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DSV-Asse machen wenig WM-Hoffnungen
31.12.2018 - 00:00 Uhr
Der Jahresabschluss war einigermaßen versöhnlich. Ein zweiter Rang noch von Viktoria Rebensburg am Zauberberg in Semmering, wo die unglaubliche Mikaela Shiffrin zur besten Slalomläuferin der Geschichte aufstieg. Dazu kamen beim Double des Südtirolers Dominik Paris in Bormio respektable Platzierungen der deutschen Abfahrer - das war es dann aber auch schon. "Es läuft schon ganz schön zäh", sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier zum bisherigen Saisonverlauf.

In fünf Wochen beginnt die WM, doch im Gegensatz zum Jahresabschluss 2017 gibt es derzeit nur wenig Anlass, im schwedischen Are auf Medaillen zu hoffen. Vor zwölf Monaten hatten die DSV-Skirennläufer bereits vier Siege vorzuweisen dank Viktoria Rebensburg (2), Felix Neureuther und Josef Ferstl, dazu drei zweite und zwei dritte Plätze. Stand jetzt: Ein Sieg durch Stefan Luitz, der aber womöglich noch aberkannt wird, dazu zwei zweite und zwei dritte Plätze.

Trotz guter Voraussetzungen gelang den Deutschen bei Olympia keine Medaille - unter anderem, weil ihnen Neureuther und Luitz verletzt fehlten. Und jetzt? Abfahrer Thomas Dreßen, laut Maier "ein absoluter Weltklassemann für das Podium", ist schwer verletzt, seine Teamkollegen Ferstl und Andreas Sander fahren ihren Erwartungen noch hinterher, Luitz wurde durch die "Sauerstoff-Affäre" aus der Bahn geworfen, Neureuther hat noch Trainingsrückstand, Rebensburgs Leistungen sind wechselhaft. Alpinchef Maier kann nur auf kleine Lichtblicke verweisen. "Die Herren habe ich positiv gesehen, sie schlagen sich ganz wacker, ohne Dreßen ist der Trend gut", sagte er zu den Leistungen der Abfahrer in Bormio. Ferstl erreichte auf der eisigen "Stelvio" in Abfahrt und Super-G jeweils Rang elf, Sander rehabilitierte sich im Super-G mit Rang 14 für seine miserable Abfahrt (35.). Ferstl sprach nach durchwachsenem Saisonstart von einem "super Jahresabschluss", auch Sander war "froh, dass ich das Jahr noch mit einem ganz guten Ergebnis beenden kann. Es ist noch viel Luft nach oben."

Das gilt auch für Rebensburg, die von den fünf bisherigen Podestplatzierungen drei holte. In den beiden Riesenslaloms vor dem Jahresende belegte sie jeweils Rang zwei, "das spricht für das Niveau, das sie fahren kann", sagte Maier. Doch die Konstanz des Vorwinters, als Rebensburg nach verkorkstem Olympia immerhin noch den Riesenslalom-Weltcup gewann, ist noch nicht zu sehen.

Bei den DSV-Abfahrerinnen scheint es langsam aufwärts zu gehen, Kira Weidle gelang ein überraschender dritter Rang in Lake Louise. Im Slalom dagegen wurde die ganze Misere in Semmering wieder einmal deutlich. Christina Geiger hatte als Siebte des ersten Durchgangs beste Chancen, unter die ersten Acht und damit zur WM zu fahren - und schied im zweiten Lauf am dritten Tor aus. Lena Dürr, für Are bereits qualifiziert, wurde nur 25. - 5,23 Sekunden hinter Shiffrin.

Es war nur angemessen, dass das US-Girl ein magisches Jahr am Zauberberg beendete - mit einem weiteren historischen Tag ihrer unglaublichen Karriere. Shiffrin ist nun die erfolgreichste Läuferin der Weltcup-Geschichte im Slalom, mit ihrem 36. Sieg in dieser Disziplin hat sie ihr großes Vorbild Marlies Schild überholt. Und wenn sie so weitermacht, wird sie bald auch den Rekord des legendären Schweden Ingemar Stenmark (40 Slalomsiege) brechen. Sie ist ja immer noch erst 23 Jahre alt. "Marlies ist mein größtes Vorbild neben Bode Miller", sagte Shiffrin nach ihrem 51. Weltcupsieg, "als ich jung war, wollte ich immer die beste Skifahrerin der Welt werden. Ich hatte da immer Marlies vor Augen - ich wollte immer so fahren wie sie." (dpa)

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