https://www.top-zusteller.de/
https://www.top-zusteller.de/
Rebland-SG kann mithalten
21.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Ähnlich groß wie die Euphorie nach der Oberligameisterschaft war die Ungewissheit, wie sich die Handballerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck in der dritten Bundesliga werden schlagen können. Mittlerweile ist die erste Hälfte der Saison vorbei - höchste Zeit also, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Vorrundenfazit: Die wichtigste Erkenntnis nach zwölf von insgesamt 22 Spielen ist offensichtlich: "Wir können in der Liga mithalten", sagt Arnold Manz, sportlicher Leiter der Rebland-SG. Da waren sich im Vorfeld nicht alle Beteiligten sicher. Auch dank des hervorragenden Starts hat sich der Aufsteiger mit den bisher gesammelten elf Pluspunkten und Tabellenrang sieben sehr gut in Liga drei zurechtgefunden. Die Chance, mit einem positiven Punktekonto zu überwintern, hat die SG durch die jüngste Heimniederlage gegen die Reserve der TSG Ketsch zwar verpasst, insgesamt "sind wir aber völlig im Reinen", wie Manz betont.

Höhepunkte: Rein dramaturgisch ist der Höhepunkt des bisherigen Saisonverlaufs schnell gefunden: Es war der 27. Oktober, als alle Augen auf Laetitia Quist gerichtet waren. Ganz alleine stand die Jugendnationalspielerin da - den Ball in der Hand, eine Mauer von Regensburger Spielerinnen vor sich. Die Zeit war abgelaufen, auf der Anzeigetafel stand ein 27:27 zu Buche. Quist nahm sich ein Herz - und machte das schier Unmögliche möglich: Die Linkshänderin zimmerte den Ball durch eine klitzekleine Lücke zum 28:27 ins Netz. Heimsieg! Tabellenführer gestürzt! "Das erlebt man nicht alle Tage", weiß Manz.

In ähnlich guter Erinnerung ist ihm obendrein der Auswärtssieg in Pforzheim vor zwei Wochen, als sein Team früh und aussichtslos mit sieben Toren zurücklag. Doch die junge Truppe zeigte Biss und Leidenschaft - und gewann letztlich einigermaßen ungefährdet. Manz: "Da lohnt es sich immer noch, auf der Trainerbank zu sitzen - auch nach 40 Jahren."

Enttäuschungen: Den einen, ganz klassischen Tiefpunkt gab es in der Vorrunde nicht. Allerdings waren durchaus Spiele dabei, in denen der Aufsteiger phasenweise völlig neben sich stand, wie etwa bei der 26:35-Niederlage in Möglingen oder in Allensbach, als man beim Titelkandidaten am Bodensee mit 25:34 baden ging. "Manchmal gibt es einfach Spiele, in denen alles gegen uns läuft. Das muss man akzeptieren", sagt Manz. Deutlicher schwerer hinnehmbar ist für den SG-Macher die Tatsache, dass die Trainingsbeteiligung aus mannigfaltigen Gründen nicht immer optimal verlaufen ist. "Das war in Summe nicht genug", findet Manz und hofft, dass sein Team in der Rückrunde "öfter komplett trainieren kann".

Kein sportlicher Tiefpunkt, aber durchaus eine unglückliche Situation hat sich jüngst ergeben: Kapitänin Simone Falk wird die Rebland-SG verlassen und sich in der Rückrunde dem Ligakonkurrenten TV Möglingen anschließen. Das Kappelwindecker Urgestein, das alle Jugendmannschaften der SG durchlaufen hat und seit vielen Jahren als Torjägerin bei den Seniorinnen Leistungsträgerin ist, bildet sich derzeit in Stuttgart auf der Meisterschule weiter. Aus diesem Grund hat sie sich seit Anfang der Runde beim TVM fitgehalten. Dass Falk nun ganz in Möglingen anheuert, bedauert man bei der Rebland-SG ausdrücklich, hält sich aber mit einer tiefergehenden Bewertung zurück. Die Tatsache, dass die bisherige Spielführerin am 3. Februar in der Halle 2 der Steinbacher Sportschule im Möglinger Trikot gegen ihren Herzensverein antreten - und womöglich Tore erzielen - wird, ist aber durchaus ein wenig befremdlich.

Ausblick: Das Auftaktprogramm in Metzingen und zu Hause gegen Möglingen hat es in sich, doch davon sollte man sich im Rebland nicht verrückt machen lassen. Zum einen hat die SG gezeigt, dass sie auch vermeintlich stärkere Teams schlagen kann, zum anderen ist es der Mannschaft zuzutrauen, dass sie die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holt. "Drei bis vier Siege werden wir auf jeden Fall noch brauchen", sagt Manz. Das ist sicher drin. Und so wird die SG auch in der nächsten Saison in der dritten Liga um Punkte kämpfen. Das wiederum wäre laut Manz "mindestens so hoch einzuschätzen wie der Aufstieg".

BeiträgeBeitrag schreiben 
Umfrage

Viele Bürger empfinden die Verwaltungssprache als zu kompliziert. Würden auch Sie sich einfachere Formulierungen auf Ämtern wünschen?

Ja, oft.
Ja, manchmal.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1