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Schmidts Parade für die Ewigkeit
Schmidts Parade für die Ewigkeit
05.01.2019 - 00:00 Uhr
Es sind noch genau vier Sekunden auf der Uhr, als der sowjetische Torhüter Michail Ischtschenko seinem Rechtsaußen Alexander Karschakewitsch einen langen Ball zuspielt. Karschakewitsc h fängt, wirft - doch dann steht da Wieland Schmidt. Vom linken Unterarm des Torhüters prallt der Ball an die Latte, die Sirene dröhnt, die DDR ist Olympiasieger. 23:22 nach Verlängerung gegen den haushohen Favoriten UdSSR vor dessen erstarrtem Moskauer Heimpublikum.

Wieland Schmidt, der damals 26-Jährige im knallgelben Torwart-Sweater mit der Rückennummer 12, erinnert sich haargenau an diesen Tag. Auch an seine Reaktion nach dem Schlusspfiff, als er den Ball sichtbar wütend mit voller Wucht abfeuerte. "Ich wollte eigentlich diesen russischen Kameramann treffen, der mich nach jedem Tor der Sowjets so unverschämt angegrinst hat", erzählte "Willi" in einem der vielen Rückblicke. Er hat es sich dann doch anders überlegt, der Ball zischte wenige Millimeter am "Ziel" vorbei.

Das Olympiafinale von Moskau ging als eines der besten und spannendsten Handballspiele in die Geschichte ein. Wieland Schmidt, Lothar Doering, Hans-Georg Jaunich, Peter Rost, Dietmar Schmidt, Frank-Michael Wahl und Ingolf Wiegert, um nur einige von ihnen zu nennen, zwangen unter der klugen Regie ihres Trainers Paul Tiedemann die Sowjets beim 20:20 zunächst in die Verlängerung, in der Wahl, Hartmut Krüger und Hans-Georg Beyer die drei Treffer für die DDR erzielten.

"Die in eigener Halle zu schlagen, war eigentlich nicht machbar", erinnerte sich Rückraumspieler Lothar Doering Jahrzehnte danach: "Die UdSSR war eine Mannschaft wie von einem anderen Stern." Die auf einmal sehr unsanft auf der Erde aufschlug und nach dem verlorenen WM-Finale 1978 gegen die Bundesrepublik Deutschland ihr zweites Fiasko erlebte.

Nach dem überraschenden Olympiasieg war es mit der Herrlichkeit allerdings wieder vorbei. Bei der WM 1982 landete die DDR auf dem sechsten Platz, bei den Spielen von Los Angeles, wo die bundesdeutsche Mannschaft Silber gewann, war sie erst gar nicht dabei. Dennoch bleibt der Olympiasieg in einen goldenen Stein gemeißelt. "Der Triumph in der Höhle des Löwen ist immer noch der schönste meiner Karriere", sagt Frank-Michael Wahl, damals mit fünf Toren der beste Werfer seiner Mannschaft: "Sowas erlebst du nur ein einziges Mal." (sid)

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