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Freiburg verhilft Mainz mit schlechtester Heimleistung zu perfektem Karnevalsaisonstart
12.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Michael Ihringer

Als wäre der graue Samstag nicht schon schlimm genug verlaufen, geriet dann der negative Höhepunkt auch noch extrem schmerzhaft. Freiburgs defensiver Mittelfeldspieler Nicolas Höfler musste in der Schlussphase mit schmerzverzerrtem Gesicht den Rasen gegen den FSV Mainz verlassen. Vor der heutigen MRT-Untersuchung befürchtet man Schlimmes: Höfler zog sich bei der 1:3-Heimniederlage eine schwere Knieverletzung zu, die Saison könnte für ihn gelaufen sein.

Höfler hatte gleich drei Rollen in den 86 Minuten eingenommen: Erst die des Pechvogels bei zwei Kopfbällen, wobei im ersten Fall eine großartige Parade von FSV-Torwart Zentner den Torjubel verhinderte. Zweitens jene des Versagers, als der Sport-Club nach Sallais 1:2-Anschlusstor (72.) drauf und dran war, den Ausgleich zu schaffen, Höfler nach Ballgewinn am eigenen Strafraum aber den Zweikampf mit Onisowo suchte, statt das Leder zur Befreiung wegzudreschen. Der eingewechselte Mainzer eroberte sich das Spielgerät und entschied mit dem dritten Treffer die anfangs einseitige, später aber umkämpfte Partie (75.). Die schwere Verletzung rundete schließlich Höflers Tag zum Vergessen als Unglücksrabe ab. Auf so etwas kann man im 100. Bundesligaspiel getrost verzichten.

Bis auf Torwart Schwolow und den technisch feinen Waldschmidt standen neben Höfler acht weitere Freiburger beim Anpfiff völlig neben sich. Die SC-Profis waren physisch zwar anwesend, aber mental nicht bereit. Mainz überrollte mit frechen Stafetten und Toren der French Connection Gbamin (6.) und Mateta (18.) die indisponierten und passiven Freiburger, die anfangs keine Einstellung zum Spiel und Zugriff auf den Gegner fanden. "Mainz hat uns den Schneid abgekauft, und wir sind nur hinterhergelaufen. Das waren doofe Tore. Nach dem 1:3 war die Luft raus", bilanzierte Manuel Gulde, der sich in der Abwehr ebenso eklatante Aussetzer leistete wie seine Kollegen Stenzel und Günter in seinem 200. Pflichtspiel für den SC.

Zudem brachten die überforderten Mittelfeldspieler kaum den Ball mal über zwei Stationen in die Gästehälfte, da war Selbiger von den aggressiven und laufstarken Rheinhessen schon wieder erobert. Gulde: "Wenn wir nur ein Prozent weniger geben als zuletzt, kriegen wir auf den Sack." Dominique Heintz wies zurecht darauf hin, "dass es erst nach der Umstellung auf die Fünferkette im Mittelfeld besser wurde". Von jenem Moment an schafften die Südbadener nach den schlechtesten 45 Minuten im bisherigen Saisonverlauf Überzahl im Mittelfeld, machten endlich Druck und erspielten sich tatsächlich eine Reihe von Chancen. Höflers zwei Kopfbälle (28., 54.), ein weiterer von Koch an die Latte (77.) oder Waldschmidts gekonntes Solo, dessen Krönung im Abschluss knapp versagt blieb (80.). Der SC hätte den desolaten Auftakt gar wettmachen können.

"Wir haben zum richtigen Zeitpunkt das dritte Tor gemacht", war Gästetrainer Sandro Schwarz erleichtert. Zuvor hatte er "herausragende erste 30 Minuten" seiner Schützlinge gesehen, die die Breisgauer mit ihrem mutigen Offensivdrang überraschten. "Die Neuzugänge von Mainz haben eine unglaublich hohe individuelle Qualität", lobte auch Freiburgs Trainer Christian Streich. Nach langer Erfolglosigkeit in Auswärtsspielen war der Dreier für die FSV-Profis der perfekte Rahmen, um mit den Feierfans die Karnevalssaison passend schunkelnd einzuläuten.

Auf der Gegenseite behielt nicht nur Nicolas Höfler die schlechteste Saison-Heimleistung in schlechter Erinnerung. Nach vielversprechenden Wochen hat für den Sport-Club jetzt wieder der Abstiegskampf begonnen.

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