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"Noch ein langer Ritt"
'Noch ein langer Ritt'
26.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Die WM in London steuert auf einen Schnellschach-Tiebreak zu. Auch die elfte Partie zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und Fabiano Caruana endete am Samstag ohne Sieger. Setzt sich die in der WM-Geschichte einmalige Remis-Orgie heute fort, ermitteln der 27-jährige Norweger und sein italienisch stämmiger US-Herausforderer den neuen Champion am Mittwoch in bis zu 15 Partien mit kürzerer Bedenkzeit.

"Viel hängt davon ab, was Fabiano machen will. Möchte er herunterschalten, ist es für mich fein und wir spielen Schnellschach. Ansonsten gibt es eben einen Kampf", blickt Carlsen auf die zwölfte und letzte WM-Partie in London voraus, in der sich der Sieger 60 Prozent der eine Million Euro Preisgeld sichern könnte. Sein Anhang hat den ersten Showdown am Montag schon abgehakt: "Das gibt zwölf Remis", unkte Carlsens Landsmann Leif Warstad während der Partie vom Samstag, die der Fan live aus Slowenien von der dortigen Senioren-WM verfolgte.

Für den Weltmeister wäre es fast ein Wunschergebnis, wie schon vor zwei Jahren in New York gegen den Russen Sergej Karjain die Verlängerung zu erreichen. Bisher erwies sich nämlich Caruana als der dominantere Großmeister. Zweimal ließ der in der Weltrangliste nur einen Wimpernschlag hinter Carlsen liegende US-Amerikaner in diesem Match Gewinnchancen aus. Auch das elfte Remis in Folge bewies, dass er besser vorbereitet ist und den Titelverteidiger mit neuen Eröffnungsideen zu überraschen weiß. "Ich war natürlich von der Eröffnung wenig angetan und wurde überrascht", räumte der Weltmeister zerknirscht ein und "beschloss" trotz des Anzugsvorteils mit den weißen Steinen, die Partie vorsichtshalber "herunterzuschalten. Das war nicht großartig, aber auch kein Desaster". Beide Seiten hatten neben ihrem König nur noch je einen Läufer und sechs Bauern übrig. Da die zwei Leichtfiguren unterschiedliche Felderfarben bestrichen, wussten die Experten schon im 26. Zug: Die Partie ist "tot remis". Carlsen schleppte das Duell indes 30 Züge lang fort, um einen letzten billigen Trick zu versuchen, auf den der Herausforderer nicht hereinfiel. Daher endlich Friedensschluss im 55. Zug. "Es passierte nicht wirklich viel", räumte Caruana ein.

Der 26-Jährige lässt sich durch die dröge Spielweise

seines Rivalen nicht in die Irre führen. "Es ist noch ein langer Ritt. Ich werde natürlich in der letzten Partie nicht verrückt spielen. Aber ich will versuchen, ihn unter Druck zu setzen", schickte der US-Amerikaner zumindest eine kleine Kampfansage in Richtung des Champions; zumal Caruana mit Weiß beginnen darf. Angesichts "der Anspannung für uns beide" ist er um jeden Ruhetag froh. Die letzte Partie und vor allem ein Tiebreak würden durch "die Nerven entschieden und wessen Kopf am besten bis zum Ende arbeitet".

Dass Carlsens Schädel weiter gut funktioniert, bekam er vergangene Woche sogar schriftlich via Chat von seinem Leibarzt bestätigt: Beim Fußball zur Ablenkung und körperlichen Ertüchtigung prallte ein norwegischer Journalist mit dem Megastar unglücklich zusammen und verpasste ihm so ein Veilchen. Dr. Brede Kvisik gab jedoch gleich Entwarnung: "Die Gehirnfunktionen sind alle gut!" Der sonst braunäugige Carlsen nimmt daher das WM-Finale der Damen in Sibirien als Vorbild: Die chinesische Titelverteidigerin Ju Wenjun setzte sich am Freitag im Schnellschach gegen die Russin Katerina Lagno mit 3:1 durch. Gelänge dies dem Weltranglistenersten ebenso in vier Schnellschach-Partien (25 Minuten Grundbedenkzeit) oder wenigstens nach den maximal elf Blitzpartien (mit fünf Minuten), käme Carlsen mit einem zweiten blauen Auge davon.

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