakt Anfang Dezember in Pokljuka erscheint utopisch.

"Einzeln betrachtet waren die diversen Schwierigkeiten zwar nicht besonders gravierend, und eigentlich war ich auch ganz zuversichtlich, dass ich die stressige Olympiasaison gut verkraftet habe", sagte Dahlmeier, die in ihrem Tatendrang aber immer wieder ausgebremst worden war: "Wenn ich dachte, dass es jetzt endlich aufwärts geht, kam gleich der nächste Infekt oder wieder irgendein gesundheitliches Problem. Die vergangenen Wochen waren deshalb nicht gerade leicht für mich."

Zuletzt war die Doppel-Olympiasiegerin von Pyeongchang zwar mit dem deutschen Team ins Trainingslager nach Hochfilzen/Österreich gereist. Während die Teamkolleginnen allerdings für die ersten Rennen der Saison schufteten, konnte Dahlmeier nicht alle Einheiten wie geplant absolvieren. Wann sie wieder in das Training einsteigt, wollte auch DSV-Mannschaftsarzt Klaus-Jürgen Marquardt nicht vorhersagen.

"Die unterschiedlichen gesundheitlichen Probleme der vergangenen Monate haben in Summation dazu geführt, dass Lauras Immunsystem aktuell ziemlich geschwächt ist", sagte der Mediziner. Für den schmächtigen Star der Skijäger-Szene seien daher "hohe Intensitäten, große Trainingsumfänge oder Stress in der jetzigen Situation absolut kontraproduktiv".

Dabei hatte die 25-Jährige zuletzt nach reiflicher Überlegung die Spekulationen über ein vorzeitiges Karriereende beendet und war voller Tatendrang in die Saison gestartet. "In mir brennt wieder das Feuer. Mir ist klargeworden, dass ich auf alle Fälle für das Biathlon bereit bin. Ich bin supermotiviert", sagte Dahlmeier, die in Südkorea Gold im Sprint und in der Verfolgung geholt hatte, Ende September dem Münchner Merkur.

Um auch in Zukunft an diese Erfolge anknüpfen zu können, hatte Dahlmeier in der Vorbereitung ihr bewährtes Programm - sofern es denn angesichts der gesundheitlichen Umstände möglich war - abgespult. Sie unternahm Klettertouren, radelte in den Bergen.

Dass die individuelle Vorbereitung auch Gefahren birgt, erfuhr Dahlmeier am eigenen Leib: Bei einem Trip mit dem Mountainbike erlitt die passionierte Bergsteigerin im Juli bei einem Sturz eine Schnittverletzung am Oberschenkel, die genäht werden musste. Zu allem Überfluss musste sie danach wegen einer Weisheitszahn-OP kürzertreten, zuletzt setzte sie ein langwieriger Infekt außer Gefecht.

"Ich muss jetzt einfach auf meinen Körper hören und, wie man so schön sagt, ,Luft ran lassen'. Auch wenn mir das nicht wirklich leicht fällt", sagte Dahlmeier, die ihren Willen aber noch lange nicht verloren hat: "Ich bin mir sicher, dass ich den Trainingsrückstand wieder ganz gut aufholen kann, wenn ich wieder voll belastbar bin." (sid)

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