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Zur Halbzeit Meister
Zur Halbzeit Meister
17.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Christoph Ruf

Kaum waren die Gesänge verhallt, die die KSC-Fans nach dem 3:0-Sieg in Halle angestimmt hatten, erklangen die gleichen Rufe noch mal aus der Mannschaftskabine: "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey", riefen nun auch die Karlsruher Spieler, die sich zuvor davon überzeugt hatten, dass sie tatsächlich mit dem VfL Osnabrück die Plätze getauscht hatten und somit als Halbzeitmeister in das letzte Spiel vor der Winterpause am Samstag gegen Eintracht Braunschweig gehen.

"38 Punkte aus 19 Spielen sind ein gutes Arbeitszeugnis für meine Mannschaft", fand auch Trainer Alois Schwartz, der den Punktestand weit wichtiger fand als den sportlich eher belanglosen Titel, der gemeinhin auch Mitte Dezember noch "Herbstmeisterschaft" genannt wird.

Während drinnen also ausgiebig gefeiert wurde, analysierte Oliver Kreuzer im Kabinengang ein Spiel, von dem er offen zugab, dass es vom deutlichen Ergebnis nicht widergespiegelt wurde: "Ein 3:0 ist natürlich ein Ausrufezeichen. Aber wir hatten Glück, dass Halle nicht mit ein, zwei Toren in Führung gegangen ist", sagte der Karlsruher Sportdirektor und ergänzte: "Der Gegner war spielerisch sehr stark, und wir waren im ersten Durchgang viel zu passiv." Doppel-Torschütze Anton Fink brachte die Dinge noch unverblümter auf den Punkt: "Das war unsere schlechteste erste Halbzeit in dieser Saison", stellte er fest.

Tatsächlich hatten die ball- und kombinationssicheren Hallenser schon nach 160 Sekunden die erste Chance, als Kapitän Sebastian Mai einen Kopfball an die Latte setzte. Und während der KSC kaum einmal aus der eigenen Hälfte herauskam und große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen hatte, erspielten sich die Gastgeber weitere Möglichkeiten. Mathias Fetsch (8./37.), der aus Malsch stammt und in der Jugend zwölf Jahre beim KSC gespielt hatte, und Julian Guttau (58.) vergaben die besten davon.

Dass es dennoch bereits nach 20 Minuten 1:0 für den KSC stand, war aus Hallenser Sicht extrem unglücklich. Doch der Strafstoß, den Schiedsrichter Jonas Weickenmeier nach Foul von Moritz Heyer an Kyoung Rok Choi verhängte, war gerechtfertigt. Anton Fink ließ sich nicht zwei Mal bitten, schaute Halles Keeper Kai Eisele aus und verwandelte den Elfmeter (20.). Am Fazit von Alois Schwartz änderte das dennoch nichts: "Mit dem ersten Durchgang war ich überhaupt nicht zufrieden", bilanzierte der KSC-Trainer: "Da waren wir mutlos, und Halle hat das Spiel im Griff gehabt."

In der zweiten Hälfte gestaltete der KSC die Partie dann allerdings offener, ließ weniger Chancen zu, konterte konzen-

triert und zielstrebig und erarbeitete sich so einen Sieg, der letztendlich nicht unverdient war - aber auch zu hoch ausfiel. Das 2:0 durch einen platzierten Flachschuss von Fink (64.) fiel nach Vorarbeit des starken Burak Camoglu aus Karlsruher Sicht zum richtigen Zeitpunkt, wie auch Kreuzer fand: "Danach ist die Mannschaft richtig ins Laufen gekommen."

Das 3:0, mit dem Marvin Pourié einen Alleingang über den halben Platz abschloss (86.), war aus Karlsruher Sicht das i-Tüpfelchen auf einen Nachmittag, den Fink bestmöglich zusammenfasste: "Heute hat nicht die bessere, sondern die abgeklärtere Mannschaft gewonnen."

Leistungssteigerung



in zweiter Hälfte

Dank einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang, dank der Konterstärke, die dem KSC auswärts schon oft entscheidende Punkte eingebracht hat. Und dank seiner beiden Stürmer, die es zusammen nun schon auf 20 Tore bringen: Pourié erzielte in Halle seinen elften, Fink seinen achten und neunten Saisontreffer. Zusammen mit der stabilen Defensive, in der am Samstag Innenverteidiger David Pisot und Keeper Benjamin Uphoff herausragten, könnte das am Ende der Saison tatsächlich zum Aufstieg reichen.

Uphoff wollte solche Prognosen am Samstag nicht kommentieren, stattdessen zeigte er sich ähnlich selbstkritisch wie Trainer und Sportdirektor: "Spielerisch haben wir sicher noch Luft nach oben, aber die Ergebnisse sprechen für sich. Uns zeichnet auch unsere Effizienz aus", sagte der Keeper.

Hallescher FC: Eisele - Lindenhahn, Heyer , Landgraf - Ajani, B.B. Bahn (58. Guttau), Jopek, Manu (81. Tuma) - Mai - Fetsch (73. Pagliuca), Sohm.

KSC: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach - Stiefler, Wanitzek - Camoglu, Choi (62. M. Röser) - A. Fink (83. Kobald), Pourie (90.+1 Saliou Sané).

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Frankfurt) - Zuschauer: 8 003 - Tore: 0:1 A. Fink (20./Foulelfmeter), 0:2 A. Fink (64.), 0:3 Pourié (86.) - Gelbe Karten: Heyer (5), Manu (3), Pagliuca (1), Landgraf (5) / Choi (2), Stiefler (4).

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