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Das nächste Highlight wartet
05.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Frank Ketterer

Wer die Bedeutung der alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten stattfindenden Wahlen zum "Sportler des Jahres" ergründen möchte, ist bei Christian Ehrhoff bestens aufgehoben. Ehrhoff, Spitzname "Iceman", hat in seinen bislang 35 Lebensjahren schließlich schon viel erlebt. 862 Spiele in der NHL, der besten Eishockeyliga der Welt, hat er unter anderem auf dem Buckel, zudem 118 Länderspiele für Deutschland. 2011 gewann Ehrhoff, damals wohl der beste Eishockey-Verteidiger der Welt, beinahe den Stanley-Cup mit den Vancouver Canucks, sieben Jahre später, vergangenen Februar in Südkorea, Olympia-Silber mit Deutschland. Vor allem die Sache mit der Silbermedaille war eine ziemliche Überraschung, ach was, sie war eine Sensation.

Jetzt, also gestern Vormittag, sitzt Ehrhoff, der seine Karriere inzwischen beendet hat, einfach so auf dem Podium in Brenners Parkhotel zu Baden-Baden und beantwortet die Frage, was es ihm bedeuten würde, sollte das deutsche Wunder-Silber-Team bei der Kür der "Sportler des Jahres" am Sonntag in einer Woche unter die ersten Drei gewählt werden, ebenso kurz wie knapp: "Es wäre nochmal ein Riesen-Highlight. Eine Eishockey-Mannschaft war ja noch nie vorne dabei", sagt Ehrhoff.

Wenn eine Legende wie er von Highlight spricht, dann sagt das ziemlich viel aus über den Stellenwert dieser längst traditionellen Wahl samt Ehrung zum Jahresende. Nicht viel weniger aufschlussreich ist der Blick in die Ahnengalerie der Sieger. Gottfried von Cramm, genannt "der Tennisbaron", war 1947 der erste, dem der Titel "Sportler des Jahres" verliehen wurde, die Gold-Biathletin Laura Dahlmeier vor einem Jahr die bislang letzte. Dazwischen finden sich - um nur einige zu nennen - die Namen von Boris Becker, Steffi Graf, Michael Schumacher, Michael Groß und Franziska van Almsick. Wer es in diese Siegerliste geschafft hat, ist automatisch ein bisschen unsterblich, zumindest bei einem Großteil der Gewählten ist das so.

Am Sonntag in einer Woche kommen die Namen dreier neuer Wahlsieger hinzu. Die Stimmen werden derzeit noch ausgezählt, bereits abgegeben wurden sie von rund 3 000 Mitgliedern des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS). Geehrt wird per Gala im Bénazet-Saal des Baden-Badener Kurhauses, das längst zum Wohnzimmer des deutschen Sports geworden ist, schließlich findet die Proklamation bereits zum 50. Mal an der Oos statt, erstmals im Jahr 1960.

Das macht den ohnehin besonderen Abend noch etwas besonderer. Rechnung tragen will man dem mit einem "Walk of Sports", angelehnt an den berühmten "Walk of Fame" in Hollywood: Entlang des Roten Teppichs, der im Vorfeld des Ehrungsabends traditionell vor dem Kurhaus ausgerollt wird, sollen Sterne mit den Namen aller ehemaligen Sportler des Jahres angebracht werden.

Ein kleines Jubiläum feiern kann in diesem Jahr auch das ZDF. Zum 20. Mal übertragen die "Mainzelmänner" nun schon die Preisvergabe, ab 22 Uhr ist im Rahmen einer gut 90-minütigen, zeitversetzt ausgestrahlten Sendung zu sehen, wie die ZDF-Moderatoren Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne die jeweils drei Erstplatzierten in den Kategorien Sportler, Sportlerin und Mannschaft ehren.

Dass Christian Ehrhoff und seine Silberkameraden am Ehrungsabend auf die Bühne im Bénazet-Saal gerufen werden, ist mehr als wahrscheinlich. Die deutschen Eishockey-Cracks dürfen getrost als Favoriten bei der Teamwahl gehandelt werden. Zudem feststehen sollte, dass die deutschen Fußballer diesmal nicht mit von der Wahl-Partie sind.

Ein heißes Eisen im Wahlfeuer der Frauen dürfte Wimbledonsiegerin Angelique Kerber sein. Gleiches gilt erneut für die Biathletin und Vorjahressiegerin Laura Dahlmeier. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von der nach einem Sturz im Rollstuhl sitzenden Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel sein, deren Umgang mit ihrer Querschnittslähmung zutiefst beeindruckend ist.

Derweil abzuwarten bleibt, wieviele Stimmen Christin Hussong und Malaika Mihambo auf sich vereinen können. Erstere wurde im Sommer Europameisterin im Speerwurf, Letztere im Weitsprung. Beide saßen gestern rechts von Ehrhoff auf dem Podium der Pressekonferenz. Links neben ihm hatte Anja Rothfuss Platz genommen, die bei den Paralympics vier Silber- und eine Bronzemedaille gewonnen hatte. Alle vier Sportler plauderten, flankiert von Thomas Furhmann, dem Leiter der ZDF-Sportredaktion, und Klaus Dobbratz von der veranstaltenden ISK, aus ihrem Leben - und rührten ganz nebenbei ein wenig die Werbetrommel für den 16. Dezember.

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