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"Brauchen jetzt klare Bekenntnisse zum Verein!"
'Brauchen jetzt klare Bekenntnisse zum Verein!'
07.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Heiko Borscheid

Aus regionaler Sicht sind in der Fußball-Landesliga die prominentesten Tabellenpositionen mit hiesigen Vertretern besetzt. Der SV Bühlertal überwintert an der Tabellenspitze, der Rastatter SC/DJK tut dies genau am anderen Ende. Dazwischen tummeln sich zahlreiche weitere Regiovertreter, bei denen die einen überraschten, die anderen hingegen herb enttäuschten.

"Wir brauchen jetzt klare Bekenntnisse zum Verein. Wenn ich die habe, habe ich auch kein Problem damit, mit der passenden Mannschaft eine Klasse tiefer zu spielen. Derbys gegen Ottersdorf oder Ötigheim sind nicht schlechter, als Spiele gegen Altdorf oder Hofstetten", redet Matthias Dorsner Tacheles. Der für den RSC/DJK in sportlicher Hinsicht Verantwortliche lässt sich bei der Suche nach einem Nachfolger für den vor wenigen Wochen freigestellten Matthias Bleich Zeit. "Optionen im Trainerbereich gibt es überraschend viele", hat er festgestellt. Mit der Demission Bleichs wollte er die Mannschaft in die Pflicht nehmen, was zumindest teilweise gelang. Immerhin fuhren die RSC/DJK-Kicker ohne hauptamtlichen Übungsleiter die Saisonsiege zwei und drei ein. Tabellenletzter blieb man dennoch. "Wir planen zweigleisig", so Dorsner zu den Aussichten.

Mit dieser Herangehensweise ist man sicherlich auch bei der Sportvereinigung Ottenau gut beraten. Die Elf von Trainer Giovanni Marotta muss als Drittletzter eine ebenso intensive Rückserie wie im Vorjahr auf den Platz zaubern. "Ich bin sehr enttäuscht", macht der erfahrene Trainer keinen Hehl aus seiner Gemütslage. "Für den Kader, den der Verein vor der Saison zusammengestellt hat, haben wir zehn Punkte zu wenig auf dem Konto." In der Tat scheinen die einzelnen Spieler der Spvgg allesamt landesligatauglich zu sein - sie zeigen es nur nicht. Lediglich die Torhüterposition konnte nach dem Weggang von Dirk Glaser zu keiner Zeit adäquat besetzt werden. Hinzu kommen die Ladehemmungen in der schlechtesten Offensive der Liga. "Wir müssen eine intensive Wintervorbereitung absolvieren. Es ist noch alles möglich", glaubt Marotta an ein erneutes Happy End.

Ganz andere Sorgen hat man beim SV Bühlertal. Auf dem Mittelberg geht es darum, aus der "Pole Position", wie es Trainer Johannes Hurle nennt, "weiter für die gesteckten Zielen zu arbeiten". Einen Zähler Vorsprung hat sein Team auf den ersten Verfolger aus dem Durbachtal. Stolz auf seine Truppe sei er, sagt der 28-Jährige, der sich beim Jahresabschluss auch beim Verein bedankte, ihm das Vertrauen geschenkt zu haben. Für die Rückrunde sieht Hurle seiner Mannschaft übrigens keinen Zweikampf bevorstehen: "Ich gehe davon aus, dass auch Schutterwald und Elchesheim mitmischen werden."

Gerade der FV Rot-Weiß Elchesheim machte in den bisherigen 18 Spielen Freude - besser gesagt in 17 davon. "Unser jüngstes Auftreten daheim gegen Stadelhofen war unsere schwächste Saisonleistung", sagt Trainer Christian Hofmeier. Er hat das Amt zu Saisonbeginn von Spielertrainer Florian Huber übernommen und ist "unterm Strich mehr als zufrieden". Das kann er auch sein: Platz drei mit bereits 34 Punkten lässt für den restlichen Saisonverlauf alle Optionen offen. "Wir wollen für Flo Huber in der Rückrunde zu dessen Abschied nochmals kräftig zünden", sagt Hofmeier.

Beim VfB Bühl hingegen ist Alexander Hassenstein nicht ganz zufrieden. "Wir liegen sicherlich hinter unseren Möglichkeiten zurück", sagt er zu Platz acht. Doch nicht nur die 28 Punkte bemängelt der Bühler Coach, "auch spielerisch haben wir oft nicht überzeugt". Einen Durchhänger wie zuletzt soll es im neuen Jahr tunlichst nicht mehr geben.

Absolut im Soll ist dagegen Aufsteiger TSV Loffenau. "Wir haben am Anfang ein wenig gebraucht, um in der Liga anzukommen. Wir haben daraus gelernt, unsere Spielweise angepasst und sind mit 23 Punkten und Platz neun mehr als zufrieden", sagt Trainer Patrick Ebner, der auch auf den desolaten Saisonstart verweist. Nach sieben Spielen standen beim Aufsteiger lediglich zwei Zähler auf dem Konto.

Ähnlich erging es dem FV Würmersheim. Die Elf von Trainer Manuel Jung musste zunächst Lehrgeld bezahlen, steht aber zu Weihnachten über dem markanten Strich. "Es hätten gut und gerne fünf Punkte mehr sein dürfen", sagt Jung. Mit dem Jahr als Bezirksligameister und der Überwinterung auf einem Nichtabstiegsplatz ist er aber durchaus zufrieden.

"Ich habe schon vor Wochen gepredigt, dass wir im Abstiegskampf stecken", sagt Marcel Stern, Spielertrainer des SV Sinzheim, der seinen Vertrag verlängert hat. Spätestens nach der Heimniederlage gegen Abstiegskandidat Freistett ist das so. Mit der Spielweise seiner Elf ist er oft zufrieden, mit der Punktausbeute freilich nicht. "Die Saison bleibt bis zum letzten Spieltag spannend", prophezeit Stern - und das gilt nicht nur für seinen Verein.

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